Bundesverwaltungsamt

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Bundesverwaltungsamt
– BVA –
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Staatliche Ebene Bund
Stellung Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde Bundesministerium des Inneren
Gründung 14. Januar 1960
Hauptsitz Köln, Nordrhein-Westfalen
Behördenleitung
Bedienstete 4.000
(4.500 bis Ende 2015)[1]
Website bundesverwaltungsamt.de
Bundesverwaltungsamt – Zentrale Köln

Das Bundesverwaltungsamt (BVA) ist eine deutsche Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit Hauptsitz in Köln und verschiedenen Außenstellen.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Folge einer Organisationsprüfung beschloss das Bundeskabinett am 26. Februar 1958, dass mit dem Bundesverwaltungsamt eine neue Behörde geschaffen werden sollte, in der zunächst 196 Planstellen entstanden. Im Bundesgesetz vom 28. Dezember 1959 wurde das BVA mit Wirkung zum 14. Januar 1960 als selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern mit Sitz in Köln am Habsburgerring 9-13 errichtet. Architekt Theodor Kelter schuf ein im September 1962 fertiggestelltes elfgeschossiges Gebäude mit einer durchscheinenden Glasfassade für die Provinzial Rheinland, in welches als Mieter die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft und das BVA einzogen. Zum Gründungszeitpunkt umfasste die neue Behörde bereits 299 Mitarbeiter. Weitere zusätzliche Aufgabenbereiche sorgten für stetiges Wachstum der Behörde. Im Oktober 1965 übernahm das BVA die Verwaltungsaufgaben des zivilen Ersatzdienstes, im Oktober 1968 übernahm es das Auslandsschulwesen. Im Jahre 1971 fiel die Entscheidung für ein neues Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen, im April 1895 eröffneten „Barbara-Kaserne“ im Kölner Stadtteil Riehl, das dem Bund gehörte. Nach der Grundsteinlegung am 7. August 1980 begann der Umzug am 10. Oktober 1983. Die offizielle Einweihungsfeier in der Barbarastraße 1/Ecke Amsterdamer Straße fand im Juni 1984 statt.

Aufgaben[Bearbeiten]

Das Bundesverwaltungsamt erledigt eine Vielzahl von unterschiedlichen Verwaltungsaufgaben des Bundes und ist dabei für alle Bundesministerien und ihre Geschäftsbereiche tätig.

Es ist unter anderem für die Rückforderung der BAföG-Darlehen sowie die Bewilligung und Einziehung des Bildungskredites im Rahmen der Förderbestimmungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zuständig.

Außerdem erfüllt es Aufgaben im Bereich der Aussiedleraufnahme, im Auslandsschulwesen, entscheidet über Staatsangehörigkeitsangelegenheiten von Deutschen im Ausland, betreibt das Ausländerzentralregister und zieht von Deutschen im Ausland erhaltene Konsulardarlehen ein. Eine besondere Aufgabe ist die Bearbeitung der Anträge von im Ausland lebenden Personen auf Wiedereinbürgerung, denen in der Zeit des Nationalsozialismus aus politischen, ethnischen oder religiösen Gründen die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Noch heute erreichen das Bundesverwaltungsamt Jahr für Jahr rund 3000 Anträge, mittlerweile überwiegend von Nachkommen der Holocaust-Überlebenden, denen eine Wiedereinbürgerung gemäß Artikel 116 des Grundgesetzes ebenfalls zusteht.

Das Bundesverwaltungsamt beglaubigt im Auftrag des Auswärtigen Amtes Unterschriften auf deutschen öffentlichen Urkunden für die Verwendung in zurzeit 20 Staaten und erteilt Apostillen auf Bundesurkunden für die Verwendung in Ländern, die dem Haager Übereinkommen vom 5. Oktober 1961 beigetreten sind.

Darüber hinaus ist es im Bereich der Förderung von Sport und Kultur, der politischen Stiftungen, der Kinder- und Jugendhilfe etc. tätig.

In den letzten Jahren hat das Amt vor allem zentrale Dienstleistungen für andere Bundesbehörden übernommen, wie Zahlbarmachung von Bezügen, Beihilfe, Reise(kosten)management, Zeiterfassung oder Personalgewinnung.

Das Bundesverwaltungsamt ist darüber hinaus die zentrale Ausbildungsbehörde für die Ausbildung von Beamten der Laufbahnen des gehobenen und mittleren nichttechnischen Dienstes in der allgemeinen und inneren Verwaltung des Bundes. Die von den Bundesbehörden des Ausbildungsverbundes Köln/Bonn bzw. Berlin eingestellten Auszubildenden zum Fachangestellten für Bürokommunikation und zum Verwaltungsfachangestellten nehmen im Bundesverwaltungsamt an theoretischen und praxisbezogenen Lehrveranstaltungsphasen teil.

Staatsangehörigkeitsregister[Bearbeiten]

Seit 2007 wird vom Bundesverwaltungsamt mit den Daten der bereits ausgestellten Staatsangehörigkeitsausweise ein bundeseinheitliches Staatsangehörigkeitsregister neu aufgebaut. Grundlage ist das Staatsangehörigkeitsgesetz in der seit 28. August 2007 geltenden Fassung.

Organisation[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2001 wurde das ehemalige Bundesamt für Zivilschutz (BZS) als Abteilung 5 in das Bundesverwaltungsamt integriert (Bundesverwaltungsamt - Zentralstelle für Zivilschutz (BVA-ZfZ)). Die Aufgaben des Zivilschutzes und des Schutzes kritischer Infrastrukturen wurden am 1. April 2004 in das neue Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ausgelagert.

Zum 1. Januar 2006 wurde die Bundesstelle für Informationstechnik (BIT) im BVA eingerichtet. Damit soll die Programmidee der E-Government-Initiative BundOnline 2005 fortgeführt und ausgeweitet werden.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurden die Wehrbereichsverwaltungen der Bundeswehr zum 30. Juni 2013 aufgelöst. Das Bundesverwaltungsamt nimmt seitdem, zusammen mit zwei neuen, beim Bundesministerium der Verteidigung angesiedelten Behörden, Aufgaben der ehemaligen Wehrbereichsverwaltungen wahr. [2]

Präsident des Amtes ist Christoph Verenkotte. Vizepräsidenten sind Silvia Bechtold und Wolf Schwerdtfeger. [3]

Präsidenten des Bundesverwaltungsamts[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesverwaltungsamt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Bundeswehr (Magazin des DBwV) Ausgabe September 2013, Seite 8
  2. Bundesverwaltungsamt übernimmt Aufgaben für die Bundeswehr. 1. Juli 2013, abgerufen am 30. Oktober 2013.
  3. Begrüßung des Zweiten Vizepräsidenten im Bundesverwaltungsamt. 16. September 2013, abgerufen am 30. Oktober 2013.

50.9700086.970518Koordinaten: 50° 58′ 12″ N, 6° 58′ 14″ O