Bunge Limited

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Bunge Limited

Rechtsform Limited
ISIN BMG169621056
Gründung 1818
Sitz Hamilton, Bermuda Bermuda
(Hauptverwaltung:
White Plains, Vereinigte Staaten USA)
Leitung Gregory A. Heckman (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 33.000[2]
Umsatz 43,5 Mrd. US-Dollar[2]
Branche Nahrungsmittel, Agrar
Website www.bunge.com
Stand: 31. Dezember 2015

Bunge Limited ist ein weltweit aktives Unternehmen des Agribusiness. Der Firmensitz ist aus steuerlichen Gründen in Hamilton im britischen Überseegebiet Bermudainseln registriert, seine Hauptverwaltung sitzt jedoch in White Plains im US-amerikanischen Bundesstaat New York. Der Konzern beschäftigt in 450 Niederlassungen in 32 Staaten etwa 25.000 Mitarbeiter und ist an der New Yorker Börse (NYSE) gelistet.

Geschäftsfelder und Marktstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bunge ist einer der weltweit bedeutendsten Lieferanten der Nahrungsmittel- und Futtermittelindustrie. Das Unternehmen ist der weltgrößte Verarbeiter von Ölsaaten, der weltgrößte Abfüller von verzehrbaren Pflanzenölen bzw. -produkten und der größte Produzent und Lieferant von Dünger für die südamerikanische Landwirtschaft. Außerdem ist Bunge ein wichtiger Sojaexporteur und Biodieselhersteller.

Bunge Ukraine ist einer der größten Produzenten von raffiniertem Sonnenblumenöl in der Ukraine.[3] Die Landesniederlassung beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeiter und besitzt und betreibt mehrere Getreideheber sowie im Hafen von Mykolajiw ein Getreideexportterminal und ein Werk zur Ölsaatenverarbeitung. Unter Markennamen wie Oleina und Rosumnitsa wird Sonnenblumenöl auch im Land selbst vermarktet.[4] Im Hafen von Tschornomorsk (damals Illitschiwsk) errichtete Bunge zusammen mit dem ukrainischen Unternehmen Estron ab 2004 ein Ölsaatenpresswerk mit einer Jahreskapazität von 600.000 Tonnen.[5] In Dnipro verarbeitet Bunge Ukraine ebenfalls Ölsaaten. Gemeinsam mit dem spanischen Mühlenkonzern Dacsa errichtete Bunge Ukraine ab 2018 in der Oblast Winnyzja ein Werk zur Maisverarbeitung mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen pro Jahr.[6] Aufgrund des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 schloss Bunge Ukraine bis auf Weiteres seine Büros und Produktionsstätten.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ölmühle am Bonadieshafen in Mannheim, ehem. VDO

Das Unternehmen wurde 1818 von Johann Peter Gotlieb Bunge in Amsterdam (Niederlande) gegründet.

Im Juni 2008 übernahm Bunge den größten Hersteller von Maissirup, Corn Products International, für 4,4 Mrd. US-Dollar. In Deutschland hat Bunge 2008 die Walter Rau Lebensmittelwerke übernommen.

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, arbeitete Ignaz Ephrussi bis 1947 „für Bunge, einen international tätigen Getreideexporteur“. So war Ignaz (geboren 1906 in Wien; gestorben 1994 in Tokio) zeitweilig zu den Wurzeln der Efrussis in Odessa zurückgekehrt, die dort durch Getreidehandel reich geworden waren. Ignaz, genannt Iggie, bewahrte in Tokio jene 264 Netsuke, von deren Ephrussi-Geschichte Edmund de Waal erzählte.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bunge wird von der Umweltschutzorganisation Greenpeace vorgeworfen, über den Anbau von Soja in Brasilien direkt und indirekt zur Abholzung des Regenwaldes vor allem in der Region Cerrado beizutragen.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bunge Limited – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Board of Directors (Firmenwebseite). Abgerufen am 5. Oktober 2022.
  2. a b Form 10-K 2015
  3. https://www.apk-inform.com/en/exclusive/topic/1102656
  4. https://chamber.ua/companies/suntrade-s-e-bunge-ukraine/
  5. https://www.just-food.com/news/ukraine-usa-bunge-joint-venture-to-build-oilseed-crushing-plant-in-ukraine/
  6. https://www.ukrinform.de/rubric-economy/2535611-dacsa-bunge-ukraine-wird-in-oblast-winnyzja-ein-werk-zur-verarbeitung-von-mais-bauen.html
  7. https://www.reuters.com/business/energy/bunge-shuts-ukraine-offices-suspends-crushing-two-oilseed-plants-after-russian-2022-02-24/
  8. Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen – Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi. Übersetzt von Brigitte Hilzensauer. Zsolnay, Wien 2011; Seite 289. ISBN 978-3-552-05556-8.
  9. Greenpeace report reveals fast food suppliers importing deforestation and violence from Brazil (engl.)
  10. Revealed: UK supermarket and fast food chicken linked to deforestation in Brazil (engl.)