Buniamshof

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Buniamshof
HL Damals – Buniamshof 27-01-1917.jpg
Paradeaufstellung der Lübecker Truppen am Kaisergeburtstag 1917
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Lübeck Deutschland
Koordinaten 53° 51′ 29,8″ N, 10° 40′ 52,8″ OKoordinaten: 53° 51′ 29,8″ N, 10° 40′ 52,8″ O
Eigentümer Hansestadt Lübeck
Renovierungen 2008
Kapazität 8.549 Plätze
Verein(e)

Der Buniamshof ist nach dem Stadion an der Lohmühle Lübecks zweitgrößtes Stadion und Schleswig-Holsteins größtes Leichtathletik-Stadion. Aus diesem Grund finden auf dem Buniamshof auch regelmäßig regionale und nationale Leichtathletikmeisterschaften statt. Der Sportplatz verfügt als einziger in Schleswig-Holstein über eine Tartanbahn mit acht Rundbahnen, weshalb hier auch nationale und internationale Meisterschaften und Länderkämpfe stattfinden. Die Anlagen werden regelmäßig von den Vereinen LBV Phönix, MTV Lübeck und der Lübecker Turnerschaft als Trainings- und Wettkampfort genutzt. Seit 1990 tragen auch die American-Football-Spieler der Lübeck Cougars hier ihre Heimspiele in der 2. Bundesliga aus. Das Stadion hat insgesamt 8.549 Plätze, davon überdachte 1.134 Sitz- und 200 Stehplätze sowie 7415 nicht überdachte Stehplätze. Der Buniamshof wurde 1909 von dem Gartenarchitekten Erwin Barth entworfen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Buniamshof ist benannt nach einer angrenzenden, zwischen 1614 und 1618 entstandenen Bastion der Lübecker Bastionärbefestigung, in der 1926 die benachbarte Freilichtbühne Lübeck angelegt wurde.

Er bot auch Platz für außersportliche Veranstaltung. So wurden beispielsweise die alljährlichen Feierlichkeiten anlässlich des Kaisergeburtstages während des Ersten Weltkriegs vom Burgfeld, auf dem nun das Barackenlazarett errichtet worden war, auf dem Buniamshof verlegt. Für die in diesem Weltkrieg Gefallenen der Lübecker Turnerschaft gestaltete Hans Schwegerle Anfang der 1920er Jahre das auf dem Buniamshof stehende Ehrenmal.

Freiübungen der Mädchenschulen

Am 13. September 1925 fanden auf dem Sportplatz Buniamshof die jährlichen Kampfspiele, Vorgänger der heutigen Bundesjugendspiele, der Lübecker Schulen statt. Gerade die Veranstaltung, an der etwa 2000 Schülerinnen und Schüler aller Lübecker Schulen teilnahmen, zeigte, wie gerade Turnen und Sport Einzug in die Schulen gehalten hat.

Ganz besonders gefielen die Massenübungen der Knaben und Mädchen. In Säulen marschierten die einzelnen Abteilungen vor dem Podium auf und unter den Klängen der Schutzmannskapelle wurden die gymnastischen Freiübungen ausgeführt.

Anlässlich der 700-Jahr-Feier stieg, von zahlreiche Zuschauern verfolgt, am 30. Mai 1926 der neue Fesselballon der Freien und Hansestadt Lübeck vom Buniamshof auf.[1]

Da der Marktplatz zur Abhaltung einer Veranstaltung im Wahlkampf den Organisatoren der NSDAP zu klein war und der von der Stadt hierfür alternativ angebotene Buniamshof zu weit entfernt war, wurde diese dann in Bad Schwartau abgehalten.[2] Am 26. Mai 1933 war der Buniamshof Schauplatz der Lübecker Bücherverbrennung.[3]

1961 fand am Buniamshof die Parade zum zehnjährigen Bestehen des Bundesgrenzschutz und abends auf dem Feld ein Großer Zapfenstreich statt.

Im Jahr 2004 erhielt der Buniamshof eine neue Tartanbahn, 2008 erfolgte eine komplette Sanierung der großen Haupttribüne aus den 1960er Jahren. Durch Bewegungen im Untergrund war die Tribüne in den vergangenen Jahren abgesackt, außerdem drohte das Dach einzustürzen. Um die nötige Standsicherheit wiederherzustellen, wurde in einem aufwendigen Verfahren der Boden unter der Tribüne ausgetauscht. Die Tragkonstruktion des Tribünendaches bekam zudem eine Verstärkung. Das Dach erhielt eine neue Eindeckung.

Teamfoto der Lübeck Cougars 2012 auf der Buniamshof-Tribüne

Um dem Stadion mehr Transparenz nach außen zu verleihen, erhielt die Fassade zur Possehlstraße eine neue Glasfront, die vorbeifahrenden Auto- und Fahrradfahrern einen Blick direkt auf den Stadionrasen ermöglicht. Zudem bauten die Handwerker neue Sitzbänke ein, führten umfangreiche Malerarbeiten am Regieturm durch und brachten die Fernmeldetechnik auf den neuesten Stand.

Der Umbau dauerte insgesamt sieben Monate. Hierfür investierte die Stadt Lübeck insgesamt 1.283.000 Euro. Zusätzlich steuerten verschiedenen Stiftungen 160.000 Euro bei. Dabei wurde auch Wert auf eine behindertengerechte Gestaltung gelegt.

Im Jahr 2009 fanden zuletzt überregionale Leichtathletikmeisterschaften auf dem Buniamshof statt. Die Norddeutschen Meisterschaften der A-Jugend und A-Schüler lockte zahlreiche junge Talente in das ehrwürdige Leichtathletikstadion am Buniamshof.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesmeisterschaften Leichtathletik
  • Norddeutsche Meisterschaften Leichtathletik
  • Deutsche Meisterschaften Leichtathletik
  • Länderkämpfe Junioren Leichtathletik
  • Bundesligaspiele der Lübeck Cougars
  • Landessportfest für Menschen mit Behinderung
  • Senatsstaffeltag der Lübecker Schulen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Buniamshof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lübecker Generalanzeiger
  2. Gerhard Schneider: Gefährdung und Verlust der Eigenstaatlichkeit der Freien und Hansestadt Lübeck und seine Folgen; Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck, Reihe B Band 14,Verlag Schmidt-Römhild, 1986, ISBN 3-7950-0452-7
  3. Als auch in Lübeck Bücher „festlich“ vernichtet wurden, abgerufen am 11. August 2013