Burak Bektaş

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Gedenktafel für Burak Bektaş
"Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle", Rudower Straße Ecke Möwenweg, in Berlin-Buckow

Burak Bektaş (14. Februar 1990 in Berlin5. April 2012 in Berlin-Neukölln) war ein Berliner mit Migrationshintergrund. Aus bisher nicht geklärten Gründen wurde er von einem zufällig vorbeikommenden Mann mittleren Alters erschossen. Der Täter konnte nicht gefasst werden. Der Bezirk Neukölln, in dem die Tat geschah, unterstützte die Aufstellung einer Gedenktafel im November 2017. Seit April 2018 erinnert eine Skulptur in Berlin an Bektaş.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sofort nach dem Vorfall aufgenommenen polizeilichen Untersuchungen und auch die Einbeziehung der Öffentlichkeit ergaben zwar sehr viele Hinweise, führten jedoch bisher (Stand November 2017) nicht zur Aufklärung. Die Vermutungen richten sich auf ein rechtsextremes Motiv.[1]

Der Vater von Burak war in den 1980er Jahren aus der Türkei nach Berlin gekommen und hatte hier seine türkische Frau kennengelernt. Burak wurde hier geboren; zum Tatzeitpunkt bummelte er durch seinen Bezirk, dabei traf er zufällig auf weitere Migranten auf der Straße vor dem Vivantes Klinikum Neukölln. Die Gruppe von fünf jungen Männern geriet ins Gespräch, als ein Mann mit weißer Hautfarbe vorbeikam, eine Pistole zückte und ohne Streit oder Vorwarnung auf die Gruppe fünf gezielte Schüsse abgab. Burak starb im Krankenhaus, zwei andere Gruppenmitglieder wurden schwer verletzt.[1]

Weil die Ermittlungen längere Zeit keine Fortschritte zeigten, gründeten linke Aktivisten die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş. Gemeinsam mit der Familie organisiert die Initiative jeden Monat eine Mahnwache am Tatort und Gedenkdemonstrationen.[1]

Nachdem im Jahr 2015 wiederum in Neukölln, diesmal vor einem Club, der Brite Luke Holland wieder wort- und grundlos niedergeschossen worden war, hat die Polizei einen tatverdächtigen Deutschen festgenommen. Eine Verbindung mit dem Mord an Bektaş konnte – auch vom zeitweilig ermittelnden Staatsschutz – nicht festgestellt werden, obwohl die Tatverläufe sich sehr ähnelten. Und beim Verdächtigen hatte die Polizei zahlreiche Hinweise auf Rechtsextremismus gefunden; er wurde wegen des Mordes an Luke Holland zu 11 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.[1]

Am 5. November 2017 weihte die Initiative eine kleine Gedenktafel für Bektaş (Koordinaten: 52° 26′ 25,6″ N, 13° 27′ 32,4″ O) ein. Bis zum 6. Todestag am 5. April 2018 sollte auf der Grünfläche an der Rudower Straße, in der Nähe des Tatorts, ein „unübersehbares Denkmal“ errichtet werden.[2] Insgesamt soll das Denkmal rund 25.000  Euro kosten, Teilfinanzierungen erfolgen durch Stiftungen und Projektfonds.[3] Das Denkmal wurde am 8. April 2018 eingeweiht.[4] Zwischen dem 14. April 2018 und dem 18. April 2018 wurde das Mahnmal durch unbekannte Täter mit einer Chemikalie beschädigt. [5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burak Bektaş – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Der rätselhafte Mord an Burak Bektaş, auf www.deutschlandfunkkultur.de; abgerufen am 14. November 2017.
  2. Blog der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, abgerufen am 14. November 2017.
  3. Ungeklärter Mordfall in Neukölln – ein Denkmal für Burak Bektas, In: Der Tagesspiegel, 26. Mai 2016.
  4. Ein Denkmal für Burak Bektaş
  5. Fassungslosigkeit über Vandalismus an Mahnmal, In: Der Tagesspiegel, 20. April 2018.