Burg Bederkesa

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Burg Bederkesa
Burg Bederkesa

Burg Bederkesa

Entstehungszeit: ab 12. Jh. Holzbau,
ab M. 15. Jh. Backstein
Burgentyp: Niederungsburg, Ortslage
Erhaltungszustand: erhalten / rekonstruiert
Ständische Stellung: Adel;
1421–1654 Stadt Bremen
Bauweise: Backstein
Ort: Bad Bederkesa
Geographische Lage 53° 37′ 35,4″ N, 8° 50′ 34,8″ OKoordinaten: 53° 37′ 35,4″ N, 8° 50′ 34,8″ O
Burg Bederkesa (Niedersachsen)
Burg Bederkesa

Burg Bederkesa ist eine Niederungsburg in Bad Bederkesa, einer Ortschaft der Stadt Geestland in Niedersachsen. Vor ihr befindet sich der Bederkesaer Roland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der Burg geht zurück bis ins 12. Jahrhundert. Archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass um 1200 Gebäude aus Holz auf dem Burgplatz gestanden haben. Bauherren waren die Ritter von Bederkesa.

Die Stadt Bremen eignete sich 1381 die halbe Herrschaft und 1421 schließlich Burg und Herrschaft Bederkesas an.

Bis 1460 wurde ein Steinhaus errichtet, der heutige Südflügel der Burg. 1536 entstand der Nordflügel, der 1579 durch den Mittelflügel mit dem anderen Teil verbunden wurde.

Kupferstiche des Architekten Wilhelm Dilich (1571–1650) um 1600 zeigen die Burg von einem Wassergraben umgeben.

1654 nahm der Feldherr Hans Christoph von Königsmarck die Burg für das schwedische Königshaus in Besitz. 1662 verpfändete die schwedische Königin Hedwig Eleonore den Besitz an ihren Feldmarschall, der die Wälle und Bastionen der Burg abtragen ließ. Die schwedische Herrschaft im Herzogtum Bremen-Verden endete 1712 mit dem Großen Nordischen Krieg.

1720 fiel die Burg an das Kurfürstentum Hannover.[1] In der Folge wurde die Burg vielfach umgebaut, wie zum Beispiel durch den Abriss des halben Nordflügels 1793 und des Treppenturmes 1749. 1859 wurde das Amt Bederkesa aufgelöst und die Burg verlor ihre jahrhundertelange Funktion als Verwaltungssitz. Die preußische Regierung (das Königreich Hannover war 1866 preußische Provinz geworden) verkaufte 1881 die Burg, sie wurde nun als Gastwirtschaft und Ausflugslokal genutzt.

Die inzwischen sehr verfallene Burg Bederkesa wurde 1975 vom Landkreis Wesermünde gekauft. Sie wurde komplett restauriert, dabei wurden auch der im 18. Jahrhundert abgerissene Nordflügel und der Treppenturm wieder aufgebaut.

Heutige Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Burg befindet sich das Museum Burg Bederkesa als Kreismuseum für Natur- und Kulturgeschichte. Ebenso ist in der Burg die archäologische Denkmalpflege des Landkreises Cuxhaven untergebracht, ebenso befindet sich darin ein Restaurant.

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 12. Jahrhundert Anfang des Burgenbaues am damaligen Randbereich des Bederkesaer Sees
  • um 1400 letzter Bau einer Temburg („Motte“) auf dem aufgeschütteten Burgberg
  • 1421 Burg und Herrschaft Bederkesa in bremischem Besitz
  • 1460 Bau des Südflügels (Bauinschrift heute über dem Haupteingang)
  • 1536 Bau des Nordflügels
  • 1579 Errichtung des Mittelbaues
  • 1602 Aufstellung des Rolandes auf einem gekuppelten Brunnen
  • 1604 Veröffentlichung des Kupferstiches von Wilhelm Dilich
  • 1612 Bau des Treppenturmes
  • 1654 Einnahme der Burg durch den schwedischen Feldmarschall Hans Christoph von Königsmarck
  • 1735 Burg und Amt Bederkesa im Besitz von Kurhannover
  • um 1745 Abbruch des Turmes und weiterer Gebäudeteile, Fachwerkanbau
  • 1881 Verkauf der Burg in Privatbesitz, Nutzung unter anderem als Gastwirtschaft und Hotel
  • 1975/77 Ankauf der verfallenden Burg durch den Landkreis Wesermünde
  • 1977–1983 Restaurierung und Wiederaufbau durch den Landkreis Cuxhaven

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Andreas Friedrich: Die Burg Bederkesa. In: Wenn Steine reden könnten. Band III. Landbuch-Verlag, Hannover 1995, ISBN 3-7842-0515-1, S. 103–104.
  • Ernst Beplate: Burg Bederkesa: Großes Sorgenkind vor 150 Jahren. Hannoversches Finanzministerium suchte Käufer für Bederkesaer Burg. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 800. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven August 2016, S. 3–4 (Digitalisat [PDF; 7,2 MB; abgerufen am 12. Oktober 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Bederkesa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Cord Sarnighausen: Hannoversche Amtsjuristen von 1675 bis 1859 in Bederkesa. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 89, S. 41–62, Bremerhaven 2011.