Burg-Reuland

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Burg-Reuland
BE Burg-Reuland COA.svg Flagge Burg-Reuland.svg
Burg-Reuland (Lüttich)
Burg-Reuland
Burg-Reuland
Staat: Belgien
Region: Wallonien
Provinz: Lüttich
Bezirk: Verviers
Koordinaten: 50° 12′ N, 6° 8′ OKoordinaten: 50° 12′ N, 6° 8′ O
Fläche: 108,96 km²
Einwohner: 3944 (1. Jan. 2017)
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Postleitzahl: 4790 (Reuland)
4791 (Thommen)
Vorwahl: 080
Bürgermeister: Marion Dhur (GI)
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Gemeindeverwaltung Burg-Reuland
Thommen, 64
4790 Burg-Reuland
Website: www.burg-reuland.be
lblelslh
Ortschaft Burg-Reuland mit der Burg im Hintergrund

Burg-Reuland, benannt nach der Burg Reuland, ist die südlichste Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. Sie liegt im äußersten Südosten der Provinz Lüttich südlich von Sankt Vith im Tal der Our.

Gemeindestruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Burg-Reuland besteht aus 26 weit verstreuten Dörfern und Weilern. Verwaltungssitz der Gemeinde ist Thommen.

Einwohnerzahlen der Dörfer, Weiler und Einzelhöfe (Stand: 31. Dezember 2016)[1]

(1) Weit entfernt von dem Dorf gibt es eine Flur namens Lengeler.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der belgischen Eifel, östlich des Plateau des Tailles, der mit 652 m höchsten Erhebung der Ardennen. Im Osten liegen die Ortsteile Auel, Steffeshausen und Weweler im Tal der Our. Der Ort Reuland mit der namengebenden Burg liegt im Tal des Our-Zuflusses Ulf, der mehr als drei Viertel der Gemeinde entwässert. Im Nordwesten des Gemeindegebietes entspringt der Our-Zufluss Braunlauf, der den Westen der Gemeinde St. Vith entwässert. Der südlichste Teil des Gemeindegebiets mit der Ortschaft Ouren bildet ein Dreiländereck mit Deutschland und Luxemburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen grenzt Burg-Reuland an Gouvy und an den südlichsten Teil der Gemeinde Vielsalm. Nördlich liegt das Gebiet Sankt Viths. Im Osten liegen jenseits der deutsch-belgischen Grenze die Verbandsgemeinden Prüm sowie Arzfeld und im Süden das Großherzogtum Luxemburg mit den Gemeinden Ulflingen (Troisvierges) und Weiswampach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wurde 1815 auf dem Wiener Kongress der preußischen Rheinprovinz zugeschlagen und kam 1919 durch den Friedensvertrag von Versailles an Belgien. Am 10. Mai, dem ersten Tag des Westfeldzugs, versuchte ein Trupp Brandenburger (eine Spezialeinheit der Wehrmacht) vergeblich, die von belgischen Verteidigern vorbereitete Sprengung der Our-Brücke im Stadtteil Maldingen zu vereiteln.[2]

Die heutige Gemeinde Burg-Reuland entstand am 1. Januar 1977 durch die Gemeindefusion aus den damaligen Gemeinden Reuland und Thommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kulturhaus Burg-Reulands – der ehemaligen Schule des Ortes − ist ein Heimatmuseum beheimatet, das Alltagsgegenstände ländlichen Lebens zeigt. Dazu gehören Haushaltsgeräte, Werkzeuge alter Berufe und landwirtschaftliche Gerätschaften. In diesem Gebäude ist auch das Paul-Gerardy-Museum untergebracht. Dort sind Ausstellungsstücke zum Leben und Werk des Schriftstellers zu sehen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Reuland

Im Ort Reuland steht die Burg Reuland, eine der größten Burgruinen der Eifel.

Im Ortsteil Bracht steht die kleine Rektoratskirche der Schmerzhaften Mutter sowie das 1782 erbaute Schloss Bracht.

Das Europadenkmal in Ouren steht inmitten eines kleinen Parks und wurde im Oktober 1977 eingeweiht.

In der Gemeinde Burg-Reuland gibt es insgesamt 19 Kirchen und Kapellen. Mit der Peterskirche in Ouren, der St.-Hubertus-Kapelle in Weweler, der St. Stephanus-Kirche in der Ortschaft Reuland sowie der St. Remaklus-Kirche in Thommen stehen vier von ihnen unter Denkmalschutz.[3]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ländliche Gemeindegebiet wird durch das Tal der Our geprägt. Es ist ein beliebtes Ziel für Wanderer sowie Mountainbiker und das wichtigste Standbein des dortigen Tourismus.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einkaufsmöglichkeiten in der Gemeinde beschränken sich auf Bäckereien und Schlachtereien. Die Gemeinde gehört zum Einzugsbereich eines Einkaufszentrums, das in Schmëtt in der Nordspitze des Großherzogtums Luxemburg errichtet wurde. Der nächste Bahnhof befindet sich ebenfalls in Luxemburg, in Ulflingen (luxemburgisch Elwen/französisch Troisvierges).

Von 1889 bis 1952 führte eine Zweigstrecke der Vennbahn durch Reuland. Sie verband Aachen mit Luxemburg, war also von überregionaler Bedeutung. In Troisvierges hatte sie Anschluss an die luxemburgische Nordbahn (Bahnstrecke Luxemburg–Spa). Zwischen dem Burg-Reulander Ortsteil Lengeler und dem Ulflinger Ortsteil Wilwerdingen führte sie durch einen 700 m langen Tunnel. Bei der Ardennenoffensive in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs wurde die Strecke von der deutschen Wehrmacht durch Brückensprengungen unterbrochen. Danach wurde bis zur Stilllegung nur noch das Teilstück von Reuland nach Troisvierges befahren. Die Trasse wurde Stück für Stück als Teil des RAVeL-Netzes für Radler und Wanderer hergerichtet, welcher wiederum ein Abschnitt des Vennbahnradweges ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna von Palant (um 1550–1599), deutsche Humanistin und neulateinische Dichterin
  • Adam Thomas (1799–1877), „Den Allijer Hähr“, Pastor in Aldringen.
  • Wilhelm Koep (1905–1999), Architekt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiken der Bevölkerung. In: Die Gemeinde. Burg Reuland, 31. Dezember 2016; abgerufen am .
  2. Etienne Verhoeyen (2011): Spionnen aan de achterdeur: de Duitse Abwehr in België, 1936-1945, S. 281 f. (online).
  3. Nur noch drei von acht Pfarrhäusern werden von Priestern bewohnt. In: GrenzEcho. 4. Februar 2014; abgerufen am 3. Juli 2015 (kostenpflichtiger Artikel, nur Einleitung frei).