Burg (Herborn)

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Koordinaten: 50° 41′ 48″ N, 8° 18′ 17″ O

Burg
Stadt Herborn
Höhe: 226 (225–298) m ü. NHN
Einwohner: 1987 (1. Jan. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35745
Vorwahl: 02772

Burg ist ein Stadtteil von Herborn im Lahn-Dill-Kreis in Hessen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg liegt unmittelbar nördlich der Kernstadt. Westlich führt die Bundesautobahn 45 und östlich die Bundesstraße 255 sowie die Bundesstraße 277 am Ort vorbei. Burg besitzt einen Haltepunkt an der Dillstrecke. In Burg münden die Aar und der Amdorfbach (Ambach) in die Dill.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war schon früh besiedelt; darauf lässt der Fund eines Grabes aus der Zeit der Merowinger schließen. Burg wurde erstmals im Jahre 1263 erwähnt, und zwar im Zusammenhang mit dem damaligen Ortsadel gleichen Namens. Das Geschlecht ist von 1206 bis zum Ende des 14. Jahrhunderts beurkundet. Es führte im Wappen zwei gekreuzte Stäbe, die vielleicht Streitkolben darstellen sollten.

Der Ortsname wird von einer großen Burg hergeleitet, die im frühen Mittelalter auf dem "Breiten Berg" erbaut wurde und wohl zur weiteren Sicherung der nahegelegenen alten Dernbacher Stammburg diente. Möglicherweise befand sich an dieser Stelle über der Dill die alte Gerichtsstätte der Herborner Mark, und die Burg sollte die Herrschaft der Herren von Dernbach in der Mark sichern. Die Burg wurde wohl beim Beginn der Dernbacher Fehde zerstört und nicht wieder aufgebaut. Heute sind nur noch Reste erhalten. Im alten Ortskern lagen ein nassauisches Hofgut und eine Mühle. Um 1818 setzte mit der Gründung eines Hütten- und Hammerwerkes die Industrialisierung ein. Die Burger Eisenwerke spezialisierten sich auf den Ofen- und Herdbau (Markenname: Juno). Die Firma lag nördlich Richtung Dillenburg. Das Firmengelände dient heute allerdings nur noch kleinen Firmen. Nach Juno hatte Electrolux seine Produktion in den Burger Eisenwerken (Burger Hütte).

Die Kapelle auf dem Breiten Berg ist das Wahrzeichen von Burg.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Dezember 1970 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Amdorf und Uckersdorf auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Burg eingegliedert[2], die ihrerseits am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen mit der Stadt Herborn und weiteren bis dahin selbstständige Gemeinden zur neuen Stadt Herborn zusammengeschlossen wurde.[3][4]
siehe auch Burgstall Burg (Burg bei Burg)

Burg hatte früher im Personenverkehr und im Güterverkehr einen direkten Bahnanschluss durch die Strecke Herborn–Montabaur (Westerwaldquerbahn), die aber stillgelegt und größtenteils demontiert ist.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Burg unterstand im Überblick:[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[5]

  • 1840: 0455 Einwohner
  • 1905: 0906 Einwohner
  • 1939: 1176 Einwohner
  • 1961: 1993 Einwohner
  • 1970: 2308 Einwohner
Burg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
406
1840
  
455
1846
  
484
1852
  
451
1858
  
448
1864
  
491
1871
  
518
1875
  
541
1885
  
618
1895
  
586
1905
  
906
1910
  
1.030
1925
  
992
1939
  
1.176
1946
  
1.541
1950
  
1.679
1956
  
1.791
1961
  
1.993
1967
  
2.268
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Burg gibt es einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Nach der Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist Günther Reeh Ortsvorsteher.[7]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirche von Burg ist denkmalgeschützt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es die Kindertagesstätte Burg der Lebenshilfe e.V. Dillenburg sowie die Ambachtalschule, eine Grundschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Zahlen, Daten, Fakten“ im Internetauftritt der Stadt Herborn, abgerufen im März 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 296
  5. a b Burg, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 12. Dezember 2016)
  6. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  7. Ortsbeirat Burg im Internetauftritt der Stadt Herborn, abgerufen im Februar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]