Burg (bei Magdeburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Burg
Burg (bei Magdeburg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Burg hervorgehoben

Koordinaten: 52° 16′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Jerichower Land
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 164,05 km2
Einwohner: 22.478 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km2
Postleitzahl: 39288
Vorwahl: 03921
Kfz-Kennzeichen: JL, BRG, GNT
Gemeindeschlüssel: 15 0 86 015
Stadtgliederung: 9 Ortsteile und 4 Wohnplätze
Adresse der
Stadtverwaltung:
In der Alten Kaserne 2
39288 Burg
Website: www.stadt-burg.de
Bürgermeister: Jörg Rehbaum (SPD)
Lage der Kreisstadt Burg
im Landkreis Jerichower Land
BiederitzBurgElbe-PareyGenthinGommernJerichowMöckernMöserMöckernMöckernSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Burg von Südwesten
Oberkirche Unser Lieben Frauen in Burg
Der Burger Roland

Burg ist eine Einheitsgemeinde und die Kreisstadt des Landkreises Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Sie ist eine Rolandstadt und wird zudem Stadt der Türme genannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg. Berlin befindet sich etwa 100 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Wichtige Gewässer in Burg sind der Fluss Ihle und der Elbe-Havel-Kanal. Die Elbe bildet die nordwestliche Stadtgrenze. Das Gebiet um die Stadt wurde durch die Eiszeiten geprägt, auf die auch die Landschaftsformung des Flämings zurückgeht, an dessen Ausläufer Burg liegt.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtteile Eingemeindete Ortschaften Wohnplätze
Blumenthal
Gütter
Madel
Detershagen
Ihleburg
Niegripp
Parchau
Schartau
Reesen
• Obergütter
• Überfunder
• Waldfrieden
• Waldschule
• Brehm

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herkunft des Namens Burg ist unklar. Die ältere Schreibweise ist Borg und auch die jetzige mundartliche Aussprache ist eher ein O als ein U. Der dreieckige Marktplatz (heute Am Markt) wird als Beweis slawischer Gründung gedeutet. Somit bietet sich Bor (slawisch Nadelwald) als Ortsbezeichnung an, ähnlich Kleinburg bei Breslau, auch hier gab es Borck mit O als Übergangsform. Allerdings hat auch das unweit gelegene Gardelegen einen dreieckigen Markt, gilt aber als germanische Gründung. Der dreieckige Markt könnte ebenso daher rühren, dass die jetzige Deichstraße in ein sumpfiges Gebiet führt. Deich-… bedeutet einhellig Teich und auch heute ist der auf die Deichstraße folgende Flickschupark voller Teiche und regelmäßig von der Ihle überflutet. Ein von Berlin nach Magdeburg oder Zerbst Reisender hätte also auf der Endmoräne Berliner Straße einen von der Luftlinie deutlich abweichenden, allerdings trockenen Weg genommen. Allerdings wurde eine eigentliche Burg nicht gefunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Burg wurde am 1. Oktober 948 erstmals urkundlich erwähnt. Begünstigt wurde die Ansiedlung, da der Höhenrand des nordwestlichen Flämings über der wasserführenden Ihle- und Elbniederung mit seinem teilweise fruchtbaren und wildreichen Gelände günstige Daseinsbedingungen bot. Greifbar setzte die Vorgeschichte Burgs mit dem Neolithikum (jüngere Steinzeit) ein, etwa mit dem Beginn des 3. Jahrtausends vor Christus. Bodenfunde aus der Bronzezeit und dann der Eisenzeit dokumentieren die weitere Frühgeschichte Burgs. Forschungsergebnisse von 2010 verorten die Siedlung Mersovium, die Ptolemäus um das Jahr 150 n. Chr. in seinem Atlas Geographia verzeichnet hatte, im Raum Burg.[2]

Nach Abwanderung der germanischen Bevölkerung in der Zeit der Völkerwanderung ließen sich in der Nähe des Ihleübergangs Slawen nieder. Die ottonischen Könige begannen im 10. Jahrhundert ihre Eroberungspolitik. Im Jahre 928 eroberte Heinrich I. Brandenburg. Sein Sohn Otto gründete 948 das Bistum Brandenburg. In der Stiftungsurkunde wird die Stadt Burg erstmals urkundlich erwähnt. Um ihren Einfluss zu sichern, zogen vor allem Albrecht der Bär und Erzbischof Wichmann flämische Siedler in das Burger Land. Sie gründeten in Burg die Unterstadt, erbauten die Nicolaikirche und führten die Tuchmacherei ein. Die flämischen Einwanderer brachten aus ihrer Heimat fortschrittliche Wirtschaftsformen und wichtige Handelsbeziehungen mit. Durch Deichbauten an der Elbe und Entwässerungen der weitläufigen Niederungen vergrößerten sie die landwirtschaftlichen Nutzflächen rings um die Stadt. Ihre Viehzucht, das Bierbrauen und die Herstellung von Wolltuchen wurden eine Grundlage zur florierenden Entwicklung der Stadt Burg. Dies zeigt sich dadurch, dass schon 1224 eine Tuchniederlage in Magdeburg vorhanden war und diese durch den damaligen Erzbischof Albert feierlich bestätigt wurde.[3]

Pfarrkirche St. Nikolai (Unterkirche)

Beiderseits des Ihleufers entwickelte sich eine Ober- und Unterstadt unter getrennter Verwaltung. Im frühen 13. Jahrhundert erhielten beide Siedlungen eine gemeinsame Befestigung (neue Wehrmauern mit Türmen). Zu dieser Zeit gehörte Burg bereits zu den wirtschaftlich bedeutendsten und wehrhaftesten Städten der Region und war im 15. Jahrhundert nach Magdeburg und Halle die drittgrößte Stadt im Erzstift Magdeburg.

Der Dreißigjährige Krieg brachte viel Leid über die in Burg ansässige Bevölkerung. Zahlreiche Einquartierungen und Durchzüge, die wiederholt zu Feuersbrünsten führten, ein Artilleriebeschuss und eine Generalplünderung 1644 brachte die Stadt an den Rand des Verderbens, vor dem sie auch der Schutzbrief des Generals Pappenheim nicht bewahrte. Der General zog Ende Januar 1631 durch Burg, um zu helfen, Magdeburg zu erobern. Im Prager Frieden 1635 wurde Burg Kursachsen zugesprochen, jedoch 1687 von Herzog Johann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels an Brandenburg-Preußen verkauft. Die Stadt und das Amt Burg gingen an das sie umgebende Herzogtum Magdeburg. Burg lag im Jerichower Kreis und unterstand fortan als sogenannte Immediatstadt direkt der Regierung des Herzogtums. Die durch Brandenburg-Preußen geförderte Einwanderung von Pfälzern, Wallonen und Hugenotten, das heißt von reformierten Glaubensflüchtlingen, die hier Zuflucht fanden, unterstützten diese Aufwärtsentwicklung. Die Hugenotten brachten beispielsweise neue, innovative Handwerksformen in diese Region.

Karte von Burg aus dem Jahr 1849

1817 wurde der Landkreis Jerichow I gebildet, dessen Sitz Burg wurde. 1924 bildete Burg einen Stadtkreis, behielt aber den Verwaltungssitz für den Landkreis, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Kreis Burg umbenannt und in den Burg 1950 wieder eingegliedert wurde. 1994 kam die Stadt dann zum Landkreis Jerichower Land.

Mit dem Ausbau des Verkehrswesens – 1820 wurde eine Landstraße von Burg nach Magdeburg gebaut – und der beginnenden Industrialisierung ging es mit der Stadt wirtschaftlich immer weiter voran. 1836 arbeiteten die ersten Dampfmaschinen in Burg. Am 7. August 1846 konnte die Einweihung des Burger Bahnhofs an der neuen Bahnstrecke Berlin–Magdeburg gefeiert werden. Schließlich schuf der Bau des Ihle-Kanals 1871 weitere Voraussetzungen für eine umfassende industrielle Entwicklung. Im Jahr 1883 erfolgte die Gründung der Schuhfabrik „Tack u. Cie“. Das Unternehmen Conrad Tack u. Cie war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die größte Schuhfabrikation in Europa mit täglich bis zu 4000 Paar produzierten Schuhen.[4] Von 1898 bis 1899 wurde der Burger Schlachthof erbaut. In ihm wurden zum Beispiel 1917 1500 Rinder, 1200 Kälber, 10000 Schweine, 700 Schafe sowie 150 Pferde geschlachtet.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Burg relativ wenig zerstört. Eine Gruppe aus Kommunisten, Sozialdemokraten und bürgerlichen Demokraten erreichte zudem die kampflose Übergabe der Stadt an die sowjetische Armee und verhinderte so die Zerstörung der Stadt in den letzten Kriegstagen. Zu dieser Gruppe gehörten die Kommunisten und früheren Mitglieder des Stadtparlaments für die KPD August Heisinger, von Beruf Dreher und Willi Steiger, Zuschneider von Beruf. Neben dem Gärtnermeister Georg Schindler, ebenfalls KPD-Mitglied, gehörten der Gruppe auch der Sozialdemokrat und Tischlermeister Willi Stollberg, vor der Nazi-Zeit ebenfalls Stadtparlamentsmitglied für seine Partei, und der Sozialdemokrat und Oberschulrat Dr. Hubert Tschersig an. Daneben beteiligten sich der bekannte Goldleistenfabrikant Georg Lorenz, W. Kunze, der Burger Verleger Theodor Hopfer, der Schmierfettfabrikant Siegfried Stöckel, welcher für eine Bürgerliche Liste ebenfalls früher Mitglied des Stadtparlaments gewesen war, und der Tuchhändler Ullrich Deutsch, in dessen Räumen das entscheidende Treffen am 2. Mai 1945, drei Tage vor der Übergabe, stattfand.[5]

1953 wurde östlich von Burg bei Brehm eine Rundfunk-Sendeanlage errichtet, welche in der Folgezeit zu einer der größten in Deutschland ausgebaut wurde.

Enthüllung des Stalin-Denkmals, 1954

Auf dem heutigen Rolandplatz wurde 1954 feierlich ein Stalin-Denkmal enthüllt. Es war eines der letzten noch nach Stalins Tod errichteten Denkmale in der DDR und wurde bereits nach wenigen Jahren wieder entfernt.

Von 1949 bis 1990 befand sich in Burg der größte Jugendwerkhof der DDR.[6]

Im Jahr 1991 wurde der größte Gewerbepark des Landkreises eröffnet. Vom 17. bis 19. September 1999 fand das erste Burger Rolandfest mit Enthüllung der neuen Rolandfigur statt. Burg war vom 27. bis 29. Juni 2003 Gastgeber des 7. Sachsen-Anhalt-Tages.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Einige bedeutende Menschen weilten in der Stadt Burg. Theodor Fontane war in Burg als Apothekenhelfer tätig und der Militärtheoretiker Carl von Clausewitz, dessen Lehren vom Krieg in fast allen Militärhochschulen weltweit gelehrt werden, wurde hier geboren. Die auch international beachtete Grabstätte Carl von Clausewitz’ ist auf dem Burger Ostfriedhof zu finden. Eine Erinnerungsstätte befindet sich in seinem Elternhaus in der Schulstraße 12. Den Namen der 1933 in Burg geborenen Schriftstellerin Brigitte Reimann tragen die Stadtbibliothek in der Berliner Straße 38, sowie eine Grundschule im Stadtteil Burg-Süd. Auch der bekannte Organist und Komponist Joachim a Burck ist 1546 in Burg geboren. Die Kreismusikschule des Landkreises und eine Straße tragen seinen Namen. Zahlreiche Kirchen, Mauerreste und Tortürme sind Zeuge der großen Vergangenheit dieser Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihleburg wurde am 25. Mai 2002 eingemeindet.[7] Es folgten am 1. Dezember 2002 Detershagen, Niegripp, Parchau und Schartau.[7] Am 1. Juli 2009 wurde Reesen eingemeindet.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Burgs 1816–2018
Bevölkerungspyramide für Burg (bei Magdeburg) (Datenquelle: Zensus 2011[9])
Datum Einwohner
1816 [10] 9.025
1858 [10] 14.095
1880 15.877
1910 24.074
16. Juni 1925 [11] 24.320
16. Juni 1933 [12] 25.064
17. Mai 1939 [13] 27.082
29. Oktober 1946 [14] 27.088
31. August 1950 30.314
1964 29.843
1. Januar 1971 [15] 29.990
1973 [16] 29.647
31. Dezember 1981 [17] 28.229
1988 28.056
3. Oktober 1990 29.419
Datum Einwohner
31. Dezember 1995 28.975
31. Dezember 2000 26.519
31. Dezember 2005 24.747
31. Dezember 2006 24.364
31. Dezember 2007 24.107
31. Dezember 2008 24.283
31. Dezember 2009 24.362
31. Dezember 2010 24.163
9. Mai 2011 [18] 23.153
31. Dezember 2012 23.776
31. Dezember 2013 22.828
31. Dezember 2014 [19] 22.680
31. Dezember 2015 [20] 22.970
31. Dezember 2016 22.834
31. Dezember 2017 22.583
31. Dezember 2018 22.478

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 mit einer Wahlbeteiligung von 47,5 % verteilten sich die 36 Sitze des Stadtrats von Burg wie folgt:

Historisches Rathaus mit Oberkirche im Hintergrund
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze +/− Sitzverteilung im Stadtrat ab 2019
CDU 31,1 % 11 − 4
6
6
2
1
1
2
11
6
1
11 
Insgesamt 36 Sitze
SPD 16,8 % 6 − 2
Die Linke 16,7 % 6 ± 0
AfD 16,2 % 6 + 6
Bündnis 90/Die Grünen 4,9 % 2 + 1
FDP 4,9 % 2 + 1
FWG Endert 4,4 % 1 − 2
Burger Freie Wähler 2,8 % 1 ± 0
EM* 2,1 % 1 ± 0

* Einzelmandatsträger

Es haben sich drei Fraktionen gebildet:

  • SPD/LINKE/Grüne/BFW/EM (16 Mitglieder)
  • CDU/FDP (13 Mitglieder)
  • AfD/FWG Endert (7 Mitglieder)

Stadtratsvorsitzender ist Markus Kurze (CDU). Erster stellvertretender Vorsitzender ist Karl-Heinz Summa (SPD). Barbara Bester (Die Linke) ist die zweite stellvertretende Vorsitzende.

Durch den Stadtrat sind fünf ständige Ausschüsse gebildet worden. Zu den beschließenden Ausschüssen gehören der Hauptausschuss, der Wirtschafts- und Vergabeausschuss, der Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss, der Bau- und Ordnungsausschuss sowie der Kultur-, Tourismus- und Sozialausschuss. Dazu kommt der beratende Umweltausschuss. Vorsitzender des Hauptausschusses ist der Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Hauptwahl am 17. Januar und der nötigen Stichwahl am 31. Januar 2010 wurde Jörg Rehbaum (SPD), laut amtlichen Endergebnis, mit 54,71 % gewählt.[21] Die Amtseinführung und Ernennung für sieben Jahre erfolgte in der Stadtratssitzung am 18. Februar 2010. Jörg Rehbaum war bis dahin Stadtplaner in der Stadtverwaltung Magdeburg und ehrenamtlicher Ortsbürgermeister der Burger Ortschaft Niegripp, wo er 84,4 % der Stimmen erhielt. Am 6. November 2016 wurde Jörg Rehbaum mit 82,0 % der Stimmen wiedergewählt.[22]

Chronologie der (Ober-)Bürgermeister[23]
  • (1809–1821) Heiligbrot
  • (1821–1833) von Hartwig
  • (1833–1844) Dieck
  • (1844–1881) Wilhelm Nethe
  • (1881–1893) Eugen Meltzbach
  • (1893–1899) Ferdinand Kruspi
  • (1899–1906) Wilhelm Kuhr
  • (1906–1929) Richard Schmelz
  • (1930–1933) Wilhelm Liebert
  • (1933–1945) Kurt Lebenstedt
  • (Mai 1945-August 1945) Siegfried Stöckel
  • (1945–1947) August Heisinger
  • (1947–1949) Kurt Joergler
  • (1949–1952) Edmund Gottschling
  • (1952–1953) Pudlowski
  • (1953–1955) Elisabeth Dombrowski
  • (1956–1957) Bernhard Haase
  • (1957–1958) Karl Wollenberg
  • (1959–1960) stellv. Gertrud Großmann
  • (1960–1968) Fredi Just
  • (1968–1978) Günter Skibbe
  • (1978–1990) Peter Wittmann
  • (1990–1991) Gerhard Ritz (CDU)
  • (1991–1998) Daniel Kohnert (SPD)
  • (1998–2009) Bernhard Sterz (SPD)
  • (seit 2010) Jörg Rehbaum (SPD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine goldene Burg mit Zinnenmauer und zwei gezinnten Rundtürmen mit schwarzen Rundbogenfenstern (1:2), mit roten Torflügeln und emporgezogenem schwarzen Fallgatter; auf der Mauer zwischen den Türmen thronend eine goldene Muttergottes, den Jesusknaben im rechten Arm haltend.“

Das Wappen ist an das Magdeburger Wappen: Maria auf der Stadtmauer mit Siegeskranz als Maria auf der Stadtmauer mit dem Kinde angelehnt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit Gummersbach bestehen Partnerschaften mit Afandou und La Roche-sur-Yon.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Unser Lieben Frauen (Oberkirche)
Nicolaikirche (Unterkirche)
Bismarckturm Burg
Berliner Torturm
Der „Burger Trommler“

Durch die frühe Entstehung und die strategisch günstige Lage wurde die Stadt Burg früh mit Befestigungsanlagen ausgestattet. Einige dieser Anlagen sind erhalten, und insbesondere die Türme prägen das Stadtbild bis heute.

Durch Burg führt die Ferienstraße „Straße der Romanik“ mit den Stationen Ober- und Unterkirche (siehe Bauwerke) sowie die Straße der Rolande.[27]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen/Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Burg gibt es zwei Parkanlagen, den Flickschupark und den Goethepark.

Unter dem Motto „…von Gärten umarmt“ fand vom 21. April bis zum 7. Oktober 2018 die 4. Landesgartenschau in Sachsen-Anhalt in Burg statt. Im Mittelpunkt der Gartenschau standen die vier Kernbereiche Goethepark, Weinberg, Ihlegärten und Flickschupark.

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg ist Sitz des Amtsgerichts Burg und der Justizvollzugsanstalt Burg.[33]

Traditionsunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1931 existieren in Burg die Knäcke-Werke, welche die ersten ihrer Art in Deutschland waren. Diese wurden von ihrem Gründer, dem Ernährungswissenschaftler Wilhelm Kraft von Berlin-Lichterfelde (dort 1927 gegründet) nach Burg verlegt. Seit 2001 ist die Burger Knäcke GmbH & Co. KG ein Unternehmen der Brandt-Gruppe. Die Burger Knäcke-Werke produzieren größtenteils Knäckebrot und Zwieback. Zurzeit sind dort etwa 150 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Walzwerk Burg ist seit Jahren auf die Fertigung von Edelstahlprodukten spezialisiert. 1908 gegründet als „Berlin-Burger Eisenwerke“ (BBE), seit 1937 „Blechwalzwerk“ und seit 1954 „Blechwalzwerk für Edel- und Werkzeugstähle“. 1990 wurde die „Walzwerk Burg GmbH“ gegründet. Es gehörte von 1997 bis 2012 zur Unternehmensgruppe der Georgsmarienhütte Holding GmbH. Seit 1. Januar 2009 firmiert es unter der Bezeichnung Edelstahl Service Center Burg GmbH. Zum 1. Januar 2013 wurde das Unternehmen an Privatinvestoren verkauft.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burger Bahnhof

Der Bahnhof Burg liegt an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg und wird durch die Regional-Express-Linie MagdeburgBrandenburg an der HavelPotsdamBerlinFrankfurt (Oder) und durch die Regionalbahn-Linie (Genthin –) Burg – Magdeburg – HelmstedtBraunschweig bedient. Burg ist außerdem Halt des wöchentlich verkehrenden Harz-Berlin-Express auf der Strecke Berlin – Magdeburg – HalberstadtIlsenburg. Wichtige Verkehrsachsen sind die Bundesstraßen 1, 246a und die Bundesautobahn 2 sowie der Elbe-Havel-Kanal. Am südlichen Stadtrand ist ein Sonderlandeplatz für Flugzeuge vorhanden.

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 18. Jahrhundert ist Burg außerdem Garnisonsstadt. Es gab insgesamt drei Kasernengelände. Militärisch genutzt wird nur noch eines, die Clausewitz-Kaserne der Bundeswehr, in der das Logistikbataillon 171 sowie die 8. Kompanie des Feldjägerregiments 1 untergebracht sind.[34] Das Areal In der Alten Kaserne stammt aus der Zeit der preußischen Armee. Diese Kaserne wurde ca. 1902 erbaut und ist heute unter anderem Verwaltungszentrum. Die ehemalige Fürst-Leopold-von-Anhalt-Kaserne von 1936 wurde wie die Clausewitz-Kaserne bei der Aufrüstung der Wehrmacht erbaut. Sie war nach 1945 bis zum Abzug aufgrund des Zwei-plus-Vier-Vertrages Anfang der 1990er Jahre von sowjetischen Truppen belegt. Heute befindet sich dort in einem Teil ein Asylbewerberheim.

Sendeanlage für Lang- und Mittelwelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendeanlage Burg

Im Ortsteil Brehm befindet sich eine große Sendeanlage für Rundfunk im Lang- und Mittelwellenbereich, das Funkamt Brehm. Die markantesten Bauwerke dieser Anlage sind ein 324 m hoher abgespannter Stahlfachwerkmast, der eine Rhombusantenne für Mittelwelle trägt, ein 210 m hoher abgespannter Rohrmast, eine 60 m hohe HP (Horizontal-Polarisiert)-Antenne auf sechs freitragenden Stahlgittermasten, sowie die 55 m hohe Dreieckantenne (K 1) auf drei abgespannten Stahlgittermasten. Ein zweiter 210 m hoher Rohrmast wurde am 22. Juni 2006 gesprengt.

Von hier wurden zu DDR-Zeiten die Programme der propagandistischen Sender Deutscher Freiheitssender 904 und Deutscher Soldatensender 935 ausgestrahlt.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der BurgSpiegel (Eingestellt – die letzte Ausgabe erschien am 17. Februar 2019)
  • Burger Volksstimme
  • SKB – Stadtkanal Burg (Der Sendebetrieb wurde 2009 nach Insolvenz eingestellt)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl von Clausewitz

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conrad Tack (1844–1919), Unternehmer und Mitbegründer der Tackschen Schuhfabrik in Burg
  • Otto Bernhard Wendler (1895–1958), Pädagoge und Schriftsteller, starb hier

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Im Herbste 1840 verließ ich Berlin und ging zunächst nach Burg, einer ansehnlichen Stadt, von der trotzdem »niemand nichts weiß«. Oder doch nicht viel. Die Nähe Magdeburgs hat es von Anfang an in den Schatten gestellt.“

Theodor Fontane: Von Zwanzig bis Dreißig

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. A. Wolter: Mittheilungen aus der Geschichte der Stadt Burg. Verlag von A. Hopfer, Burg 1881.
  • Paul Nüchterlein: Burger Vereinsleben. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-130-1.
  • Dieter Pötschke, Gerhard Lingelbach, Bernd Feicke (Hrsg.): Das Burger Landrecht und sein rechtshistorisches Umfeld. Lukas Verlag, Berlin 2014 (Harz-Forschungen 30).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg (bei Magdeburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch, Dieter Lelgemann: Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios’ „Atlas der Oikumene“. Wissenschaftl. Buchgesell., Darmstadt 2011.
  3. J. A. F. Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg W. Heinrichshosen, Magdeburg 1842.
  4. Archiv der Universität Magdeburg
  5. Dietrich Rönisch: Kampflose Übergabe der Stadt Burg. In: Burger Blatt (2014). Ausgabe 1, S. 18
  6. Der Ort, über den keiner spricht. In: volksstimme.de. Abgerufen am 14. März 2017.
  7. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  8. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  9. Datenbank Zensus 2011, Burg, Stadt, Alter + Geschlecht
  10. a b Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Jahrbuch für die amtliche Statistik des preussischen Staats. 1. Jahrgang, Verlag der königlichen geheimen Ober- Hofbuchdruckerei, Berlin 1868
  11. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Die Gemeinden mit 2000 und mehr Einwohnern im Deutschen Reich nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925. Sonderhefte zu Wirtschaft und Statistik. 6. Jahrgang, Heft 3, Verlag von Reimar Hobbing, Berlin 1926, S. 40
  12. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Die Religionsgliederung im Deutschen Reich, in den Ländern, Verwaltungsbezirken und Gemeinden mit 10 000 und mehr Einwohnern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1933. Sonderbeilage zu Wirtschaft und Statistik. 14. Jahrg. (1934), Nr. 21, Verlag der Reimar Hobbing G. m. b. H., Berlin 1934, S. 7
  13. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Die Bevölkerung nach der Religionszugehörigkeit auf Grund der Volkszählung vom 17. Mai 1939. Sonderbeilage zu Wirtschaft und Statistik. 21. Jahrg. (1941), Nr. 9, Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik Paul Schmidt, Berlin 1941, S. 6
  14. Volkszählungsergebnis; Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrsg.): Bevölkerungsstatistisches Jahrbuch der DDR 1983. erschienen September 1984
  15. Ergebnis der Volkszählung in der DDR 1970; Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrsg.): Bevölkerungsstatistisches Jahrbuch der DDR 1983. erschienen September 1984
  16. Ortslexikon der DDR. Zusammengestellt und bearbeitet von Heinz Adomeit. Staatsverlag der DDR, Berlin 1974, S. 68
  17. Ergebnis der Volkszählung in der DDR 1981; Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrsg.): Bevölkerungsstatistisches Jahrbuch der DDR 1983. erschienen September 1984
  18. Ergebnisse des Zensus 2011; Zensusdatenbank 2011, Einwohnerzahlen der Stadt Burg im regionalen Vergleich
  19. Landesamt für Statistik Stand: 7. Oktober 2015
  20. Bericht des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt hrsg. Oktober 2016
  21. Internetseite der Stadt Burg
  22. Wahlergebnisse – Stadt Burg. In: www.stadt-burg.de. Abgerufen am 7. November 2016.
  23. Manfred Grunewald, Heinz Jericho: Chronik der Bürgermeister. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Burg bei Magdeburg und Umgebung. Stephan Meisel, archiviert vom Original am 3. Januar 2016; abgerufen am 3. Januar 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.burgundumgebung.de
  24. Pressemitteilung Nr. 77/06
  25. StadtBurg: Imagefilm der Stadt Burg (Teil 2 von 2). 25. März 2009, abgerufen am 27. Dezember 2016.
  26. Partnerstädte der Stadt Burg – Stadt Burg. In: www.stadt-burg.de. Abgerufen am 27. Dezember 2016.
  27. Roland der Stadt Burg, abgerufen am 31. Oktober 2017.
  28. Archiv der Universität Magdeburg
  29. Eröffnungsannonce im Burger Tageblatt vom 2. Juni 1911
  30. Burger Volksstimme, 1. August 1996
  31. Archiv der Universität Magdeburg
  32. Burger Volksstimme 25. Oktober 2009
  33. Sicherungsverwahrung in JVA Burg umgebaut
  34. Liste der Bundeswehrstandorte in Deutschland
  35. Archivlink (Memento des Originals vom 16. August 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.burgundumgebung.de, abgerufen am 15. August 2017
  36. Überraschung im Bismarck-Turm, volksstimme.de, 15. Juni 2015, abgerufen am 15. August 2017.