Burg Adelebsen

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Burg Adelebsen
Burg Adelebsen

Burg Adelebsen

Entstehungszeit: 1234
Burgentyp: Höhenburg, Felsenburg
Ständische Stellung: Freiadlige
Ort: Adelebsen
Geographische Lage 51° 34′ 38,6″ N, 9° 44′ 54,6″ OKoordinaten: 51° 34′ 38,6″ N, 9° 44′ 54,6″ O
Burg Adelebsen (Niedersachsen)
Burg Adelebsen

Die ursprüngliche Burg Adelebsen, die später in ein Schloss umgewandelt wurde, ist eine gut erhaltene, mittelalterliche Anlage auf einem Sandsteinfelsen in Adelebsen, etwa 15 km westlich von Göttingen im Landkreis Göttingen. Sie war etwa 800 Jahre Sitz des freiherrlichen Geschlechts derer von Adelebsen, welches 1957 mit dem Tod Georgs Freiherr von Adelebsen im Mannesstamm erlosch. Heute gehört die Burganlage zur Stiftung Burg Adelebsen.

Burg Adelebsen Nordwestansicht

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felsenburg liegt auf einem Ausläufer des Sollings und ist auf einem Bergsporn südöstlich der Ortschaft Adelebsens errichtet worden. Südlich der Burg verläuft das Tal der Schwülme. Früher führte durch dieses Tal ein Heerweg von der Leine zur Weser. Heute verläuft hier die Landstraße 554.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Adelebsen wurde 990 unter der Bezeichnung Ethelleveshusen im Zusammenhang einer Schenkung von Ländereien durch König Otto III. an seine Schwester Sophie erstmals urkundlich erwähnt. Über die Anfänge der Burganlage liegen nur wenige zuverlässige Nachrichten vor. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts siedelten sich die Herren von Wibbecke von ihrem in der Nähe liegenden Stammsitz auf dem das Dorf überragenden Sandsteinfelsen an und errichteten hier in den folgenden Jahren die Burg. 1234 wurde die Familie erstmals unter ihrem neuen Namen de Adelevessen urkundlich erwähnt.[1] Die erste Erwähnung eines festen Hauses auf dem Bergsporn stammt aus dem Jahr 1253, die Burg wurde erstmals 1295 erwähnt.[2]

Merian-Stich von Burg Adelebsen um 1650

Die Burganlage entstand während mehrerer Bauperioden im 14. Jahrhundert. In ihrer Gesamtheit umfasst die Burg den Burgberg, welcher aus Buntsandstein besteht und zum anliegenden Schwülmetal in einem Steilhang von 30 m abfällt, den terrassierten Berggarten sowie den im Tal liegenden Wirtschaftshof. Die Burg gliederte sich im Norden in die Vorburg, mit dem einzig erhaltenen Burgtor, und die zentrale Oberburg auf.

Die Burg wurde 1466 durch den Bischof von Hildesheim in Brand gesetzt und wie der Ort Adelebsen im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt. Die Wiederaufbauarbeiten der Burg setzten um 1650 ein. Durch Bauerweiterungen wandelte sich die Burg 1740 in ein Schloss. Dazu wurde der die Hauptburg von der Vorburg trennende Graben zugeschüttet. Auch entstanden weitere Gebäude, wie 1685 das Forsthaus, 1749 die Rentei und ein 38 m tiefer Burgbrunnen mit Tretrad. Um 1900 erhielt das Schloss ein Mansarddach.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turm der Burg Adelebsen (Nord-Ost-Ansicht)

Der älteste datierbare Bauteil der Burg ist der neun Stockwerke hohe Wohn- und Wehrturm. Die Datierung erfolgte durch den Burgenforscher Joachim Zeune nach einer Untersuchung des Turms.[3] Charakterisierend für das späte 14. Jahrhundert sind unter anderem fehlende Buckelquader, Verwendung von Dachziegelfragmenten in Mauerfugen, Steinmetzzeichen und das gotische Fenster an der Westseite. In der ersten Bauphase von ca. 1370 bis 1380 entstanden die unteren drei Geschosse. In der zweiten Phase von ca. 1420 bis 1440 entstanden die darüber liegenden sieben Geschosse, von denen heute noch 6 erhalten sind. Der Turm ist zur Felsseite 38,75 m hoch und teilweise fünf- und sechseckig. Die Mauerstärke beträgt im unteren Bereich 4,30 m, nimmt aber, mit steigender Höhe, auf bis zu 1,70 m ab.[4] Der Hocheingang liegt 4 m über der Hoffläche, die Räume des zweiten und dritten Geschosses sind mit Kaminen ausgestattet.

Der Turm steht heute leer und beherbergt die größte Kolonie gebäudebrütender Dohlen in Süd-Niedersachsen.[5]

Stiftung Burg Adelebsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Burg Adelebsen ist eine privatrechtliche Stiftung des bürgerlichen Rechts.[6] Sie wurde von Georg Freiherr von Adelebsen, dem letzten seines Namens, 1947 gegründet. Zweck ist die Erhaltung der Burganlage und des darunter liegenden Gutsgeländes. Hierzu werden die Einnahmen aus der zur Stiftung gehörenden Land- und Forstwirtschaft sowie der vermieteten Wohnungen verwendet. Die Stiftung wird durch Simeon Graf Wolff-Metternich, einem Urenkel von Georg Freiherr von Adelebsen, verwaltet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Adelebsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edmund Freiherr von Uslar-Gleichen: Beiträge zur Familiengeschichte. Hannover 1888, S. 362.
  2. Schloss Adelebsen. auf: burgen.de, aufgerufen am 17. Oktober 2014.
  3. Wahnsinnsbauwerk Burgturm Adelebsen. In: Göttinger Tageblatt. 6. Juli 2012, aufgerufen am 16. Oktober 2014.
  4. Eckart Schröder: Mittelalterliche Anlagen in Adelebsen. In: Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland - Stadt und Landkreis Göttingen. Band 17. Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0544-2, S. 163.
  5. Arbeitskreis Göttinger Ornithologen (AGO): Die Dohle (Coloeus monedula) - Vogel des Jahres 2012 - in Süd-Niedersachsen. abgerufen am 30. Oktober 2014.
  6. Stiftungsdaten auf stiftungen.org, aufgerufen am 20. Oktober 2017.