Burg Altdahn

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Burg Altdahn
Die Dahner Burgengruppe

Die Dahner Burgengruppe

Entstehungszeit: Zwischen 1200 und 1236
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Ministeriale
Bauweise: Buckelquader
Ort: Dahn
Geographische Lage 49° 9′ 1″ N, 7° 48′ 9″ O49.1502777777787.8025337Koordinaten: 49° 9′ 1″ N, 7° 48′ 9″ O
Höhe: 337 m ü. NHN
Burg Altdahn (Rheinland-Pfalz)
Burg Altdahn

Die Burg Altdahn ist die Ruine einer Felsenburg im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, knapp 1 km östlich der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Dahn.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Burg auf 337 m ü. NHN gehört zur Dahner Burgengruppe, zu der noch die Burgen Grafendahn und Tanstein zählen. Die drei Burgen wurden zwar nicht gleichzeitig, aber direkt nebeneinander auf einem Bergrücken errichtet. Eine ähnliche Form des Burgenbaus ist z. B. auch in den Vogesen im oberen Elsass bei den drei Burgen von Husseren zu finden.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind u. a. die Burg Neudahn und der Naturfelsen Jungfernsprung.

Geschichte[Bearbeiten]

Löffel mit dem Wappen der Herren von Dahn

Altdahn wurde vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. 1236 verwaltete Friedrich von Dahn die Burg als Lehnsmann des Bischofs von Speyer, der damals Konrad IV. von Dahn hieß und wohl sein Verwandter war. Die weitere Geschichte der Burg ist gekennzeichnet von vielen Kriegen und Zerstörungen, die immer wieder von Aufbauphasen abgelöst wurden.

Erstmals zerstört wurde Altdahn 1363 im Verlaufe einer Fehde der Dahner mit den Fleckensteinern. Im Anschluss daran bemächtigte sich ein Edelknecht der Burg und stellte sie notdürftig wieder her. 1372 wurde sie erneut zerstört und der Edelknecht vertrieben. 1406 erfolgte die Zerstörung der Burg im Vierherrenkrieg, der von 1405 bis 1408 vor allem im 40 km westlich gelegenen Bliesgau ausgetragen wurde. 1426 und 1438 brannte sie jeweils ohne kriegerische Einwirkung ab.

Nach zwei Jahrhunderten relativer Prosperität erlitt Altdahn während des Dreißigjährigen Krieges (1618–48) wiederum Schäden. Gleich zu Beginn des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde die Burg 1689 durch die französischen Truppen unter der Führung von General Mélac endgültig zerstört.

Am 11. Mai 1820 ereignete sich ein Felssturz, bei dem große Teile der verbliebenen Ruine einstürzten.

Felix Mendelssohn Bartholdy besuchte am 5. August 1844 die Burgruine, um von ihr Bilder zu malen. Sie sind im Burgmuseum ausgestellt,[1] ebenso ein mittelalterlicher Silberlöffel mit dem Wappen der Herren von Dahn.

1877 wurden vom Dahner Verschönerungsverein unter der bayerischen Regierung erste Sanierungsarbeiten durchgeführt. 1936, in der Zeit des Nationalsozialismus, wurde die Restaurierung wieder aufgenommen. Nach der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg dauert sie seit dem Jahr 1960 bis in die heutige Zeit an.

2007 wurden an einem 1100 Tonnen schweren Sandsteinblock auf der Burg Risse festgestellt. Sollte dieser zerbrechen, könnte ein Drittel der Burg zerstört werden. Geologen brachten Sensoren an dem Stein an, um die weitere Entwicklung zu beobachten. Mit Widerlagern am Boden könnte der Felsen gesichert werden; diese Maßnahme wäre jedoch sehr teuer und aufwendig.[2] Nachdem die Sensoren keine Veränderungen am Felsen verzeichnet hatten, gab die Fachleute im Juni 2008 Entwarnung. Die elektronischen Sensoren wurden abgebaut und durch sogenannte „Felsspione“ ersetzt, die manuell ablesbar sind; damit soll der Felsen zwei weitere Jahre genau beobachtet werden.[3]

Anlage[Bearbeiten]

Auf den etwa von Ostnordost nach Westsüdwest verlaufenden Felsen der Dahner Burgengruppe nimmt Burg Altdahn die beiden größten, östlich gelegenen ein, die insgesamt eine Länge von etwa 100 m besitzen. Der Zugang befand sich im Nordosten, wo noch die Toranlage und ein kleiner mit Wasser gefüllter Halsgraben erhalten ist. Die Unterburg wird im Norden von einem hufeisenförmigen Geschützturm, im Süden von einem weiteren Turm beherrscht, der eine ähnliche Form aufweist.

Nennenswerte Reste der Oberburg sind auf dem westlich gelegenen Felsen erhalten, darunter die Nordwand des Palas und ein Wartturm, der aufgrund von Erkerresten wohl auch als Abortturm gedient hat. Der südliche Teil des Palas ist bei dem Felssturz von 1820 zerstört worden. Dabei wurden die Reste eines runden, sich nach unten konisch erweiternden Hohlraumes im Felsen freigelegt, der als Zisterne oder Verlies gedeutet wird. An den Resten der Ostseite ist Buckelquader-Mauerwerk erkennbar.

Der isolierte östliche Burgfelsen ist über schmale Gänge erreichbar. Er trug einstmals einen kleinen Turm.

Der Eintritt auf das Gelände ist kostenlos; das darauf befindliche Museum mit Fundstücken erhebt einen Eintrittspreis.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Marco Bollheimer: Felsenburgen im Burgenparadies Wasgau–Nordvogesen. 3. Auflage. Selbstverlag, Karlsruhe 2011, ISBN 978-3-9814506-0-6, S. 64–65.
  • Stefan Grathoff: Die Dahner Burgen. Alt-Dahn – Grafendahn – Tanstein. Führungsheft 21. Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland Pfalz. Schnell und Steiner, Regensburg 2003, ISBN 3-7954-1461-X.
  • Walter Herrmann: Auf rotem Fels. Ein Führer zu den schönsten Burgen der Pfalz und des elsässischen Wasgau. DRW-Verlag Weinbrenner, Braun, Karlsruhe 2004, ISBN 3-7650-8286-4.
  • Elena Rey: Burgenführer Pfalz. Superior, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-936216-15-0.
  • Günter Stein: Burgen und Schlösser in der Pfalz. Ein Handbuch. Weidlich, Frankfurt 1976, ISBN 3-8035-8356-X.
  • Alexander Thon, Peter Pohlit: Grafendahn. In: Jürgen Keddigkeit (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Beiträge zur pfälzischen Geschichte. Bd. 12/2, Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2002, ISBN 3-927754-48-X, S. 213–223.
  • Alexander Thon (Hrsg.): ...wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. Burgen in der Südpfalz. 2. Auflage. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1570-5, S. 18–25.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dahner Burgengruppe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Burgmuseum des Burgenvereins Dahn e. V.
  2. Die Rheinpfalz, 25. April 2007
  3. Die Rheinpfalz, 6. Juni 2007