Burg Berge

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Burg Berge
Standort des ehemaligen Hauptgebäudes

Standort des ehemaligen Hauptgebäudes

Entstehungszeit: um 1060
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burghügel, geringe Mauerreste
Ständische Stellung: Grafen, Herzöge
Bauweise: Bruchstein
Ort: Odenthal-Altenberg
Geographische Lage 51° 3′ 4″ N, 7° 7′ 44″ OKoordinaten: 51° 3′ 4″ N, 7° 7′ 44″ O
Burg Berge (Nordrhein-Westfalen)
Burg Berge
Künstlicher Hügel in der Burganlage
Freigelegte Bruchsteinmauer in der Flanke des künstlichen Hügels
3D-Modell des Burgstalls

Die Burg Berge in Odenthal-Altenberg war der erste befestigte Stammsitz des Adelsgeschlechts der Grafen (später Herzöge) von Berg. Die Überreste der Höhenburganlage befinden sich auf einem steil abfallenden Berghügel am Dhünnufer und sind heute als Bodendenkmal geschützt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Burgplatz lag im Deutzgau im Westen des Rheinisch-Bergischen Kreises im Bereich der Gemeinde Odenthal. Der von älteren Historikern angegebene Keldachgau zur Lage der Burg, trifft nach aktueller Ansicht nicht zu, da dieser Gau nur linksrheinische Gebiete betraf.[1] Die Burg Berge, von der heute noch die Ruine erkennbar ist, wurde vermutlich um das Jahr 1060 errichtet. Sie wurde vom Vater des später zum Grafen ernannte Sohnes Graf Adolf I. von Berg errichtet, die ab 1080 den Beinamen „de Berge“ (latinisiert auch „de monte“) wählten. 1133 zogen die Grafen von Berg auf ihre ab 1118 neu angelegte Burg Neuenberge (später dann Schloss Burg genannt) in Burg an der Wupper.

Graf Adolf II. begann am Ort der zuvor teilweise abgebrochenen Burg in Übereinstimmung mit seinem frommen Bruder Eberhard schon im gleichen Jahr mit dem Bau des „Klosters zum alten Berge“ (in anderen Quellen: „Monasterium Sanctae Mariae de Berge“) für eine Delegation von zwölf Mönchen aus dem Zisterzienserkloster Morimond in Brabant-Burgund. Bis zur geplanten Fertigstellung residierten diese unter Führung des Abtes Berno in den Resten der alten Stammburg.

Kurze Zeit darauf wurde aber der Klosterbau gestoppt und in das Tal verlegt. Der Grund waren die besseren Voraussetzungen am Fluss Dhünn für die Einhaltung der zisterziensischen Bau- und Lebensvorschriften. 1145 wurde das neue Kloster Altenberg, für das Material aus der alten Feste gebrochen wurde, schließlich insoweit fertiggestellt, als in diesem Jahr die erste Klosterkirche geweiht wurde.

1133 ging die Burg Berge an die Zisterzienser. Im Zuge ihrer Umbaumaßnahmen erweiterten sie das Plateau auf die doppelte Fläche durch Aufschüttung am südlichen Hang. Im Jahre 1145 begannen sie mit dem Bau des neuen Klosters im Tal an der Dhünn. Für den Neubau wurden zunächst die Steine der Burganlage verwendet. Zurück blieben die beiden Felshügel, auf welchen jeweils ein Gebäude stand und einige wenige Mauerreste.

Beschreibung der Burg Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Beschreibung in den Jahrbüchern des Vereins von Alterthumsfreunden des Rheinlands überliefert den Zustand der Burganlage 1879:

„In der Pfarrei Odenthal, Kreis Mülheim, findet sich östlich von der früheren Abtei Altenberg, eine unter dem Namen ‚Erbericher alte Burg‘ bekannte altdeutsche Befestigung auf einem bewaldeten Berge unweit des Dünnbachs. Wir sehen hier zuerst einen Graben, teilweise zerstört, mit dahinter liegendem Walle, vom nördlichen Abhange des Berges über seine Fläche bis zum Rande des südlichen gezogen. Hundert Schritte weiter findet sich ein ähnlicher, welcher 96 Schritte lang ist, und 90 Schritte weiter finden wir einen andern von 112 Schritten Länge. Unmittelbar hinter diesem ziehen sich zwei Gräben und zwei Wälle hin.“[2]

Die Beschreibung von Kombüschen und seine Vermutung von Gräbern ist nicht nachvollziehbar. Hier wird die Burg Erberich beschrieben. Sie liegt westlich von Altenberg. Die Alde Borch – Aldborch – Aldenborch – Burg Berge liegt südlich von Altenberg.

Ausgrabungen 1981[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 fand eine archäologische Untersuchung des Geländes statt, die den Nachweis für den Standort der Burg Berge und einen ungefähren Plan der ehemaligen Bebauung erbrachte. Danach läuft die unbefestigte Straße entlang der Burg durch den ehemaligen Burggraben, der so bei der Anlage der Straße zerstört wurde. Das Plateau auf dem Burgberg stellt den ehemaligen Burghof dar, die Erhebung aus natürlich gewachsenem Fels diente vermutlich als Fundament des Haupthauses. Interessant ist die größte Erhebung auf dem Burggelände: ein künstlicher Hügel, wohl nach dem sich die Grafen „von Berge“ nannten und nach dem nun das Bergische Land benannt ist.

Da sowohl die Grafen von Berg als auch die Zisterzienser die Burg geplant räumten, wurden große und kostbare Fundstücke bei der Grabung nicht erwartet und auch nicht gefunden. In ehemaligen Abfallhaufen an den steilen Flanken des Burgberges konnten aber neben vielen Scherben und Küchenabfällen auch einige interessante Stücke gesichert werden. Hierzu gehören unter anderem ein Spielwürfel aus Tierknochen, ein Spielstein aus Bein, ein vergoldeter zweiteiliger Anhänger (möglicherweise von einem Pferdegeschirr) und ein paar Münzen. Aus Italien stammende Fliesen und Blei aus Bleiverglasungen zeugen von einem gewissen Reichtum der Grafen.

Derzeitiger Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oberirdisch erhaltenen Reste der Burg sind gering und nur undeutlich erkennbar. Es handelt sich dabei um alte Bruchsteinmauern mit jedoch noch erkennbaren Mörtelresten. Versuchte Raubgrabungen machten offensichtlich, dass unterirdisch noch die Außenmauern der Burg vorhanden sind und dass der künstliche Hügel als höchste Erhebung auf dem Burggelände einen gemauerten Untergrund besitzt. Das gesamte Gelände ist Naturschutzgebiet und darf in Gruppen nur mit Genehmigung der Kreisverwaltung des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach und in Begleitung eines Führers, der die entsprechende Erlaubnis der Kreisverwaltung hat, begangen werden.

Bodendenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Berge wurde als Bodendenkmal Nr. 4 in die Liste der Bodendenkmäler in Odenthal eingetragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Untermann: Die Grabungen auf der Burg Berge. Rheinland-Verlag, Köln 1984, ISBN 3-7927-0806-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Berge – Sammlung von Bildern

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Groten. In: LVR/Portal Rheinische Geschichte. Die Rheinlande im Hochmittelalter. Abschnitt 1.3 Grafschaftverfassung
  2. Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. auf: archive.org