Burg Betzenstein

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Burg Betzenstein
Burg Betzenstein – Ansicht von Nord- und Südburg

Burg Betzenstein – Ansicht von Nord- und Südburg

Entstehungszeit: um 1187
Burgentyp: Höhenburg, Ortslage
Erhaltungszustand: Wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Betzenstein
Geographische Lage 49° 40′ 55,1″ N, 11° 25′ 1,6″ OKoordinaten: 49° 40′ 55,1″ N, 11° 25′ 1,6″ O
Höhe: 512 m ü. NN
Burg Betzenstein (Bayern)
Burg Betzenstein

Die Burg Betzenstein ist eine hochmittelalterliche Höhenburg auf dem 512 m ü. NN hohen Schlossberg in der Stadt Betzenstein (Burgweg 7–9) im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Burganlage über der Stadt Betzenstein von Osten
Ansicht der höher gelegenen Nordburg von Osten
Südburg und Ringmauer von Osten

Vermutlich wurde die Burg um 1187 erbaut und war Sitz des Ministerialen Friedrich von Betzenstein. Erstmals erwähnt wurde die Burg Betzenstein am 11. August 1311 mit der Belehnung des Konrad von Schlüsselberg durch den Bamberger Bischof Wulfing von Stubenberg, wobei auf die Verdienste der Schlüsselberger für das Hochstift Bamberg ausdrücklich hingewiesen wurde.

Vermutlich durch die Fehde des Bischofs Werntho Schenk von Reicheneck mit Ulrich von Leuchtenberg verlor das Hochstift einen Teil der Burg. Landgraf Ulrich gab am 30. Mai 1327 seinen Teil der Burg der Krone Böhmen zu Lehen. Möglicherweise bestand zu dieser Zeit eine Doppelanlage, wobei der nördliche Felsen mit der bischöflichen, der südliche mit der leuchtenbergischen Burg bebaut gewesen sein könnte. Darauf weist auch ein im 16. Jahrhundert bezeugter, heute wüster Burgteil hin.

Nachdem sich 1347 die Bischöfe von Würzburg und Bamberg sowie die Burggrafen von Nürnberg geeinigt hatten, ging der Besitz an die Burggrafen, die 1359 ihn an die Leuchtenberger Landgrafen veräußerten. Diese waren nun im Besitz der gesamten Burganlage und erhielten von Kaiser Karl IV. das Recht, den Markt Betzenstein zu befestigen.

1402 wurde die Burg von König Ruprecht I. besetzt und am 13. Februar 1418 verkaufte Landgraf Leopold die Burg und die Stadt Betzenstein an den Pfalzgrafen Johann von Neumarkt-Neunburg. Kurz darauf wurde die Burg im Bayerischen Krieg 1420–22 zerstört und 1550 wieder aufgebaut. Am 20. Mai 1553 brannte sie im Zweiten Markgrafenkrieg ab.

Ab 1555 bis ins 18. Jahrhundert wurden Wiederaufbaumaßnahmen und verschiedene Renovierungen vorgenommen. Die Burg wird privat bewohnt und ist nicht zugänglich.

Heute ist die Halbruine als landschaftsprägende Baudenkmäler D-4-72-118-9 „Burg Betzenstein, Nordteil der Anlage, im Kern zweite Hälfte 11. Jahrhundert, eingeschossiger Walmdachbau, 16./17. Jahrhundert, daran anschließender Walmdachbau aus Holz, 1929; Reste der Umfassungsmauern, 16. Jahrhundert“ und D-4-72-118-8 „Burg Betzenstein, Südteil der Doppelburg, im Kern zweite Hälfte 11. Jahrhundert, Haus am Südgipfel, zweigeschossiger Satteldachbau, 17./18. Jahrhundert, anschließender Rundturm mit Zeltdach, um 1630; Zisterne, 16./18. Jahrhundert; Reste der Umfassungsmauern, erste Hälfte 16. Jahrhundert“, sowie als Bodendenkmal D-4-6334-0061 „Befunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit im Bereich der Burgruine Betzenstein“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Teil der Burg soll schon im 18. Jahrhundert abgebrochen worden sein, unter anderem 1709 ein Turm in der nördlichen Oberburg. Ein eingeschossiges Gebäude von 1558 mit einem Walmdach auf T-förmigem Grundriss und einem hohen Sockel und ein zweigeschossiger Rundturm mit Zeltdach auf der Südburg sind erhalten geblieben. Im nordöstlichen Bereich wurde ein zweigeschossiges Gebäude aus dem 17. bis 18. Jahrhundert im 20. Jahrhundert erheblich verändert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kai Kellermann: Herrschaftliche Gärten in der Fränkischen Schweiz - Eine Spurensuche. Verlag Palm & Enke, Erlangen und Jena 2008, ISBN 978-3-7896-0683-0, S. 26–31.
  • Robert Giersch, Andreas Schlunk, Berthold Frhr. von Haller: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft. Altnürnberger Landschaft, Lauf an der Pegnitz 2006, ISBN 3-00-020677-9, S. 37–40.
  • Toni Eckert, Susanne Fischer, Renate Freitag, Rainer Hofmann, Walter Tausendpfund: Die Burgen der Fränkischen Schweiz – Ein Kulturführer. Gürtler Druck, Forchheim o.J. (1997), ISBN 3-9803276-5-5, S. 28–31.
  • Ruth Bach-Damaskinos, Peter Borowitz: Schlösser und Burgen in Oberfranken – Eine vollständige Darstellung aller Schlösser, Herrensitze, Burgen und Ruinen in den oberfränkischen kreisfreien Städten und Landkreisen. Verlag A. Hofmann, Nürnberg 1996, ISBN 3-87191-212-3, S. 129–130.
  • Rainer Hofmann (Bearb.): Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 20: Fränkische Schweiz. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8062-0586-8, S. 139–140.
  • Gustav Voit, Walter Rüfer: Eine Burgenreise durch die Fränkische Schweiz – Auf den Spuren des Zeichners A. F. Thomas Ostertag. 2. Auflage. Verlag Palm & Enke, Erlangen 1991, ISBN 3-7896-0064-4, S. 33–36.
  • Hellmut Kunstmann: Die Burgen der östlichen Fränkischen Schweiz. Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1965, DNB 452649552, S. 434–459.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Betzenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lage der Ruine im Bayern Atlas
  2. Denkmalliste für Betzenstein beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF; 138 kB)