Burg Desenberg

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Burg Desenberg
Sicht auf den Desenberg mit Ruine der Burg Desenberg

Sicht auf den Desenberg mit Ruine der Burg Desenberg

Entstehungszeit: 1000 bis 1100
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Bergfried, Mauerreste
Ständische Stellung: Grafen, Klerikale
Ort: Warburg-Daseburg
Geographische Lage: 51° 30′ 0,7″ N, 9° 11′ 53,5″ OKoordinaten: 51° 30′ 0,7″ N, 9° 11′ 53,5″ O
Höhe: 343,6 m ü. NHN
Burg Desenberg (Nordrhein-Westfalen)
Burg Desenberg

Die Burg Desenberg ist die Ruine einer Höhenburg auf dem Desenberg, der sich in der Warburger Börde unweit von Daseburg, einem Ortsteil der Stadt Warburg, im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter in Deutschland erhebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Desenberg, Stich von G. M. Vischer (1672)

Eine Befestigung soll auf dem 343,6 m ü. NHN[1] hohen Desenberg schon 766 existiert haben.[2]

Heinrich der Löwe ließ dort 1168 seinen Vasallen Widukind von Schwalenberg belagern. Dabei sollen Bergleute aus Goslar einen Stollen gegraben haben, um Widukind die Wasserversorgung zu nehmen. Nach der Reichsacht über Heinrich den Löwen 1180 belagerte der Erzbischof von Köln, Philipp I. von Heinsberg, im Jahr 1181 die Burg und nahm sie ein.

Ab 1256 ist die Burg im Besitz der Ritter Spiegel nachgewiesen. Der Sage nach sollte ein tapferer Sachse einen auf dem Berg lebenden Drachen durch das Spiegelbild in seinem Schild erschrecken und töten können, was dem „Spiegelritter“ gelang. Das Wappen derer von Spiegel, die den Berg und die Burgruine bis heute besitzen, zeigt drei Spiegel.[3]

Während der Hessen-Paderbornischen Fehde (1464–1471) belagerte Landgraf Ludwig II. von Niederhessen die Burg 1464, allerdings ohne Erfolg. Als die Herren Spiegel zum Desenberg im Verlauf der Fehde die Seite wechselten, sah sich Bischof Simon III. von Paderborn gezwungen, die Burg 1470 zu erstürmen und weitgehend zu zerstören. Danach mussten die Spiegel zum Desenberg die Burg endgültig vom Fürstbistum Paderborn zu Lehen nehmen.[3]

Mitte des 16. Jahrhunderts verließen die Spiegel den Desenberg und bezogen Rittersitze in der Nähe, namentlich in Bühne, Rothenburg, Klingenburg, Übelgönne und Dalheim. Die Burg verfiel, auch wenn im letzten Burgfrieden von 1581 den Herren Spiegel zum Desenberg vom Bischof zur Auflage gemacht wurde, die Gebäude auf dem oberen Burgplatz nicht gänzlich dem Ruin zu überlassen, den Turm wieder mit einem Dach zu versehen und einen Pförtner auf der Anlage wohnen zu lassen.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Desenberg
Der Bergfried der Burg Desenberg

Die Höhenburg auf 343,6 m ü. NHN verfügte über eine Vorburg, eine etwa 1050 Quadratmeter große Hauptburg mit rundem, etwa zwölf Meter hohem Bergfried mit einem Durchmesser von 6,7 Metern und einer Mauerstärke von 1,3 Metern an der höchsten Stelle des Berges, sowie ein mehrgeschossiges Gebäude (Palas?) an der polygonalen Ringmauer. Von der Anlage sind noch der Bergfried und Mauerreste des Gebäudes erhalten. Der Turm kann seit 1991 über eine Metallwendeltreppe bestiegen werden und bietet von seiner Aussichtsplattform einen guten Ausblick über die Warburger Börde.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Decker: Die Geschichte der Burgen im Raum Warburg/Zierenberg (= Die Geschichte unserer Heimat. Band 4, ZDB-ID 24661-x). Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Hofgeismar, Hofgeismar-Zierenberg 1989.
  • Der Desenberg bei Warburg, Kreis Höxter (= Frühe Burgen in Westfalen. Band 16). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2000, ISSN 0939-4745.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Burg Desenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Kurzhistorie der Burg auf burgen-und-schloesser.net, Zugriff am 12. April 2014.
  3. a b Hans-Werner Peine, Cornelia Kneppe: Der Desenberg bei Warburg, Kreis Höxter, Zugriff am 12. April 2014.
  4. Aktionen am Desenberg Informationen des Warburger Heimat- und Verkehrsvereins e.V. (PDF-Datei 518kb)