Burg Erprath

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Burg Erprath
Alternativname(n): Erprather Burg, Kyburg, Kielburg
Burgentyp: Niederungsburg, Motte
Erhaltungszustand: Motte und Turmrest
Ort: Weckhoven
Geographische Lage 51° 9′ 28″ N, 6° 41′ 13,6″ OKoordinaten: 51° 9′ 28″ N, 6° 41′ 13,6″ O

Die Burg Erprath, auch Erprather Burg, Kyburg und Kielburg genannt, ist die Ruine einer Motte in Weckhoven im nordrhein-westfälischen Rhein-Kreis Neuss. Das Burgareal liegt im Mündungswinkel vom Gillbach in die Erft etwa 850 Meter westlich der Weckhovener Kirche St. Paulus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stich der Burg Erprath von den Brüdern Hogenberg, 1585

Die Burg wurde im 13. Jahrhundert[1] erbaut und gehörte der Familie von Erprath. Sie war Mittelpunkt einer eigenständigen Herrschaft, die 1391 als „Erproide“ genannt wurde.[1] Nach dem Aussterben der Herren von Erprath im 14. Jahrhundert kam der Besitz an die Grafen von Virneburg. Am 21. Dezember 1405 verkaufte Ruprecht von Virneburg die Burg mit allen zugehörigen Herrlichkeiten an den Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden.[2] Nachfolgend diente die Anlage als kurkölnische Landesburg.[3]

Im Truchsessischen Krieg wurde die Burg 1586 zerstört. Von ihrer vorherigen Besetzung durch sächsische Truppen kündet ein Stich der Brüder Abraham und Frans Hogenberg aus dem Jahr 1585.[4] Die wenigen noch vorhandenen Reste der Anlage werden heute vom Heimatverein Weckhoven betreut. Sie wurden im Jahr 1984 archäologisch untersucht. Dabei kam heraus, dass der Wohnturm der Burg aus römischem Abbruchmaterial errichtet worden war. Außerdem wurden bei der Ausgrabung zwischen der Kernburg und der Vorburg Reste einer Palisade aus Eichenholz und eine Bohlenbrücke gefunden.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg stand hinter der Erpather Mühle gegenüber dem Kloster Eppinghoven am rechten Ufer der Erft in der Nähe einer zwischen Selikum und Erprath bezeugten Furt durch den Fluss.[2] Ihr Name bedeutete "Rodung an der Erft".[2] Sie war eine zweiteilige Anlage, bestehend aus einer Kernburg mit einem Wohnturm auf einer Motte und einer etwa 20 Meter entfernt südwestlich davon liegenden Vorburg. Diese lag auf einem ein bis zwei Meter hohen, rund 20 × 30 Meter messenden Plateau, das zur Erft und zum Gillbach terrassenförmig abfällt.[2] An seiner Südost-Seite ist noch ein fünf bis sieben Meter[2] breites Stück des ehemaligen Burggrabens erhalten, das heute versumpft ist.

Von der Kernburg ist der heute vier Meter hohe künstliche Burghügel (Motte) erhalten, der an seiner Basis einen Durchmesser von 18 Metern aufweist. An dessen Südseite steht ein 4,8 Meter hohes und etwa 6,5 Meter langes Mauerstück aus Ziegeln und Tuffstein. Es handelt sich dabei um die Reste des 6,9 × 7,7 Meter großen Wohnturms, der ein Meter dicke Mauern besaß.[1][2] Ausgrabungen haben gezeigt, dass der Turm eingemottet wurde, das heißt dass erst seine Mauern errichtet und dann der Burghügel rundherum angeschüttet wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Frankewitz: Landesburgen, Burgen, Schlösser und Feste Häuser bis 1500 im Spiegel der Schriftzeugnisse (= Geschichtlicher Atlas der Rheinlande. Band IV, Nr. 12). Habelt, Bonn 2007, ISBN 978-3-7749-3519-8, S. 44–45.
  • Brigitte Janssen, Walter Janssen: Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kreis Neuss. Kreisverwaltung Neuss, Neuss 1980, ISBN 3-9800327-0-1, S. 111.
  • Karl Emerich Krämer: Von Burg zu Burg am Niederrhein. Band 1. 4. Auflage. Mercator, Duisburg 1982, ISBN 3-87463-057-9, S. 12.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag von Katrin Striewe zu der Burg Erprath in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts
  2. a b c d e f Brigitte Janssen, Walter Janssen: Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kreis Neuss. 1980, S. 111.
  3. Stefan Frankewitz: Landesburgen, Burgen, Schlösser und Feste Häuser bis 1500 im Spiegel der Schriftzeugnisse 2007, S. 44.
  4. Stadt Neuss (Hrsg.): Neuss am Rhein. Die Stadtteile – Stück für Stück: Weckhofen. Neusser Druckerei und Verlag, Neuss 2003, S. 8 (PDF; 812 kb).