Burg Grafendahn

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Burg Grafendahn
Die Dahner Burgengruppe

Die Dahner Burgengruppe

Alternativname(n): Grafendahn
Entstehungszeit: 1287
Burgentyp: Felsenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: Buckelquader
Ort: Dahn
Geographische Lage 49° 9′ 0,6″ N, 7° 48′ 8″ OKoordinaten: 49° 9′ 0,6″ N, 7° 48′ 8″ O
Höhe: 314 m ü. NHN
Burg Grafendahn (Rheinland-Pfalz)
Burg Grafendahn

Die Burg Grafendahn liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, knapp 1 km östlich der Wohnbebauung der rheinland-pfälzischen Stadt Dahn im Landkreis Südwestpfalz.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die auf 314 m Höhe gelegene Felsenburg gehört zur Dahner Burgengruppe, zu der noch die Burgen Altdahn und Tanstein zählen. Die drei Burgen wurden zwar nicht gleichzeitig, aber dicht nebeneinander mit Abständen von 40 bzw. 80 m auf dem Rücken des 323,1 m hohen Schlossbergs errichtet, der sich über etwa 350 m von Südwest nach Nordost erstreckt. Eine ähnliche Form der Burgenanordnung findet sich beispielsweise in den Vogesen bei den drei Burgen von Husseren (Oberelsass).

Ganz im Nordosten des Schlossbergrückens liegt auf 316 m Höhe das Naturdenkmal Löchelfelsen. 2 km westnordwestlich der Burgengruppe erhebt sich das Wahrzeichen Dahns, der etwa 70 m hohe Sandsteinfelsen Jungfernsprung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Grafendahn wurde 1287 durch Konrad von Mursel erbaut, der Lehnsmann der Bischöfe von Speyer und ein Enkel des Friedrich von Dahn (siehe Geschichte von Burg Altdahn) war. Grafendahn war von Beginn an als Ganerbenburg konzipiert. Bereits 1288 gab es neben Konrad Mursel fünf weitere Ganerben, darunter auch die Grafen von Sponheim. Im Jahre 1339 erwarb Graf Johann II. von Sponheim von den verschiedenen Parteien (u. a. Wilhelm von Winstein, Konrad Mursels Schwiegersohn) sämtliche Anteile an der Anlage und wurde so zum alleinigen Eigentümer.[1][2]

Nachdem die Burg noch 1425 stärker befestigt worden war, ging sie 1437, als das Geschlecht der Sponheimer mit dem Tod Johanns V. ausstarb, durch Erbvertrag in den Besitz der Markgrafen von Baden über. Doch die Befestigungen waren nicht stark genug, um einer Belagerung durch Kurfürst Friedrich den Siegreichen zu widerstehen; 1462 nahm er die Burg ein und zerstörte sie. Ein systematischer Neuaufbau erfolgte offenbar nicht. Im Jahr 1480 erhielt Hans von Trotha, der schon Lehnsnehmer der Burg Berwartstein war, vom Kurfürsten auch Grafendahn zum Lehen und machte es 1485 durch Kauf zu seinem Eigentum. Allerdings wurde die Burg bereits um 1500 als „unbewohnbar“ bezeichnet.[1][2]

Bis 1637 war die ruinöse Burg dann im Besitz der Herren von Fleckenstein. 1642 wechselte sie in den Besitz der Schenke von Waldenburg, wo sie rund 150 Jahre lang verblieb. 1793 fiel die Anlage zurück in die ursprüngliche Lehnshoheit des Hochstifts Speyer, das die Burg anschließend nicht mehr neu als Lehen vergab.[1][2]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Grafendahn erhebt sich als kleinste der drei Burgen auf dem mittleren der fünf Burgfelsen. Die Bebauung der Oberburg erscheint heute, weil später moderne Brüstungsmauern errichtet wurden, etwas unklar. Im Westen der Oberburg befinden sich die markanten Reste einer Schildmauer, die gegen Burg Tanstein errichtet wurde. Teile sind noch in originaler Höhe erhalten. Sie wurde aus Buckelquadern erbaut. An die Schildmauer angelehnt befand sich ein kleiner Palas sowie weitere Wohngebäude.

Von der Unterburg, die sich auf zwei schmalen Felsterrassen befand, sind mehrere in den Sandsteinfelsen gehauene Kammern, Viehtränken und ein Brunnenschacht erhalten. In einem wiederaufgebauten Stallgebäude befindet sich seit 1987 das Burgmuseum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Grathoff: Die Dahner Burgen. Alt-Dahn – Grafendahn – Tanstein (= Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland Pfalz. Führungsheft 21). Schnell und Steiner, Regensburg 2003, ISBN 3-7954-1461-X.
  • Peter Pohlit, Alexander Thon: Grafendahn. In: Jürgen Keddigkeit, Alexander Thon, Rolf Übel (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Band 2, F–H (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte). Band 12.2, Kaiserslautern 2002, ISBN 3-927754-48-X, S. 213–223.
  • Elena Rey: Burgenführer Pfalz. Superior, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-936216-15-0.
  • Alexander Thon (Hrsg.): …wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. Burgen in der Südpfalz. 2., verbesserte Aufl. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1570-5, S. 18–25.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dahner Burgengruppe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter Pohlit, Alexander Thon: Grafendahn. 2002, S. 213–223.
  2. a b c Alexander Thon (Hrsg.): …wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. 2005, S. 18–25.