Burg Haag

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Burg Haag

Burg Haag – Ansicht des Schlossturmes

Alternativname(n) Schloss Haag
Staat Deutschland
Ort Haag in Oberbayern
Entstehungszeit 12. Jahrhundert
Burgentyp Niederungsburg, Ortslage
Erhaltungszustand Ruine
Ständische Stellung Edelfreie, Ministeriale
Geographische Lage 48° 10′ N, 12° 11′ OKoordinaten: 48° 9′ 36,2″ N, 12° 10′ 52,4″ O
Burg Haag (Bayern)

Die Burg Haag, auch Schloss Haag, genannt, ist die Ruine einer Wasserburg mit erhaltenem Schlossturm in dem Markt Haag in Oberbayern im Landkreis Mühldorf am Inn in Bayern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich wurde die Burg von den Edelfreien „de Haga“ oder „vom Hage“ (Grafschaft Haag) im 12. Jahrhundert erbaut und ging durch Erbe oder Verkauf an die Edelfreien Gurren von Kirchdorf, die fortan die Gurren von Haag genannt wurden. Die Burg ging dann an das Ministerialengeschlecht der Fraunberger, die bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1566 dort regierten. Die 1509 zur Reichsgrafschaft erhobene Herrschaft wurde in der Folge durch Kaiser Maximilian II. an die Herzöge von Bayern vergeben, welche in der Grafschaft die Reformation rückgängig machten. Während der Napoleonischen Zeit begann um 1804 die stückweise Abtragung der Burg.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1981 bis 2005 diente der Schlossturm als Heimatmuseum, das vom Haager Geschichtsverein betrieben wurde.[1] 2005 musste der Turm wegen Baumängeln geschlossen werden. Im Juli 2016 fand die Wiedereröffnung des Turms statt,[2] jedoch ohne Heimatmuseum.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einst große Burganlage zeigt heute noch die Kernburg mit einer runden Ringmauer, Teile des Zwingers, einen Torturm und den weithin sichtbaren, beeindruckenden 42 Meter hohen Wohnturm, den sogenannten „Schlossturm“. Der untere Turmteil aus der Zeit um 1200 wurde später mehrmals aufgestockt. Der Turm hat eine Seitenlänge von zwölf Metern und drei Meter starke Mauern mit einem Hocheingang in sieben Metern Höhe. Die letzten beiden Stockwerke verfügen über einen Kamin und Ecktürmchen aus dem 15. Jahrhundert. Die große Freitreppe von 1748 und die Löwenbrücke sind erhalten. Der Burggraben diente in der Zeit des Barocks als Tiergarten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Weithmann: Ritter und Burgen in Oberbayern. Streifzüge ins mittelalterliche Land zwischen Alpen, Donau, Lech und Salzach Verlags-Anstalt Bayerland, Dachau 1999, ISBN 3-89251-276-0..
  • Werner Meyer: Burgen in Oberbayern. Ein Handbuch. Weidlich, Würzburg 1986, ISBN 3-8035-1279-4, S. 161–164.
  • Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters. Grundriss-Lexikon. Sonderausgabe. Flechsig, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1, S. 238.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Burg Haag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. agenda21-haag.de: Was wird aus unserem Schlossturm?
  2. wasserburg24.de: Tolle Show zur Wiedereröffnung des Haager Schlossturmes!