Burg Hasištejn

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Burg Hassenstein mit Burggraben und Brücke

Die Burg Hasištejn (deutsch Hassenstein) befindet sich im böhmischen Erzgebirge auf 627 m n.m. Höhe über dem Städtchen Místo (Platz) im Bezirk Komotau (Tschechien) und ist eine der ältesten Burgen des Erzgebirges. Sie war die Wirkungsstätte von Bohuslaus Lobkowicz von Hassenstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Errichtet wurde die Burg zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Wahrscheinlich schon Mitte des 12. Jahrhunderts stand an dieser Stelle eine Veste zum Schutz der Handelsstraße von Zwickau nach Kaaden und des Königreiches Böhmen. Erste schriftliche Nachricht über die einst königliche Burg findet sich in der Majestas Carolina, worin König Johann der Blinde die Erbverhältnisse für den Fall seines Todes regelte. 1348 gelangte die Burg in Besitz der Herren von Schönburg.

Karl IV. verlieh den Schönburgern 1351 die Herrschaft Hassenstein mit den Städten Preßnitz (heute überflutet) und Schlettau. 1417 ließ Wenzel IV. die Burg belagern, da der Burgherr Heinrich von Plauen auf Petschau im Bunde mit dem Raubritter Boresch von Riesenburg und Tista von Pfraumberg stand. Unter der Führung seines gleichnamigen Vetters, des Ordensritters Heinrich von Plauen und des Burgvogtes Liderius Horek, konnte die Burg geraume Zeit erfolgreich verteidigt werden. Erst mit der Unterstützung durch Nikolaus von Lobkowicz gelang die Einnahme und dieser wurde mit der Burg belehnt. Als er 1435 starb, teilten sich seine Söhne Nikolaus II. und Johann Popel das Erbe. 1459 verlieh König Georg von Podiebrad Hassenstein die Bergfreiheit. Im gleichen Jahr erhob Friedrich III. die Brüder von Lobkowicz in den Reichsfreiherrnstand. Die Herrschaft Hassenstein umfasste zahlreiche Ortschaften in Sachsen und Böhmen, wie zum Beispiel Schlettau, Preßnitz oder die Dörfer um Kaaden, jedoch nicht die Stadt, die königlicher Besitz war.

Um 1600 war durch Tausch von Ländereien ein großer Teil der Herrschaft wieder in den Besitz der böhmischen Krone gelangt. 1606 betraf dies auch die Burg, die Kaiser Rudolf II. an Leonhard von Steinbach veräußerte, der jedoch nach der Schlacht am Weißen Berg enteignet und des Landes verwiesen wurde. Nach dem Ende der Hassensteiner Lobkowicz verfiel die Burg immer mehr, da die Stampach das Schloss in Hagensdorf (Ahníkov) bewohnten. Auch das vormalige Amt Hassenstein bestand nicht mehr. 1891 ließ der Besitzer Emanuel Karsch umfangreiche Sicherungs- und Renovierungsarbeiten an der seit 1634 als wüst bezeichneten Burg vornehmen. Auch sein gleichnamiger Sohn setzte die Arbeiten zur Erhaltung der Ruine fort. Die Herrschaft Hagensdorf, die ab 1773 mit Brunnersdorf vereinigt worden war, wurde 1927 im Zuge der tschechischen Bodenreform enteignet. Der Hassenstein sowie das Dominium waren bis 1945 im Privatbesitz der Familie Karsch, denen auch eine Brauerei und eine Konservenfabrik gehörte.

Beschreibung[Bearbeiten]

Blick über die Burg vom Bergfried
  • Am Eingangstor befindet sich rechts eine Gaststätte, in der die Eintrittskarten verkauft werden.
  • Im Hof vor der Burg führt eine Treppe zu einem riesigen Kellergewölbe. Gleich daneben hat am Wochenende ein Kiosk geöffnet.
  • Die Burgkapelle vom Anfang des 14. Jahrhunderts besteht aus dem Längsschiff, das ursprünglich mit einem Rippen-Kreuzgewölbe ausgestattet war, und einem viereckigen Presbyterium. Der Triumphbogen, der beide Räume trennt, besteht aus Sandsteinteilen sowie aus gotischen Formen. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde in die verstärkte Südwand der Kapelle ein Treppenhaus eingebaut. Es ermöglichte den Zugang vom Schiff zur herrschaftlichen Tribüne über dem Eingang und weiter zum neuen Flügel des Palastes, entstanden durch einen Verbindungsbau zwischen Kapelle und altem Palast.
  • Eine Wendeltreppe aus dem Ende des 15. Jahrhunderts führte wahrscheinlich in die Wohnräume über der Kapelle.
  • Im Pflaster des Vorhofes ist eine Sandsteinrinne sichtbar, die als Unterlage keramischer Wasserrohre diente.
  • Vom Bergfried hat man einen Ausblick auf Místo (Platz) und auf die Braunkohle-Kraftwerke im Egertal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Besitzer[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dobroslava Menclová: Die Burgruine Hassenstein. Geschichtliche und kunsthistorische Übersicht der Burg. Vlastivědné Muzeum, Chomutov 1971.
  • Friedrich Bernau: Hassenstein. Ein Beitrag zur Geschichte des Erzgebirgs. Johann Künstner, B. Leipa 1893.

Weblinks[Bearbeiten]

50.44513888888913.257305555556Koordinaten: 50° 26′ 43″ N, 13° 15′ 26″ O