Burg Hohlandsberg

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Burg Hohlandsberg
Château du Haut-Landsbourg

Hohlandsberg – Blick auf Innenhof und Oberschloss

Alternativname(n) Haut-Landsbourg
Staat Frankreich
Ort Wintzenheim
Entstehungszeit 1279
Burgentyp Höhenburg, Gipfellage
Erhaltungszustand teilweise wiederaufgebaut
Bauweise Granit
Geographische Lage 48° 4′ N, 7° 16′ OKoordinaten: 48° 3′ 36″ N, 7° 16′ 9″ O
Höhenlage 650 m
Burg Hohlandsberg (Haut-Rhin)
Skizzen zur Burganlage von Julius Naeher (1824–1911)[1]

Burg Hohlandsberg (Hohlandsburg, französisch: Château du Haut-Landsbourg) ist eine mittelalterliche Burgruine bei Wintzenheim (deutsch Winzenheim) im Elsass (Département Haut-Rhin, Region Grand Est), gut sieben Kilometer westlich von Colmar.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weithin sichtbare Ruine einer Gipfelburg krönt eine weit vorgeschobene 627 Meter hohe Bergkuppe am Ostrand der Vogesen, etwa 2½ Kilometer südöstlich von Wintzenheim. Von ihr aus konnte der Ausgang des Münstertales in die Oberrheinische Tiefebene überwacht werden. Die freie Fernsicht reicht weit über das Rheintal hinaus bis zum Kaiserstuhl, nach Straßburg und Basel sowie auf mehrere benachbarte Burgruinen (u. a. Pflixburg, Drei Exen). Erreichbar ist Hohlandsberg über einen kurzen Fußweg von einem an der Route des cinq châteaux (Fünf-Burgen-Straße) gelegenen Parkplatz. Die Burg ist von Ostern bis Mitte November geöffnet, der Eintritt ist kostenpflichtig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Burgberg befand sich schon in der späten Bronzezeit (1300 bis 750 v. Chr.) eine ausgedehnte Befestigungsanlage. Die Burg wurde 1279 vom Colmarer Schultheißen Siegfried von Gundolsheim begonnen, fiel jedoch schon 1281 an die Habsburger, die sie großzügig ausbauten. Im 14. Jahrhundert war die Burg mehrfach verpfändet, bevor sie 1410 als Lehen an die Grafen von Lupfen kam, die sie weiter ausbauten. Burg und Herrschaft Hohlandsberg fielen 1563 an General Lazarus von Schwendi, Ratgeber der Kaiser Karl V. und Maximilian II., der die Burg modernisieren ließ. 1633 wurde die Burg im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden besetzt, 1637 auf Veranlassung von Ludwig XIV. von französischen Truppen zerstört. Seit 1840 unter Denkmalschutz stehend, wurde Hohlandsberg seit 1985 unter Federführung vom Département Haut-Rhin mit beträchtlichem Geldaufwand teils saniert, teils wiederaufgebaut, und dient seither als Kulisse für kulturelle Veranstaltungen.

Burganlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohlandsberg besteht aus einer kleinen, seit 1987 archäologisch erforschten Oberburg und einer 96 mal 66 Meter großen, annähernd rechteckigen Unterburg, die von einer bis zu 14 Meter hohen und über zwei Meter dicken, begehbaren Ringmauer mit Tourellen und Wehrerkern umgeben ist. An diese Mauer lehnen sich innen mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude an, die im Zuge der Restaurierungsarbeiten nach alten Befunden und Ansichten teilweise rekonstruiert wurden. Der Zugang zur Burg erfolgt auf der Nordseite, die mit einer fünfeckigen Bastion aus der Zeit Schwendis verstärkt ist. Die Burgmauern sind durchweg aus dem anstehenden Granit errichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winzenheim, Kreis Colmar, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Winzenheim (meyersgaz.org).
  • Julius Naeher: Die Burgen in Elsass-Lothringen. Ein Beitrag zur Kenntnis der Militär-Architectur im Mittelalter. Band 2, Noiriel, Straßburg 1886, S. 4 (Google Books).
  • Thomas Biller, Bernhard Metz: Der frühgotische Burgenbau im Elsaß (1250–1300) (= Die Burgen des Elsaß. Architektur und Geschichte. Bd. 3). Deutscher Kunstverlag, München 1995, ISBN 3-422-06132-0, S. 155–162.
  • Jacky Koch: Landisperch castrum sculteti columbarium. Le noyau originel du château du Hohlandsbourg (1279–1281). In: Châteaux forts d'Alsace. Bd. 16, 2017, ISSN 1281-8526, S. 3–20.
  • Nicolas Mengus, Jean-Michel Rudrauf: Châteaux forts et fortifications médiévales d′Alsace. Dictionnaire d′histoire et d′architecture. La Nuée Bleue, Straßburg 2013, ISBN 978-2-7165-0828-5, S. 139–141.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Burg Hohlandsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julius Naeher: Die Burgen in Elsass-Lothringen. Ein Beitrag zur Kenntnis der Militär-Architectur im Mittelalter. Band 2, Noiriel, Straßburg 1886, S. 4 (Google Books).