Burg Hundheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Burg Hundheim
Alternativname(n): Burgstall Hundheim
Entstehungszeit: um 1050 bis 1100
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgstall
Ort: Neckarhausen
Geographische Lage 49° 25′ 4,3″ N, 8° 52′ 24,1″ OKoordinaten: 49° 25′ 4,3″ N, 8° 52′ 24,1″ O
Höhe: 289,4 m ü. NN
Burg Hundheim (Hessen)
Burg Hundheim

Burg Hundheim ist die neuzeitliche Bezeichnung des Burgstalls einer abgegangenen Höhenburg unbekannten Namens bei Neckarhausen, einem Stadtteil von Neckarsteinach im Kreis Bergstraße. Sie gilt als älteste Burg des unteren Neckartals.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Burgstall Hundheim befindet sich auf dem Schloßbuckel, einem 289,4 m über NHN gelegenen Bergsporn im Süden des gemeindefreien Gebietes Michelbuch und westlich von Neckarhausen über dem nördlichen Ufer des Neckars, in einem nur dünn besiedelten und sehr waldreichen Gebiet zwischen Neckarsteinach und Hirschhorn. Die rezenten Baureste lassen sich durch ein ungeschultes Auge im Gelände nur schwerlich erkennen, geschweige denn deuten. Er ist nur auf dem Fußweg von Neckarhausen oder Lanzenbach aus zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsgrabungen durch die Abteilung Mittelalterarchäologie der Universität Bamberg unter Aufsicht des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege fanden 2004 auf dem Burgareal statt. Nachgewiesen wurde eine fast vollständig das Areal umschließende Ringmauer, innerhalb derer sich ein achteckiger Wohnturm von 12 m Durchmesser und weitere (südlich davon gelegene) Bauten auf einer Gesamtfläche von knapp 1200 m2 befanden. Die archäologischen und die architektonischen Befunde sprechen für eine Entstehungszeit in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Sie wurde also in einer Zeit errichtet, in der die zielgerichtete Besiedlung des Odenwaldes gerade erst begann. Bereits bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg wieder aufgegeben.

Aufgrund fehlender schriftlicher Quellen und da auch die Ausgrabungen keine weiteren Hinweise lieferten, kann über die Erbauer und Nutzer sowie über die Gründe der kurzen Nutzungsdauer nur spekuliert werden. Die Burg könnte vom Kloster Lorsch erbaut worden sein und bereits 1130 bei einer Fehde zwischen dem Speyerer Bischof Siegfried II. von Wolfsölden und dem Vogt des Klosters Lorsch, Graf Berthold von Lindenfels, zerstört worden sein.[1]

Das heutige Waldgelände ist Privatbesitz der Evangelischen Pflege Schönau.

Der Bereich des Burgstalles ist ein Bodendenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Klefenz: Der Burgstall Hundheim. Sondierungsgrabungen auf einer namenlosen Burg im unteren Neckartal. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes. 53. Jahrgang (2006), Heft 2, ISSN 0029-8360, S. 53–63.
  • Matthias Klefenz: Der Burgstall Hundheim. Sondierungsgrabungen auf einer Burg des 11./12. Jahrhunderts am unteren Neckar. In: Denkmalpflege & Kulturgeschichte, Band 1, 2007, S. 30–34.
  • Bernd Philipp Schröder: Die Burg "Hundheim", Neckarsteinach und die Gemarkung Michelbuch. In: Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Band 15, 1982, S. 175–191.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 564.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicolai Knauer: Die Burgen der Grafen von Lauffen im Neckartal. In: Christhard Schrenk,Peter Wanner (Hrsg.): heilbronnica 5. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 2013, S. 100 (PDF; 2,9 MB [abgerufen am 21. Februar 2014]).