Burg Kronberg

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Burg Kronberg
Die Burg über der Altstadt von Kronberg

Die Burg über der Altstadt von Kronberg

Entstehungszeit: ca. 1170 bis 1505, mit späteren Modifik./Ergänz.
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Freiadlige
Ort: Kronberg im Taunus
Geographische Lage 50° 10′ 51,6″ N, 8° 30′ 23,8″ OKoordinaten: 50° 10′ 51,6″ N, 8° 30′ 23,8″ O
Höhe: 285 m ü. NHN
Burg Kronberg (Hessen)
Burg Kronberg

Die Burg Kronberg ist eine Burganlage in Kronberg im Taunus, einer Stadt im Hochtaunuskreis (Hessen). Sie besteht aus einer Oberburg aus der Stauferzeit des Hochmittelalters sowie einer spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Mittelburg, die eher Schlosscharakter hat und bis zum Bau des nahe gelegenen Schlosses Friedrichshof (1894) von den Kronbergern „das Schloss“ genannt wurde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage wurde auf einem ca. 285 m ü. NN liegenden Sporn des Altkönigs am Südhang des Taunus errichtet und wurde Namensgeber sowohl für das ehemalige Rittergeschlecht, als auch für die unterhalb der Burg entstandene Stadt Kronberg. Die Fernsicht nach Süden reicht über das Rhein-Main-Gebiet vom Spessart über Frankfurt am Main, den Odenwald, die Oberrheinische Tiefebene bis zum Donnersberg in der Pfalz. Nach Norden erblickt man die Burgruine Falkenstein, den Altkönig und Schloss Friedrichshof.

Touristisch ist sie in den 3-Burgen-Weg KönigsteinFalkenstein–Kronberg des Taunusklubs e.V. eingebunden.[1]

Überblick zur Familien- und zur Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der heutigen Oberburg geht auf die Spätzeit Kaiser Konrads III. oder die Frühzeit Friedrichs I. (Kaiser Barbarossa) in der Mitte oder zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück. Damals errichteten Ministeriale von Eschborn im Auftrag des Kaisers auf Krongut die Anlage, vielleicht in einer ersten Phase noch in Holzbauweise. Als relativ gesichert gilt, dass bald nach 1170 die drei Türme der Oberburg errichtet wurden, danach erst die verbindenden Mauern zwischen den Türmen. Vermutlich war das Gelände vor Errichtung der Mauern nur mit Palisaden geschlossen.

Als Anlass für den Bau werden verschiedene Vermutungen geäußert: 1) Die Anlage mag als Teil eines Burgen-Schutzkreises um das Krongut Wetterau (zusammen mit Burg Münzenberg und der Ronneburg) errichtet worden sein. 2) Sie mag als Schutz der Reichsstadt Frankfurt mit der damaligen Königspfalz gebaut worden sein. 3) Sie mag als zusätzlicher Schutz (neben der Burg Königstein) für die Handelsstraße Frankfurt–Köln errichtet worden sein.

Die erste schriftliche Nennung derer von Kronberg (ehemals Cronberg, Cronbergk oder auch Cronenberg geschrieben), wie sich die Dienstmannen aus Eschborn wohl ab etwa Anfang des 13. Jahrhunderts nannten, stammt von 1230. Die Burganlage war zu Lehen gegeben worden und verblieb der Familie, solange männliche Erben zu verzeichnen waren. Durch den gemeinsamen Besitz über verschiedene Familien und Einzelpersonen repräsentierte die Anlage eine Ganerbenburg. Sie umfasste früh auch weitere Burgteile: So bewohnten die im 14. Jahrhundert abzweigenden Familienlinien des Ohrenstamms (ausgestorben 1461) und des Flügelstamms (ausgestorben 1617) Häuser der „Unterburg“ direkt neben Burgtor und Burgkapelle, während der bis 1704 überlebende Kronenstamm die Mittelburg bewohnte. Die Häuser der Unterburg wurden wohl in den Jahrzehnten nach dem Aussterben des Flügelstammes (1617) abgerissen und sind heute nur in Resten und im Kellerbereich erkennbar. Das heutige Burgtor entstand anstelle eines früheren Tores erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und erhielt damals im Obergeschoss auch die Wohnung für den Pförtner. Die eichernen Torflügel stammen allerdings aus der Zeit um 1900. Die an das Burgtor anschließende Burgkapelle wurde 1342 geweiht. Sie wurde 1943 durch Bombenabwurf zerstört und danach nur vereinfacht wieder aufgebaut. Da sie seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und auch heute noch dem Haus Hessen als Familien-Begräbnisstätte dient, ist sie nicht öffentlich zugänglich. Auf dem weiten Areal des Burggeländes wurden wohl schon zur Gründungszeit auch Holzhäuser für Bedienstete und Handwerker angelegt, deren Reste aber nicht mehr nachweisbar sind. Unterirdisch zur Stadt hin wurden (heute zugeschüttete) Verbindungsgänge angelegt. Wohl ab dem 15. Jahrhundert siedelten sich manche der herrschaftlichen Familien auf Gütern innerhalb der Stadt Kronberg an, so auf der Westerburg und auf dem Hellhof, die beide noch partiell im Stadtbild erkennbar sind.

Die Herren von Kronberg und ihre Familien entwickelten schon früh verwandtschaftliche und berufliche Verflechtungen mit anderen Herrschaftsfamilien und -einrichtungen. Ein wichtiger Grund dafür dürfte gewesen sein, dass das Reichslehen Kronberg, einer der kleinsten Bestandteile des Heiligen Römischen Reiches, nicht ausreichte, um die Familien derer von Kronberg zu ernähren. Daher verdingten sie sich vielfach bei benachbarten Territorialherren, so in der Kurpfalz und im Erzbistum Mainz. Ihr Lebensmittelpunkt war somit vielfach nicht mehr die Burg Kronberg selber, doch diente diese weiter als Identifikationspunkt für das Geschlecht.

Die heute noch sichtbaren Bauwerke der Burganlage entstanden überwiegend in der Zeit von 1170 bis 1505, allerdings mit Ergänzungen im Rahmen dreier größerer Umbau- und Restaurierungsphasen

  1. Anfang des 17. Jahrhunderts mit einem Umbau der Mittelburg und deren Giebel; Abriss der Unterburg;
  2. um 1875 bis 1912 durch den Taunusclub mit verbesserter Zugänglichkeit zur Oberburg sowie durch Kaiserin Friedrich und danach ihren Schwiegersohn (Friedrich Karl von Hessen) mit vielfältiger Sanierung und Ergänzungen der Mittelburganlage;
  3. nach 2000, als die gesamte Anlage einer erneuten Sanierung, Restaurierung und Anpassung an Besucherströme und neue Nutzungen unterworfen wurde. Die Sanierungen sind teilweise noch im Gange.

Die Oberburg aus der Stauferzeit (12./13. Jahrhundert)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute prominent aufragenden drei turmartigen Bauten der Oberburg wurden wohl in der Zeit um 1170 bis 1200 erbaut. Der heutige Zugang von außen erfolgt über eine Steintreppe, die von der Ebene der Mittelburg aus hochführt und eine Konstruktion des Taunusclubs vom Ende des 19. Jahrhunderts ist. Am Eingangsbogen des Torturms erkennt man einen für die romanische Bauphase charakteristischen Zweifarbenwechsel des verwendeten Baumaterials in Form von weißem Kalkstein und schwarzem Lungstein (einer Basaltform). Der Torturm wird wegen der Kapelle (einer Torkapelle) im Obergeschoss auch Kapellenturm genannt. Der im darüber liegenden Geschoss liegende Kapellenraum enthält Sakramentsnischen und einen Chor, der vom Burghof aus als angebauter Erker erkennbar ist; er ist nicht zugänglich. Die im Tor befindliche zweite und breite Treppe wurde in neuerer Zeit errichtet, um bequem auf das Niveau des durch die Jahrhunderte infolge Schutt und Abfall angehobenen Innenhof-Niveaus zu gelangen.

Einen ungewöhnlichen Umriss hat der Fünfeckturm im hinteren Bereich der Oberburg, vermutlich ein ehemals deutlich höherer Wohnturm mit heute nicht mehr erkennbaren Eingang in größerer Höhe. Er ist wohl gegen 1500 in eine im Inneren viereckige und mit Schutzgewölbe versehene Kasematte umgewandelt worden und erhielt die wehrtechnisch seltenen Schlitzmaulscharten[2]. Der Eingang in den Fünfeckturm ist durch Umbauten um 1900 erstellt worden, hatte an dieser Stelle aber wohl schon längere Zeit einen Behelfseingang erhalten, um als Lager oder Stall für den Türmer zu dienen.

Schließlich ist auch der heute rund 43 m hohe „Freiturm“ als zunächst wohl weniger als halb so hoher Bergfried in der Zeit um 1175 bis 1200 erbaut worden; sein sich bis 13 m Höhe (beim kleinen Mauerwerkrücksprung) erstreckender Basissockel datiert noch von damals und weist auf die ehemalige Höhe hin. Der Turm hat eine Grundfläche von 8,4 mal 8,4 Meter und einen Hocheingang auf der Burginnenseite in 7 Meter Höhe, der ehemals wohl über Leitern zu erklimmen war. Seine heutige Gesamthöhe und Form erhielt er wohl um 1500 zusammen mit einer Innenverstärkung und dem Bau von Bollwerken an der Nord- und Westseite der Burganlage, alles Maßnahmen zum Schutz gegen wirksamer werdende Angriffswaffen. Im oberen Teil des Turmes wohnte und wachte bis 1839 ein Türmer mit Familie. Die Wendeltreppe im Turminnern wurden um 1875 durch den Taunusclub eingebaut[3]. Zuvor waren somit Turm und Türmerwohnung nur massive, sehr steile Treppen ohne Geländer besteigbar.[4]

Neben den drei heute noch sichtbaren Gebäuden sind an Mauerabsätzen der Oberburganlage auch die Orte früherer Anbauten von Wohnhäusern, darunter vermutlich eines Palas direkt beim Freiturm, erkennbar. Ferner findet sich in einer Ecke zur Mittelburg hin ein kleiner Rundbau, der eine ehemalige Zisterne oder aber den Rest eines Turmes darstellt.

Die Mittelburg aus der Gotik und Frühen Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der heutigen Mittelburg wurde Anfang des 14. Jahrhunderts mit dem Westflügel begonnen und erlangte seine ungefähre heutige über Eck gebaute Form kurz nach 1500. Der Westflügel ist der ältere Teil und wurde etwa um 1320 errichtet. Er weist etliche gotische Bauelemente auf. Der Nordflügel wurde zwischen 1500 und 1505 eher im Stil der Renaissance-Zeit, allerdings an der Stelle eines vielleicht auch aus dem 14. Jahrhundert stammenden Vorgängerbaus, errichtet. Das ca. 70 cm tiefer gelegene Fundament dieses Vorgängerbaus kann man noch im Küchenbereich erkennen. Die beiden Gebäudeflügel wurden später vielfach als „Altes Schloss“ und „Neues Schloss“ bezeichnet. Die früher oft verwendeten Bezeichnungen "Kronenstammhaus" und "Flügelstammhaus" hat man fallen gelassen, da sie durch eine heute als falsch erachtete Familienzuordnung entstanden waren.

Das Alte Schloss (Westflügel) war wohl stärker in Einzelräume unterteilt, als er es heute ist. Er erhielt aber durchaus repräsentative Großräume, wenngleich nicht so geräumig wie in der heutigen Rekonstruktion des Innenbereichs. An der Südwand wurde Anfang des 16. Jahrhunderts ein zweigeschossigen Standerker angebaut. Direkt an diesen Schlossteil angebaut wurde wohl sogar schon im 13. Jahrhundert der ehemals noch niedrigere Fahnenturm; er war damals oben flach und mit Zinnen besetzt. Seine zwei zum Hof weisenden Erkerunterbauten wurden im 15. Jahrhundert angesetzt; die hinteren zwei Erkerunterbauten allerdings erst im Rahmen der Restauration um 1900.

Im Neuen Schloss (Nordflügel) wurden seitlich im 17. Jahrhundert die ehemaligen Treppengiebel, wie sie auch noch auf den ältesten Stichen zu sehen sind, durch die jetzigen Rollwerks- oder Schweifgiebel ersetzt. Das Gebäude enthält im Erdgeschoss eine eindrückliche Großküche mit einer Esse und einer alten, bereits 1367 erwähnten Zisterne, die Regenwasser vom Dach und Boden sammelte. Auf der rechten Seite des Neuen Schlosses (= Nordflügel) erkennt man hofseitig den Achteckturm mit einer engen Wendeltreppe neben dem heutigen (von Kaiserin Friedrich so gestalteten) Eingang in den Museumsbereich; die enge Treppe diente ehemals wohl dem Gesinde, das im Erdgeschoss lebte und arbeitete, als Zugang zu den Gemächern der Burgbesitzer. Eine breitere Wendeltreppe findet sich etwas versteckt hinter dem Fahnenturm, wo die beiden Schlossteile aneinander stoßen. Sowohl vom Achteckturm als auch vom sogenannten Wappensaal aus hat man einen Zugang zum erst um 1900 erbauten Wehrgang mit Prinzenturm; der Wehrgang selber ist an dieser Stelle nicht als historisch anzusehen, sondern eine Ergänzung an der Stelle eines älteren Mauerzugs und nach Vorbildern in Nürnberg und Rothenburg ob der Tauber gestaltet, um anschaulich zu zeigen, wie Wehrgänge etwa konstruiert waren.

Nach 1505 erfolgten außer den Giebeländerungen und dem Anbau des Standerkers lange Zeit nur wenige äußere Veränderungen durch die jeweiligen Besitzer, wohl allerdings Veränderungen im Innenbereich (Raumaufteilung und -ausgestaltung). Die Kronberger Herren lebten seit etwa dem 30-jährigen Krieg, als nur noch der Kronenstamm übrig geblieben war, ohnehin überwiegend auf anderen Besitzungen, darunter in Böhmen. 1617 starb der letzte männliche Nachfahre des Flügelstamms im heute noch erhaltenen Hellhof in der Stadt Kronberg, 1704 der letzte männliche und kinderlose Nachfahre des Kronbenstamms auf Burg Hohlenfels im Hintertaunus. Teile der Kronberger Burganlage verfielen nun zunehmend, wurden abgerissen oder zweckentfremdet.

Spätere Nutzungen und Veränderungen (1704–1992)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Aussterben derer von Kronberg im Jahre 1704 kam die Burg zum Kurfürstentum Mainz, zu dem bereits seit Jahrhunderten vielfache Beziehungen bestanden hatten. Der kurmainzische Amtmann nahm für einige Zeit seinen Amtssitz in der Mittelburg. Teile der Gebäude wurden nun als katholische Schule genutzt. Der zur heutigen Burganlage gehörende Eibenhain nördlich des um Ober- und Mittelburg ziehenden Zwingers wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg vom Hause Hessen erworben und war der Park der abgerissenen Villa Keller am Ort des heutigen Burgparkplatzes bei der Königsteiner Straße. Er wurde wohl im 18. Jahrhundert angelegt, könnte aber teilweise auch autochthonen Ursprungs sein. Er ist später verwildert und bildet heute, nach pflegerischen Maßnahmen, einen Ruhe ausstrahlenden Hain mit rund 200 Eiben stark unterschiedlichen Alters sowie mit Sitzbänken. Während der napoleonischen Kriege wurde die Burg von französischen Truppen besetzt, verändert und beschädigt; der Fahnenturm wurde im unteren Teil als Gefängnis, die Kapelle zeitweise als Pferdestall genutzt. Ab 1802/03 kamen Stadt und Burg zu Nassau-Usingen bzw. ab 1806 zum Herzogtum Nassau. 1866 wurden Burg und Stadt von Preußen übernommen.

Alle verbliebenen Burggebäude waren inzwischen stark baufällig, teilweise einsturzgefährdet und weitgehend ohne Fenster und Türen. Die Gesamtanlage wurde jedoch von Preußen als erhaltenswertes Gut taxiert, das in hervorragender Weise verschiedene Baustile seit der Romanik nebeneinander zeigte. Kaiserin Friedrich ließ die Anlage Ende des 19. Jahrhunderts, nachdem sie ihren Witwensitz im heutigen Bad Homburg eingenommen hatte, durch den Architekten und Baurat Louis Jacobi unter Angleichung an den früheren Bauzustand restaurieren und als Museumsanlage konzipieren. Aus Potsdam brachte sie eine große Waffensammlung mit und organisierte durch Zukauf eine reichhaltige Innenausstattung, die an den ungefähren Zustand der frühen Neuzeit erinnern sollte. Hierzu gehörten neben den Waffen viele Möbel, Öfen und andere Gegenstände aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Nach ihrem Tod (1901) wurden die Arbeiten von ihrem Schwiegersohn Friedrich Karl von Hessen fortgesetzt.

Während vieles durchaus auch gemäß heutigen Ansprüchen professionell und in Anlehnung an den vermuteten Zustand des 16. Jahrhunderts restauriert wurde, sind andere Partien relativ frei ergänzt worden, darunter der Einbau verschiedener Öfen und Kamine, von denen fast nichts übrig geblieben war. Der spätgotische Kamin im Terracottasaal stammt aus der Stadtwaage-Gebäude Frankfurts. Frei konzipiert ist auch der 1911 fertig gestellte Anbau mit Wehrgang und Prinzenturm (in Anlehnung an ein Vorbild in Nürnberg). Allerdings zeigen ältere Darstellungen, dass dort durchaus eine Mauer gestanden hat, aber ohne Wehrgang. Das eingefügte Tor stammt aus Frankfurt-Praunheim.[5] Manche Innenausstattungen, etwa rekonstruierte Malereien und Inschriften im Wappensaal des Westflügels, weisen auch Merkmale des Historismus und Jugendstils um 1900 auf. Auch der Kamin des Terracottasaals ist neoromanisch. Am 25. Mai 1912 wurde die restaurierte Burg als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, das Hauptgebäude am 1. Juni 1913.[6] Durch die beiden Weltkriege, Besetzungen und fehlende Aufsicht während der Wirrnisse kamen viele Gegenstände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder abhanden, andere wurden weggebracht oder verkauft.

Stiftung „Burg Kronberg im Taunus“ (seit 1992/1994)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 erwarb die Stadt Kronberg die Burg, allerdings praktisch ohne Inventar, aus dem Besitz der Hessischen Hausstiftung; 1994 wurde in Kronberg die Stiftung „Burg Kronberg im Taunus“ gegründet. Daraufhin wurde 2001–2002 zunächst die Oberburg, danach bis zunächst 2004 die Mittelburg grundsaniert. 2012 bis 2017 erfolgten aufwändige weitere Restaurierungen und Sanierungen des Westflügels, welche insbesondere durch eine private Großspende in Höhe von 2 Millionen Euro ermöglicht wurde.[7] Aus Gründen der Betriebssicherheit und eines erleichterten Zugangs zu den Obergeschossen wurde im hinteren und von vorne nicht einsehbaren Teil eine moderne Treppen- und Liftanlage angebaut. 2016 wurde der Wappensaal im 1. Obergeschoß des Westflügels mit den 1899 durchgeführten Restaurierungen und auch Ergänzungen der Wappen sowie mit bildlichen und inschriftlichen Ergänzungen (wo nicht original erhalten) der Öffentlichkeit übergeben.[8] Einige weitere Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten sind derzeit im Gange, einige Bereiche daher noch nicht zugänglich (z.B. ein Teil der Gartenanlage).

Inzwischen wird die Burganlage für museale Führungen und Besichtigungen sowie auch für kulturelle und private Veranstaltungen genutzt. Besucher können sie nur zu den offiziellen Öffnungszeiten (gegen eine Gebühr, die dem Unterhalt dient) betreten. Die gärtnerische Pflege und die Führungen in der Burganlage werden weitgehend ehrenamtlich durch Mitglieder des Burgvereins Kronberg e.V. geleistet. Diese bedienen auch das im Eingangsbereich zur Burg eingerichtete Stadtmuseum, das bei freiem Eintritt einen anschaulichen Überblick über die Geschichte der Stadt Kronberg bietet.

Aktuelle Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Luther und Europa, Wanderausstellung des Hessischen Staatsarchivs, Marburg.[9] Dieser Ausstellungsteil ist mittlerweile wieder abgezogen.
  • 2017: Kronberg und die Reformation.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Kronberg – Sammlung von Bildern
 Commons: Burgmuseum Kronberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 3-Burgen-Weg Königstein – Falkenstein – Kronberg bei taunusklub.de
  2. G. Strickhausen: Schlitzmaulscharten auf der Oberburg Kronberg im Taunus. In: Festungsjournal. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung e.V., Heft 21 (Dez. 2003), S. 52-56
  3. Ludwig Friedrich Christian Karl Freiherr von Ompteda: Die von Kronberg und ihr Herrensitz : eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898. Frankfurt a.M. : Keller, 1899. Digitalisat
  4. G. Strickhausen & N. Strickhausen-Boden: Burg Kronberg, DRV-Kunstführer 671, München 2011, ISBN 978-3-422-02324-6.
  5. Alfred Hansmann: 1200 Jahre Praunheim. Eine Reise in Praunheims Vergangenheit. Frankfurt-Praunheim 2004: Vereinsring Praunheim. ISBN 3-00-013189-2, Seite 61
  6. Leitartikel Cronberger Anzeiger vom 25. Mai 1912
  7. Flügelstammhaus braucht einen neuen Namen in FAZ vom 9. Mai 2012, Seite 41
  8. Schon Kaiserin Friedrich ließ den Saal auf alt trimmen in FAZ vom 13. Juni 2016, Seite 42
  9. Dritter Burgsaal mit Luther-Ausstellung eröffnet in FAZ vom 4. Juli 2017, Seite 43