Burg Lindenfels

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Burg Lindenfels
Burg, kath. u. ev. Kirche, Bürgerturm

Burg, kath. u. ev. Kirche, Bürgerturm

Alternativname(n): Schlierburg, Slirburc
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: Granitquader
Ort: Lindenfels
Geographische Lage 49° 40′ 56,4″ N, 8° 46′ 37,3″ OKoordinaten: 49° 40′ 56,4″ N, 8° 46′ 37,3″ O
Burg Lindenfels (Hessen)
Burg Lindenfels
Burgtor u. Giebel des Wohnbaus
Ostseite

Die Burg Lindenfels ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg im Westen der Stadt Lindenfels im Kreis Bergstraße in Hessen. Sie ist die am frühesten erwähnte Burg im inneren Odenwald und war über Jahrhunderte hinweg als Adelsburg von Bedeutung.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie erhebt sich über das Dorf Schlierbach und bietet einen weiten Blick Richtung Süden in das Weschnitztal mit Fürth und Rimbach und der Tromm im Hintergrund.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Schlierbach gab der Burg den ursprünglichen Namen Schlierburg (zwischen 1077 und 1088 in der Lorscher Chronik als Slirburc erwähnt). 1123 wurde die Burg das erste Mal als Burg Lindenfels bezeichnet. Graf Berthold d. J. nannte sich „Graf von Lindenfels“. Im 12. und 13. Jahrhundert wechselten die Besitzer. Darunter unter anderem die Staufer und Welfen. 1277 kaufte Pfalzgraf Ludwig II. die Burg. Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert sank die Bedeutung der Burg. 1728 zwangen leere Kassen die Pfälzer Verwaltung den Bergfried abzureißen. 1779 wurden weitere Teile der Burg abgerissen. 1802 endete die Zugehörigkeit zur Pfalz, als die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt die Burg übernahm.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg besitzt eine im Laufe der Zeit mehrfach veränderte polygonale, fast kreisförmige Ringmauer. Die Mauer besteht aus Granitquadern, wobei Ecken, Türeinfassungen, Erker und andere Teile teilweise aus glatten Sandsteinquadern bestehen. Im Inneren der Kernburg sind nur noch Spuren der jüngeren Bebauung erhalten. Der stattliche runde Bergfried stand zentrisch freistehend im Hof. Seine Lage ist heute durch eine Aufmauerung angedeutet. Umgeben ist die Kernburg von drei Zwingern. Der Innere Zwinger umschließt die Ringmauer in geringem Abstand. Die zwei äußeren Zwinger verlaufen in großzügigem Abstand, mit teilweise integrierter Stadtmauer. Sie gehen auf das 14. Jahrhundert zurück.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Biller: Burgen und Schlösser im Odenwald. Ein Führer zu Geschichte und Architektur. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1711-2, S. 202–206.
  • Walter Hotz: Burgen der Hohenstaufenzeit im Odenwaldraum. In: Winfried Wackerfuß (Hrsg.): Beiträge zur Erforschung des Odenwalds und seiner Randlandschaften II. Festschrift für Hans H. Weber. Breuberg-Bund, Breuberg-Neustadt 1977, S. 155–168, bes. S. 155f.
  • Albert Ludwig Grimm: Die Malerischen und Romantischen Stellen Des Odenwaldes. 1843, Nachdruck 1999 im Selbstverlag Christa Kleipa.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag. Gudensberg-Gleichen 2000. ISBN 3-86134-228-6, S. 564.
  • Thomas Steinmetz: Burgen im Odenwald. Verlag Ellen Schmid, Brensbach 1998, ISBN 3-931529-02-9, S. 19 und 52–53.
  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990 ISBN 3-89214-017-0, S. 238.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Lindenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien