Burg Mitterfels

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Burg Mitterfels
Burganlage von Osten

Burganlage von Osten

Alternativname(n): Schloss Mitterfels
Entstehungszeit: 11. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Mitterfels
Geographische Lage 48° 58′ 7,6″ N, 12° 40′ 49,3″ OKoordinaten: 48° 58′ 7,6″ N, 12° 40′ 49,3″ O
Höhe: 407 m ü. NHN
Burg Mitterfels (Bayern)
Burg Mitterfels

Die Burg Mitterfels, auch Schloss Mitterfels genannt, ist eine Höhenburg und heutiges Rathaus auf einer schmalen 407 m ü. NHN[1] hohen Felszunge über der Menach in Mitterfels (Burgstraße 1-2) im Landkreis Straubing-Bogen in Bayern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Mitterfels nach einem Stich von Michael Wening von 1721
Reste der Burgmauer von Schloss Mitterfels

Die Burg wurde Ende des 11. Jahrhunderts durch die Grafen von Bogen zur Sicherung ihres Besitztums errichtet. 1194 wurde ein Burghauptmann „Bertholdus de Mitterfels“ erwähnt. Mit dem Aussterben der Grafen von Bogen fiel die Burg im Jahr 1242 an die Wittelsbacher. Diese richteten hier zwischen 1280 und 1799 ein herzogliches und dann kurfürstliches Pfleggericht ein. Zwischen 1799 und 1879 wurde hier ein Kurfürstliches, dann ein königliches Landgericht eingerichtet, das danach (1879–1973) in ein Bayerisches Amtsgericht umgewandelt wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg (1623) wurde die Burg Mitterfels durch schwedische Truppen zerstört. 1742 wurde die Burg im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges wieder erobert. 1812 wurde nach Abbruch der Befestigungsanlagen auf dem Burggelände ein Amtshaus errichtet.

Die Burg Mitterfels war Sitz des Landgerichts Mitterfels, ab 1879 des Amtsgericht Mitterfels. Im ehemaligen Pflegerhaus auf der Burg Mitterfels sind seit 1973 das Rathaus der Marktgemeinde Mitterfels und seit 1977 der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels untergebracht. Das Heimatmuseum ist im ehemaligen Gefängnistrakt im nordwestlichen Zwinger untergebracht. Auf dem Burggelände finden zudem Konzerte, traditionelle Märkte und Freilichttheater statt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Stich von Michael Wening war das Churfürstliche Schloss Mitterfelß eine mächtige Burganlage. Ein erstes Tor führte zu einem Zwinger bzw. zu einem von einer Brücke überspannten Burggraben, der zu einem Torturm führte. Bereits die äußere Mauer war mit Rundtürmen geschützt. Nordwestlich außerhalb des Schlosses sind ein Teich, die Schloßkapelle St. Georg und wirtschaftliche Gebäude zu erkennen.

Von der ehemaligen mittelalterlichen Burganlage sind noch die Umfassungsmauern, der bis zu 20 Meter tiefe Burggraben, der die Anlage von der Ortschaft trennt und von einer 1791 errichteten ca. 20 m langen Steinbrücke überspannt wird, ein Rest des 1812 eingestürzten Hauptturms, der Gefängnistrakt des 18. Jahrhunderts sowie das Pflegerhaus erhalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Weithmann: Burgen und Schlösser in Niederbayern - Führer zu Burgen und Schlössern im Bayerwald, zwischen Donau, Isar und unterem Inntal. Verlag Attenkofer, Straubing 2013, ISBN 978-3-936511-77-2, S. 157–158.
  • Ursula Pfistermeister: Burgen und Schlösser im Bayerischen Wald. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1997, ISBN 3-7917-1547-X, S. 44–45.
  • Karl Bosl (Hrsg.): Bayern (= Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 7). 3. Auflage. Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-27703-4.
  • Günther T. Werner: Burgen, Schlösser und Ruinen im Bayerischen Wald. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1979, ISBN 3-7917-0603-9, S. 26–27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)