Burg Oebisfelde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burg Oebisfelde
Burg Oebisfelde

Burg Oebisfelde

Alternativname(n): Sumpfburg Oebisfelde
Entstehungszeit: 900 bis 1000
Burgentyp: Niederungsburg, Ortslage
Erhaltungszustand: Wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Adlige
Bauweise: Bruchstein, Fachwerk
Ort: Oebisfelde-Weferlingen
Geographische Lage 52° 25′ 36″ N, 10° 59′ 12″ OKoordinaten: 52° 25′ 36″ N, 10° 59′ 12″ O
Höhe: 68 m ü. NN
Burg Oebisfelde (Sachsen-Anhalt)
Burg Oebisfelde
Burganlage

Die Burg Oebisfelde, auch Sumpfburg Oebisfelde genannt, ist eine ehemalige Wasserburg in Oebisfelde-Weferlingen im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Die Burg Oebisfelde ist eine der ältesten noch erhaltenen Sumpfburgen in Europa.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde vermutlich im 10. Jahrhundert zum Schutz des Aller-Übergangs auf einer Sandbank der Aller im Sumpfgebiet des Drömlings erbaut. Zwischen 1014 und 1073 wurde Stadt und Burg erstmals in einer Schenkungsurkunde als Ysfelde genannt. 1226 kam es zur erstmaligen Erwähnung als Stadt „Ovesfelde“ und der Burg unter Wolbertus de Ousfelde. Eine weitere Nennung der Burg als castrum fand 1263 statt. Um 1300 wurde die Burg in die mittelalterliche Stadtanlage einbezogen. Im Schmalkaldischen Krieg 1547 wurde die Burg und die Stadt mehrfach verwüstet. 1710 wurden die Wälle um die Burganlage eingeebnet. Der ehemalige Wehrturm wurde nach 1938 einige Jahrzehnte lang als Wasserturm genutzt.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergfried der Burg Oebisfelde

Die Burggebäude der Stadtrandburg auf einer Fläche von 67 mal 80 Meter mit der Form eines unregelmäßigen Fünfecks und der 27 Meter hohe quadratische Bergfried auf einer 8,25 mal 8,25 Meter großen Grundfläche mit 2,50 Meter starken Grundmauern sind aus Bruchsteinen erbaut.

Der gut erhaltene Burghof der Kernburg wird von dem freistehenden Bergfried, zwei Fachwerkgebäuden am Eingang und von der Rückseite des Brauhauses begrenzt sowie der ehemaligen Kellerdielenscheune und des ehemaligen Gartenhauses. Der Palas im Norden der Anlage ist durch seine Größe das imposanteste Gebäude. Weiter verfügt die Anlage über eine langgestreckte Vorburg mit größerem Burghof und eine Zugbrücke. Östlich des Tors befand sich eine Kapelle. Durch den ehemaligen Burggraben verläuft heute eine Straße, die bis 2011 Teil der Bundesstraße 188 war.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute wird die Burg als Touristeninformation, Heimatstube des Oebisfelder Heimatvereins, Bibliothek und Heimat- und Burgmuseum genutzt. Der Bergfried ist besteigbar. In den letzten Jahren hat sich die Burg Oebisfelde zum kulturellen Mittelpunkt der Stadt entwickelt. Auf den neu gestalteten Burghöfen werden Märkte veranstaltet und finden Konzerte statt. Zu nennen ist hier auch das traditionelle Altstadtfest, das jährlich im Juni mit seinem Mittelalterspektakel viele Besucher anlockt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno J. Sobotka: Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Sachsen-Anhalt. Stuttgart 1994.
  • Lothar Schulz: Zur mittelalterlichen Burg Oebisfelde. In: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Heft 9, Halle 2000.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Förderprojekte bei denkmalschutz.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Oebisfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien