Burg Schloßböckelheim

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Burg Schloßböckelheim
Aquarell, 17. Jahrhundert

Aquarell, 17. Jahrhundert

Alternativname(n): Burg Böckelheim
Entstehungszeit: um 824
Burgentyp: Höhenburg, Ortslage
Erhaltungszustand: Mauerreste
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Schloßböckelheim
Geographische Lage 49° 48′ 19″ N, 7° 44′ 31,5″ OKoordinaten: 49° 48′ 19″ N, 7° 44′ 31,5″ O
Burg Schloßböckelheim (Rheinland-Pfalz)
Burg Schloßböckelheim

Die Burg Schloßböckelheim, früher auch Burg Böckelheim genannt, ist die Ruine einer Höhenburg auf einem Berghang im Nahegau bei der Ortsgemeinde Schloßböckelheim im Landkreis Bad Kreuznach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde wahrscheinlich im 9. Jahrhundert auf den Resten einer römischen Siedlungsstelle errichtet und 824 erstmals urkundlich mit Ludwig dem Frommen Becchilenheim erwähnt. Für die Zeit um die Jahrtausendwende ist in einer späteren Urkunde ein Herzog Cuno von Beckilnheim erwähnt, bei welchem es sich am ehesten um Konrad von Schwaben handelt. Im 11. Jahrhundert gelangt die Burg als Reichslehen in die Hand des oberlothringischen Herzogs Gottfried III. der Bärtige, welcher über Mathilde von Schwaben in direkter Erbfolge stand. 1046 wurde die Burg von Kaiser Heinrich III. belagert und zerstört und das Lehen eingezogen, nachdem Gottfried sich gegen den Kaiser erhoben hatte.

Es wird angenommen, dass um 1065 die Burg Böckelheim mit dem Reichsgut Kreuznach an Graf Eberhard VI. von Nellenburg zu Lehen gegeben war[1]. In der Erbfolge ging dieses über Adalbert von Mörsberg auf die Grafen von Sponheim über.

1105 wurde Kaiser Heinrich IV. von seinem Sohn und Nachfolger Heinrich V. auf der Burg gefangengehalten und zur Abdankung gezwungen.

Stich des 17. Jahrhunderts

Nach einer Teilung verkauft Heinrich von Sponheim die Burg an den Erzbischof von Mainz. Heinrichs Bruder versucht den Kauf rückgängig zu machen, was 1279 zu einer erbitterten Fehde (Schlacht bei Sprendlingen) zwischen Sponheim und Mainz und zum endgültigen Verlust der Burg an das Kurstift Mainz führt.

Unter kurmainzischer Herrschaft wird die Verwaltung von Sobernheim und den anderen Mainzer Liegenschaften an der mittleren Nahe von Kloster Disibodenberg nach Burg Böckelheim verlegt.

1327 trägt Rheingraf Siegfried II., Vizedom im unteren Rheingau, den Titel eines Burggrafen von Böckelheim. 1388 verstirbt Antilmann von Scharfenstein, gen. Grasewege, Amtmann auf Burg Böckelheim, dessen Witwe die Disibodenberger Kapelle in Sobernheim stiftet.

Die Anlage wird nach mehreren Wechseln 1471 an die Kurpfalz abgetreten und 1688 am Beginn der Pfälzischen Erbfolgekriege von französischen Truppen vollkommen zerstört.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine weist noch auf einen vermuteten ehemaligen Torturm hin und zeigt noch den Rest eines Treppenturmes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Thon, Stefan Ulrich, Achim Wendt: „… wo trotzig noch ein mächtiger Thurm herabschaut“ - Burgen im Hunsrück und an der Nahe. 1. Auflage. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2493-0, S. 36–39.
  • Gustav Schellack, Willi Wagner: Burgen und Schlösser im Hunsrück-, Nahe- und Moselland. Aloys Henn Verlag, Kastellaun 1976, ISBN 3-450-19912-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Schloßböckelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. die zwar gefälschte, aber im Hinblick auf das Vorliegen des genannten Kreuznacher Lehens offenbar korrekte Urkunde samt Kommentar