Burg St. Petersberg

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Dieser Artikel behandelt die Burg in Silz in Tirol. Zur Burg Petersberg in Kärnten siehe Burg Petersberg.
Burg St. Petersberg
St. Petersberg von Nordwesten

St. Petersberg von Nordwesten

Entstehungszeit: 12. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: bewohnt als Ordenshaus
Ort: Silz-Sankt Petersberg
Geographische Lage 47° 15′ 19,3″ N, 10° 54′ 33,3″ OKoordinaten: 47° 15′ 19,3″ N, 10° 54′ 33,3″ O
Höhe: 739 m ü. A.
Burg St. Petersberg (Tirol)
Burg St. Petersberg

Die Burg St. Petersberg ist eine Höhenburg auf einem Hügel oberhalb des Inntals westlich von Silz in Tirol. Rund um den Burgberg liegen verstreut einige Häuser, die als Weiler St. Petersberg einen Ortsteil von Silz bilden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde von den Welfen als zentraler Stützpunkt der Verwaltung ihrer Tiroler Besitzungen errichtet und 1196 erstmals urkundlich als „Neuhaus“ (castrum novum bei Silles – „neue Burg bei Silz“, im Gegensatz zur alten Burg Auenstein bei Ötzerau am Eingang ins Ötztal) erwähnt. Über verschiedene weitere Eigentümer kam sie in den Besitz der Grafen von Tirol. 1228 wurde erstmals mit dem Namen „Petersberg“ bezeichnet. Meinhard II. ließ die Burg großzügig ausbauen und machte sie zu einem Gerichts- und Verwaltungssitz für das Inntal zwischen Roppen und Rietz, das Mieminger Plateau und das Ötztal. Von dort wurde auch der Grundbesitz von Petersberg verwaltet. Die Bedeutung von Silz zeigt sich heute noch als Sitz des Bezirksgerichts, obgleich es seit dem 17. Jahrhundert im Ortszentrum untergebracht ist.

Das Gericht Petersberg wurde anfangs von den Landesfürsten und von direkt eingesetzten Beamten verwaltet, später wurde es verpachtet oder verpfändet, unter anderem von 1407 bis zu ihrem Aussterben 1587 an die Herren von Freundsberg. 1777 wurde die Burg von den Herren von Wolkenstein-Rodenegg erworben. 1857 wurde sie durch einen Brand stark beschädigt. 1870 wurde hier die erste Tiroler Stierzucht- und Nutzviehanstalt eingerichtet. Anstelle der alten, dem hl. Petrus geweihten Burgkapelle aus dem 12. Jahrhundert wurde die Ursula-Kapelle errichtet. 1893 erwarb Kaiser Franz Josef I. die Ruine und ließ sie wieder aufbauen. Sie diente unter anderem als Erholungsheim und Lazarett.

1965 wurde die Burg vom Engelwerk erworben und später vom 1979 wiedererrichteten Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz, der das Engelwerk im Auftrag des Heiligen Stuhls betreut, zu einem Ordenshaus umgebaut.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Südosten auf die Burg mit der Kapelle

Die Burg zeigt sich heute als einheitliche Anlage mit Wohn- und Wehrbauten um einen Innenhof. Die Gebäude stammen aus dem 13. Jahrhundert, wurden aber auf einer älteren Grundlage errichtet. Der fünfgeschoßige Bergfried, der früher mit einem Wehrgang versehen war, weist noch die ursprünglichen Rechteckzinnen auf. In der Südostecke steht der quadratische, früher turmartige Palas.

Im östlichen Teil der Burganlage befindet sich die Burgkapelle, die mit dem im 16. Jahrhundert errichteten Nordtrakt durch einen offenen Bogengang verbunden ist. Die ursprünglich dem hl. Petrus geweihte Doppelkapelle wurde ab 1881 umgebaut. Die beiden Geschoße wurden zu einem Raum vereinigt und der hl. Ursula geweiht. Vom Bau aus dem 12. Jahrhundert sind romanische Rundbogenfenster in der Ost- und Nordwand erhalten. Unter dem Chor wurde 1972 der Grundriss einer kleineren romanischen Vorgängerkapelle aus dem 11. Jahrhundert entdeckt.

Östlich der Kernburg liegt auf einer kleinen Anhöhe der im 13. Jahrhundert errichtete fünfgeschoßige quadratische Schnitzer- oder Faulturm. Der ursprüngliche Sitz der Burggrafen wurde im 16. Jahrhundert umgebaut und erhielt Ende der 1960er Jahre sein Pyramidendach.

Burg und Kloster mit Wohngebäuden, Nebengebäuden und Wehranlagen und Mauerresten im Erdreich stehen unter Denkmalschutz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg St. Petersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heiner Boberski: Das Engelwerk. Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993, ISBN 3-7013-0854-3, S. 71 und 296.