Burg Wagegg

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Burg Wagegg
Burg Wagegg - Felsen in der Hauptburg, Standort des früheren Bergfriedes

Burg Wagegg - Felsen in der Hauptburg, Standort des früheren Bergfriedes

Entstehungszeit: um 1170
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgruine
Ort: Haldenwang-Wagegg
Geographische Lage 47° 45′ 59″ N, 10° 22′ 49,4″ OKoordinaten: 47° 45′ 59″ N, 10° 22′ 49,4″ O
Höhe: 814 m ü. NN
Burg Wagegg (Bayern)
Burg Wagegg

Die Ruine der Burg Wagegg, später ein Schloss der Fürstäbte von Kempten, befindet sich über dem gleichnamigen Ortsteil Wagegg in der Gemeinde Haldenwang im Landkreis Oberallgäu in Bayern.

Im Vordergrund geplantes aber nicht realisiertes Lustschloss

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Wagegg findet erste Erwähnung um das Jahr 1170. Die Ritterherrschaft Wagegg war bis 1374 im Besitz der Herren von Wagegg, die zu den bedeutenderen Dienstleuten des Fürststiftes Kempten gehörten. Danach fielen Burg und Herrschaft an das Fürststift. Nach mehrfachem Wechsel der Besitzer unter anderem an die Herren von Schellenberg, durch Erbe an die Herren von Eisenburg und 1466 an Erzherzog Sigismund von Österreich kam die Burg Wagegg 1469 in den Besitz Derer von Laubenberg. Im Jahr 1525 wurde sie von Bauern eingenommen. 1580 erwarb das Fürststift Wagegg zurück. Die Burg ist nach 1581 zunehmend verfallen. Ab 1642 wurde die Anlage als Jagdschloss der Fürstäbte zunächst notdürftig instand gesetzt und später, ab 1715 zu einem prachtvollen Schloss mit Gärten und Weihern ausgebaut. 1796 wurde es von den Franzosen geplündert. Im Zuge der Säkularisation wurde im Jahr 1806 das Schloss an das Bayrische Königreich verpfändet. Das Schloss wurde 1807 auf Abbruch verkauft, der letzte Seitenflügel 1851 abgebrochen. 1906 wurde das Gelände vom Forstamt erworben. Ein zugehöriger Bauhof wurde 1908 und ein in der Nähe stehendes, erst 1761 errichtetes Jagdschlösschen 1967 abgebrochen. 1976 wurde eine Notsicherung der Ruine durchgeführt. Zur Burg gehörte auch eine Burgmühle, die Vögelesmühle.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Höhenburg und dem Schloss sind heute kaum noch Reste übrig, ein großer Hügel mit einigen Mauerresten und einem großen Steintor sind erhalten. Der Besucher kann sich kaum vorstellen, dass hier ein prachtvolles Barockschloss, überragt von der Ruine einer mächtigen mittelalterlichen Burg gestanden hat.

Zu der Burgruine führt ein befestigter Pfad ohne Geländer. Von der über Stufen erreichbaren Aussichtsplattform oben auf der Ruine hat man bei entsprechender Witterung einen umfassenden Blick auf die Allgäuer Alpen.

Zur Burg gehört auch eine kleine Höhle an der Ostseite des Hügels.

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felswand im Aufschluss nördlich des Burgbergs ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als wertvolles Geotop (Geotop-Nummer: 780A015) ausgewiesen.[1]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Toni Nessler: Burgen im Allgäu, Band 1: Burgruinen im Altlandkreis Kempten und Altlandkreis Sonthofen. 1. Ausgabe. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1985, ISBN 3-88006-102-5, S. 71–87.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop Nagelfluh-Felswand am Burgstall NNE von Wagegg (abgerufen am 9. Oktober 2017).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Wagegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien