Burgfestspiele Jagsthausen

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Logo der Burgfestspiele

Die Burgfestspiele Jagsthausen finden seit 1949 jährlich von Anfang Juni bis Ende August im Burghof der historischen Burg Jagsthausen (auch „Götzenburg“ oder altes Schloss genannt) statt. Neben Schauspiel, Konzerten und Musiktheater ergänzen Theateraufführungen für Kinder das jährliche Programm. Die Burgfestspiele Jagsthausen gehören der Arbeitsgemeinschaft Zehn Deutsche Festspielorte, einem Zusammenschluss von professionellen Freilichtbühnen Deutschlands, an. Ideell und finanziell wird das Theater der Burgfestspiele Jagsthausen durch den Verein Freunde der Burgfestspiele gefördert.

Spielstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freilichtbühne

Die Burgfestspiele Jagsthausen finden im Burghof der sogenannten Götzenburg statt, auf der Götz von Berlichingen einige Jahre seiner Kindheit verbrachte[1] und die später vor allem durch Goethes Schauspiel Götz von Berlichingen bekannt wurde. Die Burgfestspiele Jagsthausen haben somit die einzige Spielstätte im deutschen Raum, die ein Stück an seinem Originalschauplatz zeigen kann. Seit 1950 dient das Gebäude als Kulisse für das sommerliche Freilichttheater.[1]

Geschichte der Burgfestspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949 bis 1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1949 erfolgte die Gründung des Heimat- und Verkehrsvereins Jagsthausen, des Trägervereins der Burgfestspiele. Im Jahr darauf begann in Jagsthausen die erste Spielzeit der damaligen Götzfestspiele. Hermann Schomberg spielte als erster Schauspieler den Götz von Berlichingen. Etwa 26.000 Besucher kamen in die 23 Vorstellungen. Erster Intendant war Hans Meissner. Im selben Jahr übernahm Bundespräsident Theodor Heuss die Schirmherrschaft der Burgfestspiele. 1967 übernahm Ellen Schwiers die Rolle der Adelheid, die sie bis 1971 spielte. 1970 wurde ein zweites Stück, Der Widerspenstigen Zähmung, in den Spielplan aufgenommen. Im Jahr 1974 unternahm die Festspielleitung mit Das Pferd von Julius Hay und Mutter Courage von Bertolt Brecht den erfolgreichen Versuch, zeitgenössische Stücke in Jagsthausen aufzuführen. 1980 führte man erstmals mit Pippi Langstrumpf ein Kinderstück auf. Zehn Jahre später ergänzte das Musical Das Feuerwerk das Repertoire. 1992 erfolgte mit der Anschaffung einer neuen Beleuchtungs- und Beschallungsanlage eine größere technische Investition.

Nach dem Tod des langjährigen ersten Vorsitzenden der Burgfestspiele, Götz Freiherr von Berlichingen, im Jahr 1994, wurde seine Witwe, Alexandra Freifrau von Berlichingen, zur 1. Vorsitzenden gewählt. Bundespräsident Roman Herzog wurde neuer Schirmherr. Bis zum Jahr 1996 verzeichneten die Burgfestspiele 1.577.848 Besucher.

Im Jahr 1999 feierten die Burgfestspiele mit Aufführungen von Götz von Berlichingen, Die Fledermaus und Pippi Langstrumpf unter der Intendanz von Jochen Striebeck ihr fünfzigjähriges Bestehen. Im Jahr 2000 wurde Jan Aust neuer Intendant.

2001 bis 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2001 besuchten erstmals mehr als 80.000 Menschen die Burgfestspiele. Bundespräsident Roman Herzog gab die Schirmherrschaft der Festspiele an den Unternehmer Reinhold Würth ab. Die Festspiele wurden eine gemeinnützige GmbH. Geschäftsführer sind Alexandra Freifrau von Berlichingen, Roland Halter und Jürgen Bircks.
  • 2002 brachten die Burgfestspiele erstmals fünf Stücke auf die Bühne. Investiert wurde in diesem Jahr in einen neuen Bühnenboden. Der Vertrag mit Jan Aust als Intendant wurde bis 2005 verlängert. Das Jahr 2003 war mit 80.277 Besuchern die erfolgreichste Spielzeit seit Gründung der Festspiele
  • Am 10. Juni 2004 wurde die 55. Spielzeit mit Amphitryon von Heinrich von Kleist in der Regie von Jan Aust eröffnet. Weiter auf dem Spielplan standen das Musical Cabaret, das Kinderstück Dschungelbuch II – Mowglis Rückkehr und als Wiederaufnahmen Götz von Berlichingen und Nathan der Weise.
  • 2005 sahen die Besucher eine neue „Götz“-Inszenierung. Dazu Des Teufels General, Cabaret, Piaf, für die Kinder Max und Moritz und Open-Air-Konzerte von Klassik bis Rock.
  • 2006 wurden sechs Eigenproduktionen gespielt: Götz von Berlichingen, Piaf, Jesus Christ Superstar, Der Geizige, Der Hauptmann von Köpenick sowie als Kinderstück Räuber Hotzenplotz. Dazu wieder Konzerte der Klassik und des Rocks mit herausragenden Interpreten.
  • 2007 konnten die Burgfestspiele mit Heinz Kreidl einen namhaften Regisseur für Götz von Berlichingen verpflichten. Die Sparte Musical präsentierte Camelot und im dritten Jahr Piaf, als weitere Schauspiele wurden Hamlet sowie Arsen und Spitzenhäubchen vorgestellt. Kinder und jung gebliebene Erwachsene sahen als Kinderstück Ali Baba. Konzerte führten Paul Kuhn, die Lumberjack Bigband sowie das Württembergische Kammerorchester Heilbronn in den Burghof.
  • 2008 standen drei Neuinszenierungen und drei Wiederaufnahmen auf dem Programm: Götz von Berlichingen mit Gerhard Garbers in der Titelrolle, Arsen und Spitzenhäubchen sowie Piaf wurden übernommen, neu waren Der zerbrochene Krug mit Wolfgang Hepp, Schneewittchen sowie das Musical Der kleine Horrorladen. Verzichtet wurde auf Konzerte sowie das kleine Programm im Gewölbekeller. Mit rund 52.000 Besuchern mussten die Festspiele einen Besucherrückgang hinnehmen. Verabschiedet wurde nach vielen erfolgreichen Jahren Intendant Jan Aust, neuer künstlerischer Leiter ab 2009 ist Heinz Kreidl.[2]
  • 2009 eröffneten die Burgfestspiele in ihrer 60. Spielzeit mit Heinz Kreidls Inszenierung Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht. Seine Inszenierungen vom Götz von Berlichingen und Woody Allens A Midsummernight’s Sex Comedy folgten. Peter Löscher vervollständigte das Programm mit seiner Inszenierung von Schillers Die Räuber. Im Kinderprogramm wurde Otfried Preußlers Die kleine Hexe aufgeführt.

Seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010 wurde neben dem Götz von Berlichingen und Shakespeares Was ihr wollt als Musiktheater zum ersten mal The Blues Brothers mit Oliver Jaksch und Thomas Gerber aufgeführt. Für Kinder stand das Märchen Der kleine Muck auf dem Programm.
  • 2011 wurde das erfolgreiche Musiktheater The Blues Brothers erneut aufgeführt. Ebenfalls musikalisch ging es bei Richard O’Briens Kultmusical The Rocky Horror Show. Heinz Kreidl inszenierte neben Götz von Berlichingen Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf…? Für Kinder gab es Mein Freund Wickie zu sehen. Ebenfalls waren die SWR3 Live Lyrics zu Gast auf der Götzenburg.
  • 2012 übernahm Jan Maagard die Inszenierung von Götz von Berlichingen zu dessen 450. Todestag. Heinz Kreidl blieb mit dem Stück Einer Flog übers Kuckucksnest den Burgfestspielen erhalten. Die Stücke The Rocky Horror Show und The Blues Brothers bildeten erneut das musikalische Programm. Neu war hingegen das Kinderstück Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer.
  • 2013 inszenierte Heinz Kreidl wieder den Götz von Berlichingen; diesmal mit Oliver Jaksch in der Hauptrolle, der dieses Jahr – wie in den vorangegangenen Jahren – auch wieder den Jake in The Blues Brothers spielte. Des Weiteren wurde Elton Johns und Tom Rices Aida, Amadeus und für Kinder Hänsel und Gretel gezeigt. Den Publikumspreis gewann Asita Djavadi.
  • 2014 werden unter der künstlerischen Leitung von Axel Schneider und dessen Stellvertreterin Eva Hosemann[3] die Inszenierungen Götz von Berlichingen mit Götz Otto, Die Päpstin, und Die Feuerzangenbowle gezeigt. Helen Schneider spielt die weibliche Hauptrolle in Der Ghetto Swinger und Hello, I’m Johnny Cash. In letzterem übernimmt die männliche Hauptrolle Gunter Gabriel. Neben den Gastspielen Fettes Schwein mit Bjarne Mädel, Als ich ein kleiner Junge war mit Walter Sittler und Die Geiselnahme mit Alexandra Kamp werden die Familientheaterstücke Michel aus Lönneberga und Pettersson, Findus und der Hahn gezeigt.[3] Den Publikumspreis gewann Karsten Kramer.[3]
  • 2015 steht Walter Plathe in der Titelrolle des Götz von Berlichingen im gleichnamigen Stück auf der Bühne und Jasmin Wagner ist als "Adelheid von Walldorf" zu sehen. Außerdem wird das Musical Anatevka, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, Robin Hood und eine Wiederaufnahme von Die Feuerzangenbowle im Burghof gespielt. Für Kinder ab 5 Jahren kamen die Abenteuer von Ronja Räubertochter auf die Bühne und parallel spielte Der kleine Rabe Socke im Gewölbe der Götzenburg.
  • 2016 gingen die Burgfestspiele in ihre 67. Spielzeit mit einer noch nie dagewesenen Programmbreite an hochkarätigen Musicals, Kinder- und Familientheater sowie Schauspielen. Neben dem Traditionsstück Götz von Berlichingen, Wiederaufnahmen von Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand sowie Die Feuerzangenbowle, kamen Zorro - Das Musical, Der Name der Rose, Wie im Himmel und Ziemlich beste Freunde mit Hardy Krüger jr. und Patrick Abozen in den Hauptrollen in den Burghof. Für Familien gab es erstmals das Genre Familienmusical mit Oliver Twist - Tu doch, was dein Herz dir sagt! Für Kinder ab 5 Jahren gab es Der kleine Ritter Trenk und für die Kleinen Zum Glück gibt's Freunde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sehenswürdigkeiten auf jagsthausen.de
  2. Chronik auf burgfestspiele-jagsthausen.de
  3. a b c Jagsthausen: Burgfestspiele Jagsthausen ziehen Bilanz: rund 55.000 Gäste bei der 65. Spielzeit, Südwestpresse, 28. August 2014