Burgk (Freital)

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51.003413.6811270Koordinaten: 51° 0′ 12″ N, 13° 40′ 52″ O

Burgk
Große Kreisstadt Freital
Höhe: 170–300 m ü. NHN
Fläche: 2,4 km²
Eingemeindung: 1. April 1924
Postleitzahl: 01705
Vorwahl: 0351
Wurgwitz Kohlsdorf Niederhermsdorf Pesterwitz Saalhausen Zauckerode Niederpesterwitz Potschappel Döhlen Birkigt Unterweißig Weißig Großburgk Kleinburgk Zschiedge Kleinnaundorf Niederhäslich Deuben Hainsberg Schweinsdorf Coßmannsdorf Somsdorf Birkigt Wilsdruff Dresden Tharandt Klingenberg Rabenau BannewitzKarte
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Lage von Burgk in Freital

Burgk ist ein Stadtteil der sächsischen Großen Kreisstadt Freital im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der rechts der Weißeritz am Nordhang des Windberges gelegene Ort war im 19. Jahrhundert ein Zentrum des Steinkohlenbergbaus im Döhlener Becken. Er entstand 1912 aus dem Zusammenschluss von Großburgk und Kleinburgk und gehört seit 1924 zur Stadt Freital.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick von Burgk auf den Windberg
Der Burgker Bach51.0058713.665066

Der Stadtteil erstreckt sich in einem östlichen Seitental des Döhlener Beckens zwischen dem südlicher gelegenen Windberg und dem nördlicheren Osterbusch und Zschiedgeberg ausgehend vom Fluss Weißeritz von ca. 170 m ü. NHN empor bis an die Kohlenstraße (ca. 300 m ü. NHN). Diese morphologische Hohlform wird durch den nur mehrere hunderte Meter langen Burgker Bach in die Weißeritz entwässert. Die durchschnittliche Höhenlage des Ortes ist bei etwa 270 m ü. NHN.[1]

Der 353 Meter hohe Windberg, weithin sichtbare Landmarke und Hausberg der Stadt Freital, liegt auf den südlichen Burgker Fluren und ist dicht bewaldet. Der Windberg ist zu großen Teilen als Natur- und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. An den Berghängen gibt es mehrere Kleingartenanlagen, die übrigen Burgker Fluren sind Siedlungs- und Verkehrsflächen sowie wenige Hektar Weide-, Ackerland und Wiesen.

Ortsgliederung und Nachbarorte[Bearbeiten]

Burgk hat als Stadtteil Freitals eine Fläche von rund zweieinhalb Quadratkilometern und befindet sich in der östlichen Mitte des Stadtgebietes. Die größte Ost-West-Ausdehnung beträgt rund 3,2 Kilometer, die größte Nord-Süd-Ausdehnung etwa 1,8 Kilometer. Der Stadtteil selbst setzt sich aus drei Gemarkungen zusammen, die in ihrer Ausdehnung den Gemeindeverhältnissen vor 1912 entsprechen. Die Gemarkung Großburgk bildet das Zentrum des Stadtteils und hat auch den größten Anteil an dessen Fläche. Im Süden und Osten des Stadtteils ist die Gemarkung Kleinburgk gelegen. Sie ist dreigeteilt: ein südlicher Teil erstreckt sich etwa über die Hälfte des Burgker Teils des Windbergs. Ein zweiter, fast viereckiger Teil liegt nordöstlich davon zwischen Burgker Straße und der Kohlenstraße. Der dritte Teil liegt im äußersten östlichen Zipfel des Stadtteils jenseits des Kaitzbaches, der den Stadtteil dort auf einer Länge von rund 200 Metern durchquert. Die dritte Gemarkung namens Zschiedge ist nur drei Hektar groß und befindet sich im Norden des Stadtteils.

Den westlichen Grenzverlauf Burgks zum Freitaler Stadtteil Döhlen markiert auf rund einem Kilometer Länge die Weißeritz. Im Norden folgt die Stadtteilgrenze in etwa dem Burgker Bach von der Weißeritz hinauf bis nach Zschiedge. Dort grenzt Potschappel an Burgk an. Im weiteren Verlauf hat der Ort gemeinsame Grenzen mit Birkigt (zu Freital) und Gittersee (zu Dresden). Ganz im Osten grenzt der Bannewitzer Ortsteil Cunnersdorf an Burgk an. Südöstlich gelegen ist Kleinnaundorf, die Grenze zwischen beiden Stadtteilen folgt auf ca. einem Kilometer der Kohlenstraße und verläuft anschließend am Südhang des Windberges entlang zurück zur Weißeritz. Auf diesem Abschnitt ist Niederhäslich Nachbarort Burgks.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung und Entwicklung der Dörfer[Bearbeiten]

Burgk, Kleinburgk und Zschiedge im Topographischen Atlas des Königreichs Sachsen von Hermann Oberreit, um 1820
Der Windberg und Umgebung, Karte um 1930

Großburgk oder auch Altburgk fand seine Ersterwähnung im Jahr 1186 als Borch.[2] Zentrum des Ortes war das Rittergut Burgk, das heute als Schloss Burgk bekannt ist und 1350 erstmals als solches erwähnt wurde. Für 1445 ist ein Vorwerk in Großburgk nachgewiesen.[3] Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erwarb das Adelsgeschlecht von Zeutsch das Gut und führte es bis ins 18. Jahrhundert hinein, bevor es an den Dresdner Senator Theodor Seyler und 1768 an die Familie Dathe fiel.[4] Um das Schloss herum befindet sich ein teils enges, verwinkeltes Straßen- und Wegenetz mit kleineren Wohnhäusern, Bauzeugnissen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Großburgk wurde mit dem Bau und der Verlegung der Burgker Straße ab dem 20. Jahrhundert deutlich in Richtung Windberg erweitert.

Die Siedlung Kleinburgk entstand erst mit Aufkommen des Steinkohlenbergbaus als Bergarbeitersiedlung. Sie wurde 1668 als Kleinburgk oder auch Beßerung bezeichnet.[5] Der zweite Name rührt daher, dass die Ansiedler den Boden nicht als Eigentum, sondern nur zur Bewirtschaftung in Bau und Besserung erhielten.[6] Jedoch setzte sich Kleinburgk als Name durch, und so bekam das bis dahin nur Burck (1486) heißende Großburgk seinen Namenszusatz. Der Ort befindet sich im Gegensatz zu Großburgk auf höherem Geländeniveau und wird durch den Gemeindeweg und den Hartmannsberg sowie die obere Burgker Straße erschlossen. Am hier gelegenen Knappenweg befand sich bis in die 1990er Jahre auch die Schule Burgk.

Zschiedge taucht Mitte des 16. Jahrhunderts erstmals auf und wurde später die Siediche (1604) und Schiedingk (1668) genannt.[7] In Zschiedge sind neben modernerer Bebauung aus den Heimstättenbewegung der 1920er und 1960er Jahre noch alte Bebauungen auszumachen. Am nahen Kesselgrund ist der steil beginnende Verbindungsweg in den Stadtteil Birkigt zu sehen. Die extreme Steile endet mit dem Durchgang unter der Trasse der Windbergbahn. Das einstige Sandsteinviadukt ist noch vor der Wende durch ein Brückenbauwerk aus Beton ausgetauscht worden.

Entwicklung der Einwohnerzahlen von Großburgk, Kleinburgk und Zschiedge
Jahr Großburgk Kleinburgk Zschiedge Gesamt
1834 841 166 157 1516
1871 1351 285 390 2026
1890 1542 393 385 2320
1910 2000 463 429 2892

Alle drei Orte waren in Verwaltungsfragen dem kursächsischen Amt Dresden bzw. ab 1875 der Amtshauptmannschaft Dresden unterstellt und nach Döhlen eingepfarrt. Im Gegensatz zu Großburgk besaßen in Kleinburgk und Zschiedge die Potschappler Gutsherren die Grundherrschaft. Erst mit der Einführung der Sächsischen Landgemeindeordnung von 1838 erhielten die drei Orte als Landgemeinden kommunales Selbstverwaltungsrecht.

Im Jahr 1764 lebten in Großburgk 2 besessene Mann und 38 Gärtner, in Kleinburgk 8 Gärtner und 11 Häusler sowie weitere 15 Häusler in Zschiedge.

Der florierende Steinkohlenbergbau führte ab dem 19. Jahrhundert zu Zuzügen von Bergleuten in die Dörfer des Döhlener Beckens. Alle drei Orte konnten ihre Einwohnerzahl innerhalb von 70 Jahren mehr als verdoppeln. Im Jahr 1910 hatte Großburgk 2000 Einwohner, in Kleinburgk lebten 463 Menschen und auf Zschiedge entfielen 429 Einwohner. Insgesamt wohnten in diesem Jahr im späteren Burgk 2892 Menschen, nachdem es 1934 noch 1516 gewesen waren.

Im Jahr 1912 schlossen sich die Gemeinden Großburgk und Kleinburgk zur neuen Gemeine Burgk zusammen. Zschiedge kam als Ortsteil 1915 dazu.[8] Nachdem Freital am 1. Oktober 1921 aus dem Zusammenschluss von Deuben, Döhlen und Potschappel gegründet worden war, kam Burgk am 1. April 1924 als zweite Eingliederung nach Zauckerode 1922 zu der jungen Stadt.[9]

Steinkohlenbergbau in Burgk[Bearbeiten]

Carl Friedrich August Freiherr Dathe von Burgk gründete die Burgker Steinkohlenwerke.
Am Neuhoffnungsschacht wurden während der Betriebszeit insgesamt 1.685.406 Tonnen Steinkohle gefödert.

Kurz nachdem im Plauenschen Grund 1542 das Abbauprivileg für Steinkohle an Hans Biener vergeben wurde, bemühte sich auch die Familie von Zeutsch aus Burgk gemeinsam mit Hermann von Tauschwitz aus Potschappel um die Abbaugenehmigung. Mitte des 16. Jahrhunderts ist ein Alaunwerk auf Rittergutsgelände nachgewiesen. Es wurde später nach Potschappel verlegt.[10] Im 18. Jahrhundert gab es einige kleinere Schächte an Damms Delle und dem Geiersgraben.[11] In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts wurden der Alte Schacht und der Kunst-Schacht auf über 100 Meter abgeteuft. Zwischen 1773 und 1836 entstand der Burgker Weißeritzstolln zur Entwässerung der Gruben.[12] In Burgk begann die Konzentration der kleinen Bergbaubetriebe erst 1819, als Carl Friedrich August Krebß (später Freiherr Dathe von Burgk) neuer Rittergutsbesitzer auf Burgk wurde. Er erbte fünf Schachtanlagen und kaufte umliegende Kohlefelder hinzu. Daraus gründete er die „Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke“. Es weitete seine Aktivitäten schnell aus, teufte neue Schächte ab und kaufte Eisenhammerbetriebe hinzu. Burgk wurde zum Zentrum des Steinkohlenbergbaus rechts der Weißeritz.

Durch den Steinkohlenabbau gehörte Burgk bis in die 1870er Jahre zur technologischen Spitzenregion in Deutschland. Manche technische Neuentwicklung kam hier erstmals zum Einsatz. Im Jahr 1810 wurde hier erstmals das „nasse Siebsetzen“ angewendet. Die Burgker Steinkohlenwerke setzten ab 1821 die ersten Dampfmaschinen in ihren Bergwerken ein. Außerdem begannen Versuche zur Verkokung der Steinkohle. Im Jahr 1842 wurde der erste sächsische Kokshochofen in den Burgker Eisenhüttenwerken zu Döhlen in Betrieb genommen.[13]

Unter anderem folgende Steinkohlengruben waren unter der Betriebsführung der Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke in Burgk und der unmittelbaren Umgebung in Betrieb (Lage und Betriebszeit in Klammern):

Außerdem waren auf Kleinburgker Flur der Windbergschacht (50.9956913.66623; 1845–1878) und der Reiboldschacht (50.99902713.682212; 1837–1871) in Betrieb, allerdings unter der Betriebsführung des Potschappler Aktienvereins.

Im Jahr 1868 waren in den Gruben der Burgker Steinkohlenwerke rund 1600 Bergleute beschäftigt.[15]

Am 2. August 1869 ereignete sich im Segen-Gottes- und Neuhoffnungschacht der Burgker Steinkohlenwerke eine Schlagwetterexplosion, bei der 276 Bergleute umkamen. Es war das größte Grubenunglück in der Geschichte des Bergbaus im Döhlener Becken und gehört zu den schwersten Unglücken im sächsischen Bergbau. Am ehemaligen Segen-Gottes-Schacht erinnert daran ein Denkmal, das auch alle Opfer namentlich nennt.[16]

Trotz intensiver weiterer Erkundung sank die Steinkohlenförderung gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer weiter. Die Lagerstätten waren erschöpft. Die Gruben im Unteren Revier waren bereits in den 1860er und 1870er Jahren abgeworfen worden, die Aktivitäten der Steinkohlenwerke im Oberen Revier dauerten noch bis ins 20. Jahrhundert an. Der Segen-Gottes-Schacht wurde als letzter in Burgks unmittelbarer Umgebung am 30. März 1916 geschlossen. Die letzten beiden Gruben in Betriebsführung der Burgker Steinkohlenwerke waren der Glückauf-Schacht und der Marienschacht. Die Belegschaft war 1923 noch 931 Mann stark.[17] In den beiden verbliebenen Gruben wurde die Förderung im April 1930 eingestellt.[18] Die Steinkohlenwerke gingen in Konkurs. Bis 1946 war nur noch die nun mit Zauckeroder Steinkohle belieferte Brikettfabrik am Glückaufschacht in Betrieb.

Die bergmännische Vergangenheit des Stadtteils Burgk, der zudem auch ländlich geprägt war, schlägt sich im ganzen Ort in den Straßennamen nieder, der Meiselschachtweg, die Bergmannstraße, der Glück-Auf-Weg, Bergerschachtweg, Reiboldschachtring und die Kohlenstraße erinnern bis heute an die Vergangenheit.

Burgker Gasanstalt[Bearbeiten]

Dorfansicht von 1846, im Hintergrund der Wilhelminenschacht
Gasanstalt Burgk am Wilhelminenschacht: links zwei Gasometerhäuser (1857, 1832)
Lithographie des Wilhelminenschachtes (1835), Gasometerhaus links vorne
Lageplan des endgültigen Ausbauzustandes der Gasanstalt, 1856/57

Einhergehend mit den Vorbereitungen zur Installation einer öffentlichen Gasbeleuchtung in Dresden durch Rudolf Sigismund Blochmann Ende der 1820er Jahre suchte auch Carl Friedrich August Dathe von Burgk nach einer Verwertungsmöglichkeit der Koksofengase seiner Steinkohlenwerke. Er beauftragte den Ingenieur Friedrich Kinne aus Halle mit der Planung einer Erzeugungsanlage für Leuchtgas.[19] Kinne legte erste Entwürfe im April 1827 vor. Daraufhin produzierte die Gröditzer Eisenhütte bis Dezember 1827 unter anderem einen gegossenen Gasometer, eine Retortenanlage und 496 Gasrohre von 71 cm Länge. Dathe von Burgk ließ die Gaserzeugungsanlage daraufhin 1828 am Wilhelminenschacht errichten.[20]

Bereits im Jahr 1811 existierte in Freiberg von dem Haus von Wilhelm August Lampadius eine von ihm errichtete Gasbeleuchtung.[21]

Am 23. April 1828 wurde die Geburt des Prinzen Albert von Sachsen in Dresden mit der erstmaligen Beleuchtung von Schloss, Hofkirche und Schauspielhaus gefeiert. Auch Dathe von Burgk nahm die Gasbeleuchtung an diesem Tag erstmals in Betrieb. So wurden die Schachtgebäude der Burgker Steinkohlenwerke und möglicherweise auch das Schloss mit Gas aus dem Wilhelminenschacht beleuchtet.[22] In den folgenden Jahren wurde die Burgker Hofgasse mit zwei Gaslaternen ausgestattet. Damit gilt Großburgk als das erste Dorf der Welt mit öffentlicher Gasbeleuchtung. Es folgte weitere öffentliche Straßenbeleuchtung sowie die Verlegung von Gasleitungen in private Gebäude. So wurden 1841 in einer Bäckerei mehrere Flammen in Betrieb genommen.[23]

Nach 1832 wurde ein neuer Gasometer mit einem Fassungsvermögen von 113 bis 127 m³ installiert.[24] Ab 1842 gab es Planungen für die Errichtung einer völlig neuen Gasanstalt in Burgk, die jedoch zunächst nicht umgesetzt werden konnten. Um 1850 waren 110 Gaslaternen durchschnittlich fünf Stunden täglich in Betrieb. Zum Betrieb dieser waren pro Tag sieben Scheffel Steinkohle nötig, um das benötigte Gas zu produzieren. Nach 1950 reichte die Kapazität des alten Werkes für eine Erhöhung der Flammenanzahl nicht mehr aus, sodass in Kooperation mit dem Direktoren der Dresdner Gasanstalt die Planungen für eine größere Anlage vorangetrieben wurden. Im Jahr 1852 wurde diese fertiggestellt 1857 durch den Austausch des Gasometers von 1832 noch einmal erweitert.[25]

Kleinere Gaserzeugungsanlagen wurden in den Folgejahren auch am Augustusschacht, Fortunaschacht, Segen-Gottes-Schacht und am Glückauf-Schacht in Betrieb genommen. Ab 1902 verdrängte elektrischer Strom aus Coschütz die alte Gasbeleuchtung in Burgk. Die Gasanstalten wurden daraufhin außer Betrieb genommen und die Anlagen zurückgebaut.[26]

Am 9. Mai 2003 wurde eine Tafel zum Andenken an die Inbetriebnahme am Eingang der Bergbautagesstrecke im Schlossgarten eingeweiht.

Entwicklung nach 1990[Bearbeiten]

Leerstehende Real-Kaufhalle

Nach der Wende und der Deutschen Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Freital mit Burgk wieder Teil des Freistaates Sachsen.

Entlang dem zu dieser Zeit noch relativ unbebauten Abschnitt der Burgker Straße zwischen dem Stadion und der Einmündung der Rotkopf-Görg-Straße entstanden Reihen- und Mehrfamilienhaussiedlungen an den Straßen Am Dathepark, Pappermannstraße und Hellmuth-Heinz-Straße. Mitte der 1990er Jahre eröffnete die Supermarktkette Real einen Markt in Burgk mit 5500 Quadratmetern Verkaufsfläche, umliegenden Parkplätzen und einem Parkdeck.[27] Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde in den Jahren 1997 und 1998 ein mit Glas-Holz-Fassade versehener Neubau für das Berufliche Schulzentrum für Technik und Wirtschaft Freital errichtet.[28]

Des Weiteren wurde das Schloss Burgk sukzessive instand gesetzt und um Veranstaltungsräume für Hochzeiten und Familienfeiern erweitert. Im Jahr 2010 schloss der Real-Markt in Burgk im Zuge von Sparmaßnahmen des Unternehmens.[27] Das Gelände ist seitdem ungenutzt, alle Umnutzungsversuche scheiterten bislang.

Während des Hochwassers im August 2002 waren zeitweise 1400 aus dem Überschwemmungsbereich der Weißeritz evakuierte Menschen im Burgker Berufsschulzentrum untergebracht. Auch Teile des Freitaler Krankenhauses und Pflegeheime wurden hierher in Sicherheit gebracht.[29]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Burgker Straße in Höhe des Berufsschulzentrums

Der Stadtteil wird im Wesentlichen durch zwei bedeutende Verkehrswege erschlossen: die Kohlenstraße verbindet die Dresdner Stadtteile Plauen, Coschütz und Gittersee über Burgk mit Kleinnaundorf und Bannewitz. Sie ist als Kreisstraße ausgewiesen. Sie kreuzt sich an der im Volksmund so genannten Kreuzung Hopfenblüte (Die Hopfenblüte ist eine Gaststätte an diesem Knotenpunkt) mit der Verbindungsstraße von Kleinnaundorf über Burgk hinab nach Döhlen, der Burgker Straße. Sie erschließt Zschiedge und führt dann an vorbei Kleinburgk durch Großburgk über die Weißeritz bis nach Döhlen, wo sie sich mit der Dresdner Straße kreuzt. Auch die Burgker Straße ist als Kreisstraße klassifiziert. Der Abschnitt zwischen der Otto-Dix-Straße und der Einmündung der Straße Altburgk wurde erst im 20. Jahrhundert angelegt. Zuvor verlief der Verkehr über die relativ schmale Straße direkt am Schloss vorbei und knickte unmittelbar dahinter zum heutigen Verlauf ab.[30] Straßen mit geringerer Verkehrsbedeutung sind die Rotkopf-Görg-Straße als Verbindung nach Deuben und die in Zschiedge von der Burgker Straße abgehende Verbindung durch Leisnitz nach Potschappel.

Innerhalb des vom Regionalverkehr Dresden organisierten Stadtverkehrs Freital wird Burgk von zwei Omnibuslinien angefahren: die Buslinie B (kombiniert mit der Linie 66 der Dresdner Verkehrsbetriebe) verbindet den Busbahnhof in Deuben über Burgk mit der Straßenbahn-Gleisschleife Coschütz. Die Linie C fährt von Pesterwitz über Potschappel, Zschiedge, Burgk und Kleinnaundorf nach Bannewitz.[31]

Die Strecke der Windbergbahn führt für wenige Meter durch Burgk und bewegt sich ansonsten entlang der Stadtteilgrenzen zu Birkigt und Kleinnaundorf.

Unternehmen[Bearbeiten]

Große Bergbauunternehmen gibt es in Burgk nicht mehr. Einzig die Bergsicherung Freital ist im Stadtteil ansässig und hat sich unter anderem in den Bereichen Spezialtiefbau, Bergbausanierung sowie Fels- und Hangsicherung spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 40 Mitarbeiter.[32] Ansonsten gibt es in Burgk kleinere Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen.

Bildung[Bearbeiten]

Der 1998 fertiggestellte Schulbau des Beruflichen Schulzentrums

Die Burgker Stiftsschule wurde im 18. Jahrhundert gegründet. Das heute noch existierende Gebäude wurde am 27. November 1874 auf dem Gelände des ehemaligen Fortunaschachtes errichtet. Die Baukosten von rund 98.000 Mark wurden zu einem Anteil von 63.000 Mark durch Arthur Dathe von Burgk bereitgestellt. Nach der Übergabe lernten etwa 400 Schüler in dem Gebäude. Nach einer Instandsetzung im Jahr 1908 und dem Anbau einer neuen Turnhalle 1912 konnte 1924 das fünfzigjährige Bestehen der Schule gefeiert werden.[33] Nach 1945 hieß die Burgker Schule offiziell Käthe-Kollwitz-Schule und war Lehrstätte für rund 370 Kinder.

Zum hundertjährigen Schuljubiläum 1974 folgten weitere Reovierungsarbeiten. Ende des Schuljahres 1993 waren die Schülerzahlen in der Mittelschule zu gering, um die Einrichtung weiter betreiben zu können. Das Gebäude wurde durch die Verwaltung des Landkreises Freital zur Beruffschule umgebaut. Hier war bis 2010 eine Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums für Wirtschaft und Technik Freital untergebracht.[34] Gegenwärtig steht das Gebäude leer.

Im Jahr 1993 wurde beschlossen, die Standorte des ein Jahr zuvor gebildeten Berufsschulzentrums Freital am Standort Burgk zu konzentrieren. Zuvor war die Berufsschule unter anderem auf Standorte in Rabenau, an der Südstraße in Hainsberg und auf der Dresdner Straße verteilt. Der Neubau wurde zwischen 1997 und 1998 errichtet und im September 1998 feierlich übergeben.[28] 2010 wurde die Dippoldiswalder Berufsschule dem Freitaler Berufsschulzentrum untergeordnet.

Die nächsten Grundschulen sind von Burgk aus die Grundschule „Ludwig Richter“ in Birkigt und die Grundschule „Gotthold Ephraim Lessing“ in Potschappel. Dort befindet sich auch die nächstgelegene Oberschule. Das nächste Gymnasium ist das Weißeritzgymnasium in Deuben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Das Schloss Burgk
Ehemaliger Förderturm aus Gittersee
Schloss Burgk
Das Schloss Burgk ist der ehemalige Herrensitz derer von Burgk und beherbergt heute das Haus der Heimat mit dem Freitaler Stadtmuseum und den „Städtischen Sammlungen Freital“. Es gehört zu den größten nichtstaatlichen Museen Sachsens.[35] Das Museum zeigt Ausstellungen zu bergbauhistorischen und stadtgeschichtlichen Themen spwoe Kunstsammlungen der Dresdner Malschule des 18. Jahrhunderts, darunter Gemälde von Otto Dix und einigen weiteren Malern aus der Region. Zu Zeiten des Burgker Steinkohlenbergbaus war es der Sitz der Familie Dathe von Burgk und der Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke.[36]
Im ebenfalls denkmalgeschützten Schlosspark mit Teich befindet sich ein Besucherbergwerk als technisches Denkmal mit barrierefreien Schaustollen mit dem Namen Tagesstrecke Oberes Revier Burgk, das den Steinkohlenbergbau zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigt.[37]
König-Albert-Denkmal
Dieser 17 Meter hohe Sandsteinobelisk befindet sich auf dem Plateau des Windberges in Richtung des Tales und bildet eine weithin sichtbare Landmarke. In den Jahren 1903 und 1904 errichtete man dieses Denkmal zu Ehren des 1902 verstorbenen Königs Albert von Sachsen, der den Gemeinden im Plauenschen Grund während des Hochwassers 1897 schnelle Hilfe bereitstellte und daher im Volk beliebt war. An der dem Tal zugewandten Seite befindet sich ein von Heinrich Wedemeyer geschaffenes Reiterstandbild des Königs.[38] In der Nacht wird das 2008 sanierte Denkmal angestrahlt.
Windbergbahn
Die Windbergbahn, die durch die Mittelgebirgsstrecke in Normalspur berühmt wurde, versorgte einst die Bergbaubetriebe am Windberg und im Burgker Hinterland. Sie ist derzeit (2014) eine in Rekonstruktion befindliche Museumsbahn, die Aufnahme eines regelmäßigen Museumsbahnverkehrs ist durch einen Förderverein geplant.[39]
Ehemaliger Förderturm
Direkt an der Burgker Straße befindet sich ein Förderturm, der sich am Schacht 1 des Bergbaubetriebes „Willy Agatz“ in Gittersee befand. Er wurde 1957 montiert, in den Jahren 2003 bis 2006 an diese Stelle versetzt und weist anhand einer Informationstafel am Fuß des Bauwerks auf die Bergbauhistorie des Ortes Burgk hin.[37] Ein ähnlicher, aber nicht denkmalgeschützter Förderturm befindet sich in Zauckerode am ehemaligen Oppelschacht.

Weitere Kulturdenkmale[Bearbeiten]

Historischer Ortskern Altburgk

Insgesamt wurden in Burgk 20 Objekte durch das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege als Kulturdenkmal ausgewiesen.[40] Einige davon sind in der denkmalpflegerischen Sachgesamtheit „Bergbaumonumente Freital“ erfasst, beispielsweise zwei Huthäuser: direkt an der Burgker Straße befindet sich das Huthaus Altburgk 38, das 1834 errichtet wurde und bis etwa 1920 als solches genutzt wurde. Heute dient das sanierte Gebäude Wohnzwecken. Das Huthaus des Windbergschachtes befindet sich abgelegen auf Kleinburgker Flur. Es wurde ab 1845 gebaut und war ab 1881 Forsthaus, später Pflegeheim und Gästehaus. Heute ist das Gebäude Standort des Freitaler Tierheims.[41] Nur wenige Meter vom Altburgker Huthaus entfernt befindet sich das um 1840 erbaute ehemalige Beamtenwohnhaus des Wilhelminenschachtes.

Der Dathepark neben dem Schloss ist eine kleine Parkanlage zu Ehren von Carl Friedrich August Freiherr Dathe von Burgk und Arthur Freiherr Dathe von Burgk. Er wurde 1897 angelegt. Zwei Gedenksteine von 1871 und 1897 erinnern an die Inhaber der Steinkohlenwerke.[40]

Im alten Ortskern Zschiedges stehen drei Wohnhäuser unter Denkmalschutz, von denen das älteste wahrscheinlich im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Das dreigeschossige ehemalige Rathaus der Gemeinde Burgk befindet sich an der Burgker Straße. Es wurde nach dem Zusammenschluss von Groß- und Kleinburgk errichtet und ist im Giebel mit einer Bergmannsfigur gestaltet.[40]

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Stadion des Friedens an der Weißeritz

An der Burger Straße befindet sich direkt am Weißeritzufer das Stadion des Friedens mit Fußballplatz und Leichtathletikanlagen. Es ist Spiel- und Trainingsstätte der SG Motor Freital.[42] In unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion befindet sich eine Kegelbahn mit angeschlossener Gastronomie.[43] In einem weiteren Gebäude befindet sich die Geschäftsstelle Freital des Kreissportbundes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Sporthalle des Berufsschulzentrums wird ebenfalls gelegentlich für Sportveranstaltungen genutzt.

Gegenüber dem Stadion des Friedens befindet sich auf der anderen Straßenseite der Burger Straße der „Platz des Friedens“, ein Volksfestgelände, auf dem beispielsweise das jährliche Windbergfest stattfindet.

Auf dem Windberg sind zahlreiche Wanderwege ausgewiesen. Der Aufstieg zum Gipfel ist über einen steilen Weg von Norden aus (Rotkopf-Görg-Straße) oder flach von östlicher Seite über die Kohlenstraße möglich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Burgk. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 19.
  •  Peter Boenke, Freitaler Strom + Gas GmbH (Hrsg.): Gas- und Stromversorgung in Freital 1828–2003. Ein Abriss zur Geschichte. Freital 2003, S. 7–20.
  •  Wolfgang Reichel, Manfred Schauer, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie / Sächsisches Oberbergamt (Hrsg.): Das Döhlener Becken bei Dresden. Geologie und Bergbau. Freiberg 2006, ISBN 3-9811421-0-1 (Digitalisat).
  •  Eberhard Gürtler, Klaus Gürtler: Der Steinkohlenbergbau im Döhlener Becken Teil 1 – Schächte rechts der Weißeritz. Haus der Heimat Freital 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgk (Freital) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Suche geographischer Namen. In: geodatenzentrum.de. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, abgerufen am 25. August 2015 (Eingabe des Ortsnamens erforderlich).
  2. Burgk mit Groß- und Kleinburgk und Zschiedge (eingemeindet 1924). In: freital.de. Stadt Freital, abgerufen am 17. August 2015.
  3. Großburgk im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  4. Einst Herrensitz heute Museum – zur Geschichte des Schlosses. In: freital.de. Stadt Freital, abgerufen am 17. August 2015.
  5. Kleinburgk im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  6. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, Band I, S. 126, ISBN 3-05-003728-8
  7. Zschiedge im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  8. Burgk im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  9. Burgk. In: genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. August 2015.
  10. Reichel, Schauer 2006, S. 186
  11. Reichel, Schauer 2006, S. 188
  12. Reichel, Schauer 2006, S. 192
  13. Reichel, Schauer 2006, S. 193
  14. Reichel, Schauer 2006, S. 191
  15. Reichel, Schauer 2006, S. 210
  16.  Friedrich August Leßke: Beiträge zur Geschichte und Beschreibung des Plauenschen Grundes. 3, Kommissionsverlag Reuter, Dresden/Leipzig 1892, S. 47ff (Digitalisat).
  17. Reichel, Schauer 2006, S. 211
  18. Reichel, Schauer 2006, S. 199
  19. Boenke 2003, S. 7
  20. Boenke 2003, S. 8 ff
  21. Boenke 2003, S. 7
  22. Boenke 2003, S. 13
  23. Boenke 2003, S. 19
  24. Boenke 2003, S. 13
  25. Boenke 2003, S. 16 ff
  26. Boenke 2003, S. 18
  27. a b  Domokos Szabó: Ende nach über 15 Jahren: Im Freitaler Real-Markt hat der Schlussverkauf begonnen. In: Sächsische Zeitung. 5. Januar 2010 (sz-online).
  28. a b Geschichte der Freitaler Berufsbildung im Überblick (4). In: bsz-freital.de. Berufliches Schulzentrum „Otto Lilienthal“ Freital – Dippoldiswalde, abgerufen am 17. August 2015.
  29. Evakuierung Freitaler Bürger in das BSZ Freital. In: bsz-freital.de. Berufliches Schulzentrum „Otto Lilienthal“ Freital – Dippoldiswalde, abgerufen am 25. August 2015.
  30. Otto Flach: Stadtplan von Freital, 1:10 000, Lithographie, 1925. In: deutschefotothek.de. Deutsche Fotothek, 1925, abgerufen am 28. August 2015 (Bilddatei).
  31. Stadtverkehr Freital. In: rvd.de. Regionalverkehr Dresden, abgerufen am 17. August 2015.
  32. Unternehmen. In: bergsicherung-freital.de. Bergsicherung Freital GmbH, abgerufen am 25. August 2015.
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