Burgmannshof

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Ein Burgmannshof oder Burgmannenhof bzw. Burgmannenhaus wurde vom jeweiligen Burgherrn oder Landesherrn in Städten mit Festungscharakter auf oder neben größeren Burgen des Hochadels oder königlichen Burgen als Wohnsitz eines niederadligen Burgmannes oder einer Burgmannenfamilie angelegt. Die Höfe lagen oft in einer Vorburg oder in der Stadt in der Nähe der Stadtbefestigung. Teilweise dienten sie selbst zu Verteidigungszwecken. Oft waren in einem eigenen Stadtviertel für die Burgleute – mit besonderer Gerichtsbarkeit – mehrere Burgmannenhöfe verschiedener Familien angesiedelt. In manchen Orten erinnern örtlich nur noch überlieferte Bezeichnungen an die Burgmannensitze, so hat sich in Glauchau die Bezeichnung "Wehrdigt" (mit der Wehrstraße) für das Areal unter der ehemaligen Burg Glauchau bis heute erhalten.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgmannen zählten zu den Ministerialen, das heißt, ihnen unterlag die Hofhaltung, Verwaltung, und sie wurden zu Verteidigungs- sowie Kriegsdiensten hergezogen. Zum Teil waren sie auch für die Abhaltung der „Gerichtstage“ in der Stadt verantwortlich. Aus den Ministerialen entstand zum Teil der niedere Adel. Für ihre Leistungen und Dienste bei der Besitzverwaltung ihrer Herren sowie in deren Ritterheeren erhielten sie ein Dienstgut oder Lehen, über das sie dann im Laufe der Zeit frei verfügen und es vererben konnten. Bis ins 19. Jahrhundert hinein behielten die Burgmannshöfe ihre adlige Freiheit von allen städtischen Lasten, auch wenn sie schon in den Besitz bürgerlicher Familien gelangt waren. Bei den heute noch als Burgmannshöfe bezeichneten Gebäuden handelt es sich aber häufig nur um Nachfolgebauten aus der Zeit nach dem Mittelalter, an denen jedoch diese Rechte hingen.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgen mit Resten von Burgmannensitzen sind:

Burgmannenhäuser sind unter anderem:

Orte mit Burgmannshöfen sind insbesondere:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Biller: Burgmannensitze in Burgen des deutschen Raumes. In: Ettel, Peter (Hrsg.): La Basse-cour : actes du colloque international de Maynooth (Irlande), 23 - 30 août 2002 (Château Gaillard ; 21). Caen 2004, S. 7–16. Volltext online auf Art-Dok