Burg Ardeck

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Burg Ardeck
Die Burgruine Ardeck im Jahr 2009, Blick von Nordwesten.

Die Burgruine Ardeck im Jahr 2009, Blick von Nordwesten.

Entstehungszeit: 1395
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Grafen
Bauweise: Bruchsteinbau,
Basalt, Schiefer
Ort: Holzheim
Geographische Lage 50° 21′ 15,4″ N, 8° 2′ 29,4″ OKoordinaten: 50° 21′ 15,4″ N, 8° 2′ 29,4″ O
Höhe: 157 m ü. NHN
Burg Ardeck (Rheinland-Pfalz)
Burg Ardeck

Die Burg Ardeck ist die Ruine einer spätmittelalterlichen Höhenburg auf 157 m ü. NN neben dem Ort Holzheim im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie liegt frei zugänglich auf einer Anhöhe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Ardeck war im Mittelalter Landesburg der Grafschaft Diez. Ihre erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Chronik von Tilemann Elhen von Wolfhagen aus dem Jahr 1395. Vermutlich diente die vergleichsweise kleine Burg zunächst als Grenzbefestigung gegen Katzenelnbogen. Als Erbauer gilt Graf Adolf von Nassau-Dillenburg.

Ab 1467 war die Burg Hauptsitz der Familie von Dietrich von Diez, die sie in jenem Jahr von den Herren der Grafschaft Diez zum Lehen erhielt. Die Familie hatte das Erbmarschallamt der Grafschaft Diez inne. Weitere ihrer Angehörigen erhielten die Burg in den Jahren 1487, 1589 und 1624 nachweislich als Lehen.

Nachdem die Familie 1727 ausgestorben war, wurde die Burg nicht mehr bewohnt und zerfiel. Bereits in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1740 wird sie als gänzlich verfallen bezeichnet. Die Ruine ist heute im Besitz der Gemeinde Holzheim.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der einstigen Burg erhalten sind Reste des grob rechteckigen Mauerrings, der das gesamte Plateau umschloss, sowie die Ruine des Bergfrieds. Dieser 21 Meter hohe, nur rund fünf Meter durchmessende, fünfstöckige Bergfried besitzt allerdings keine Treppe, so dass eine Besteigung nicht möglich ist.

Details aus einer im Jahr 1898 veröffentlichten Beschreibung der Burg Ardeck:[1]

„Bruchsteinbau von Basalt, mit Bogen und Gewölben von Schiefer. In unregelmässig länglicher Grundform auf dem Gipfel eines Basaltberges erbaut. Die Umfassungsmauern nebst dem aus der Südwestecke herausspringenden runden Bergfried grösstenteils erhalten. An den Enden der östlichen Schmalseite ein runder und ein sechseckiger Eckthurm, beide halb zerstört. Neben letzterem in einem einspringenden Winkel der Südosteeke das spitzbogige Thor, darüber eine Pechnase. Daneben im Hofe der Anfang eines geraden Treppenlaufes, der zum sechseckigen Thurme und auf den durch einen Rundbogenfries vorgekragten Wehrgang führte. An der Nordseite der Burg im Innern 4 grosse Spitzbogenblenden, in welchen unregelmässig vertheilte Fenster lagen. Neben dem Bergfried im Hofe ein Keller mit rundbogigem Tonnengewölbe. Ueber dem zweiten Geschoss des Bergfriedes ein scharfgradiges Kreuzgewölbe, über dem obersten Stockwerk ebenfalls ein Gewölbe und ein Rundbogenfries.“

Verwendung des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Namen „Prinz“ bzw. „Prinzessin von Ardeck“ führten seit 1876 aufgrund königlich preußischer Verleihung Fürstin Marie von Hanau, Tochter des letzten regierenden Kurfürsten von Hessen, und ihre Nachkommen aus ihrer Ehe mit dem Prinzen Wilhelm von Hessen-Philippsthal.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Thon, Stefan Ulrich, Jens Friedhoff: „Mit starken eisernen Ketten und Riegeln beschlossen ...“. Burgen an der Lahn. Schnell & Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-2000-0, S. 16–21.
  • Schughart, Karl und Friedhelm Theis: Holzheim und seine Burg. 600 Jahre Burg Ardeck 1395 - 1995. Verlag Gemeinde Holzheim 1995, 288 Seiten

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eintrag zu Burg Ardeck in der EBIDAT, der wissenschaftlichen Datenbank des Europäischen Burgeninstituts

 Commons: Burg Ardeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Burgen und Wehrbauten im Taunus und im unteren Lahngebiet, Frankfurt am Main: Verlag des Taunus-Clubs, Teil II., 1898, S. 5 (Online-Ausgabe dilibri Rheinland-Pfalz)