Burgruine Hals

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Burgruine Hals
Die Burgruine Hals auf dem Felsrücken

Die Burgruine Hals auf dem Felsrücken

Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Passau-Hals
Geographische Lage 48° 35′ 29″ N, 13° 27′ 43″ O48.59138888888913.461944444444310Koordinaten: 48° 35′ 29″ N, 13° 27′ 43″ O
Höhe: 310 m ü. NN
Burgruine Hals (Bayern)
Burgruine Hals

Die Burgruine Hals liegt im Passauer Stadtteil Hals. Der Name Hals leitet sich von der Lage der Burg am Hals, das heißt der engen Schleife der Ilz ab. Auf einem schmalen Felsrücken über der Ortschaft liegen die Trümmer der einst mächtigen Spornburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burgruine Hals
Die Ruine über der Ilz

1072 wurden die Herren von Hals erstmals erwähnt. 1112 fand die Burg als Besitz derer von Palsenze von Eferding Erwähnung.

1190 errangen die von Edlen von Kamm aus Ortenburg die Burgherrschaft. Die neuen Halser Herren ließen sich in mehrere Auseinandersetzungen mit den Grafen von Bogen und den Bischöfen von Passau verwickeln, und der Kaiser verfügte einmal sogar die Reichsacht über sie. 1280 verlieh Rudolf von Habsburg dem Halser Albert von Kamm den Grafenstand. Die nunmehrigen Grafen von Hals weiteten ihr Herrschaftsgebiet bis zur böhmischen Grenze aus. Besitztümer waren u.a. Osterhofen, Haidenburg, Schönberg, Aidenbach, Aiterhofen, Rathmannsdorf und Fürstenstein. Die Herren sicherten auch die Handelswege nach Böhmen wie den Goldenen Steig. Holztrift aus dem Bayerischen Wald und die Perlfischerei waren wichtige Einnahmequellen.

1375 kam die Burg nach dem Aussterben der von Kamm-Hals in den Besitz des Oberpfälzer Grafen Johann von Leuchtenberg. Gute persönliche Beziehungen zu Kaiser Karls IV. brachten den Halsern sogar das Recht zur Münzprägung ein. Nach dem Tod Karls IV. unterstützte Johann weiter seinen Sohn, den böhmischen König Wenzel. Er stand bei den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen damit aber auf der Verliererseite. Die Grafschaft verschuldete immer mehr und verlor große Teil ihrer Besitztümer. In dieser Lage entführte Johann 1399 bei Hals den Bischof von Bamberg und erpresste ein Lösegeld, was die finanziellen Probleme aber nicht löste. Der verbliebene Rest fiel schließlich 1485 an die Adelsfamilien von Aichperg und später an die von Degenberg. 1517 wurde die Herrschaft von den Wittelsbachern aufgekauft.

1622 wurde die Burg durch einen Brand beschädigt. Nach 1663 wohnten die herzoglichen Burgverwalter dann im neuerrichteten Amthaus im Ort Hals, die Burg fand nur noch als Speicher Verwendung. Im österreichischen Erbfolgekrieg wurde die Burg 1741 demontiert, um zu verhindern, dass der Feind sie militärisch nutzen konnte. 1810 stürzten die noch stehenden Mauern ein. Seither verfiel das Bauwerk immer mehr und diente als Steinbruch.

Die Ruine befindet sich heute in Privatbesitz, kann aber mit Führung besichtigt werden. Auf dem Burgfelsen wächst die seltene Holunder-Schwertlilie (Iris sambucina)[1]

Etwa 750 Meter nordwestlich befindet sich das Vorwerk der Burg, die Burg Reschenstein.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgruine Hals – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Fürsch, Anita Götthans: Die Ilz. Ein Natur- und Wanderführer, Grafenau, 3. Aufl. 1991, S. 48