Burgruine Saxenegg

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Burgruine Saxenegg

Ansicht von Westen. Stich von Clemens Beuttler 1656. Rundbogen und Zisterne sind unrichtig(!) dargestellt

Staat Österreich
Ort St. Thomas am Blasenstein
Entstehungszeit 13. Jahrhundert
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Ruine
Geographische Lage 48° 18′ N, 14° 44′ OKoordinaten: 48° 17′ 48,6″ N, 14° 44′ 28,7″ O
Höhenlage 488 m ü. A.
Burgruine Saxenegg (Oberösterreich)
Planskizze (Hinweistafel) Saxenegg

Burgruine Saxenegg ist eine stark verfallene ehemalige Burganlage im Gemeindegebiet von St. Thomas am Blasenstein im Bezirk Perg im Mühlviertel in Oberösterreich. Der Name Saxenegg kommt vom alten Namen die Sachsen (Gewässername[1]) für den heutigen Käfermühlbach, der weiter unten Klambach heißt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine der Höhenburg liegt auf einer nach Süden, Osten und Westen stark abfallenden, bewaldeten Hügelkuppe in 530 m ü. A. zwischen den Bächen Käfermühlbach und Hinterbergerbach (früher Saxeneggerbach). Der Burgberg ist in südwestlicher Richtung rund 2,3 km (Luftlinie) von St. Thomas am Blasenstein entfernt. Benachbarte Burgen waren Blasenstein und Windhaag.

Erreichbar ist die Ruine auf forstlichen Wegen vom Käfermühlbachtal aus (Hinweistafel), oder auf landwirtschaftlichen Wegen vom Gehöft Ober St. Thomas N° 8 aus.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die umbaute Gesamtfläche der eigentlichen Höhenburg betrug 1.707 m². Sie lag auf einem nach Süden vorspringenden Felssporn, nun Waldgelände.

Der Zugang zur Burg war im Nordwesten. Der noch heute 10 m tiefe und 20 m breite Halsgraben ist noch immer gewaltig. Von einem Torbauwerk fehlt jede Spur. Anschließend an den Halsgraben folgt nach Südosten hin der Vorburgfelsen. Er trug bastionsartige Bauwerke. Spärliche Sockelmauern erhielten sich.

Wieder anschließend folgt etwas tiefer das trapezförmige Vorburgplateau, ~40 m lang. Die Umfassungsmauern sind erkennbar als Kante zum Steilabfall. Bodenwülste kennzeichnen eckige Gebäudemauern. Besonderheit ist die erhaltene runde (nicht eckige) Zisterne unterhalb des eigentlichen Burgfelsens.

Der Burgfelsen, etwas bucklig und mit den Kennzeichen der mühlvierteltypischen Wollsackverwitterung, trug einst den 17 m hohen viereckigen Bergfried. Nach den Erkenntnissen von Alfred Höllhuber waren vom Bergfried die drei Mauern zur Angriffsseite hin bereits frühzeitig abgerutscht oder abgetragen worden. Erhalten geblieben war offenbar nur die alte Südostmauer des Bergfrieds. Um diese zu verstärken griff man zu einer neuen Lösung. Man erbaute eine 2,55 m dicke Schutzmauer, die die alte Südostmauer zur Angriffsseite hin verstärkte. So entstand als Ersatz für den Bergfried eine 3,9 m dicke Doppelmauer in der Art einer Schildmauer. Der hochgelegene rundbogige Bergfriedeingang in der alten Südostmauer blieb dabei erhalten und weiterverwendet als Sitznische oder Ähnlichem.

Die alte Südostmauer des Bergfrieds stürzte samt Sitznische nun nach 1980 auch in sich zusammen. Nur niedere Reste und ein Schuttkegel blieben bestehen. Erhalten und heute noch sichtbar blieb jedoch die 2,55 m dicke und noch immer mächtige Schutzmauer. Die Position des Bergfriedeingangs kann in Spuren im Mauerwerk erkannt werden.

Die im Südosten an die Doppelmauer anschließende Hauptburg mit dem Palas war  ~30 m lang. Von ihr blieben die Geländeterrassen und ein paar gewaltige Stützmauern erhalten. Steiles Gelände hinunter zum Käfermühlbach und Hinterbergerbach umgibt alles.

Die Landkarte von C. Beutler zeigt außerhalb der Burg die Beschriftung Hausgarten und ein Gebäude. Der noch erkennbare viereckig abgeplattete Hügel ~75 m nordwestlich des Halsgrabens mag damit in Beziehung stehen. Der eigentliche Meierhof lag auf der anderen Seite des Hinterbergerbaches auf weniger steilem Gelände am Hofberg (Gehöft Hofberger, Saxenegg N° 6, Gemeinde Münzbach).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Entstehungszeit der Burg Saxenegg ist nicht bekannt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie am 12. März 1297.[2] Als Besitzer wurden zu dieser Zeit Ulrich und Wernhart den Sechseneker genannt.[3] 1342 gab Herzog Albrecht II. Burg Saxenegg Burghart dem Kneusser zum Lehen. 1382 verkaufte Hans der Kneusser die Anlage an Herzog Albrecht III. Zu dieser Zeit gehörten zur Herrschaft Saxenegg 14 Höfe, 22 ½ Lehen und 23 Hofstätten in den umliegenden Pfarren. Danach wechselte die Herrschaft mehrmals ihren Lehensträger: Zunächst ging sie an Wolf dem Schenk von Dobra, 1403 an Hans den Ruckendorfer, 1405 an Albrecht dem Schweinwarter, 1410 an die Brüder Erhard und Wilhelm von Zelking. Das Geschlecht der Zelkinger blieb fortan im Besitz von Saxenegg. In den Jahren 1424–1432 kam die Burg wahrscheinlich durch Hussitenheere zu Schaden.[4] Überliefert blieb, dass die Hussiten von Südosten her, also über das Käfermühlbachtal hinweg die Burg mit Kanonen beschossen hätten. Jedenfalls gestattete König Albrecht II. den Zelkingern am 26. Mai 1438 "die vest Sechsenekg die etwas pawfellig ist, als wir vernemen, abzeprechen vnd zu vernichten".

Die Burg wurde ab diesem Datum größtenteils aufgegeben. Das Inventar der Burgkapelle vermachte Christoph von Zelking 1473 der Pfarrkirche von Kefermarkt. Die Herrschaft Saxenegg, zu der auch Nutzrechte an umliegendem Gebiet gehörten, etwa an Gewässern (Fischerei), Forst (Holz) oder der Wildbann, wurde 1493 von den Gebrüdern Prüschenk auf Greinburg erworben. 1525 ging der Besitz an Anna Prager (Witwe des Ladislaus Prager) und ihre Söhne. Die Herrschaft wurde fortan von der Herrschaft Windhaag aus verwaltet, bis 1848 die Grundobrigkeit aufgehoben wurde. Überliefert blieb, dass 1848 Bürger und Bauern aus der Umgebung auf dem Tanzanger (Örtlichkeit für Feste) am Fuß der Burgruine ein Freiheitsfest feierten.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Erich Baumert, Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 1, Mühlviertel und Linz. Wien 1988, S. 168.
  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1970, S. 260 (Sachsenegg).
  • Georg Grüll: Burgen und Schlösser im Mühlviertel. Birken-Verlag, Wien 1968, S. 104 (Saxenegg).
  • Arbeitskreis Josef Grafeneder: Münzbach, Land und Leute – Gestern und heute. Hrsg. Marktgemeinde Münzbach. Druckerei Moserbauer, Ried im Innkreis 2010, ISBN 978-3-902684-17-2, S. 126 (Sachseneck).
  • Herbert Hiesmayr: St. Thomas am Blasenstein. Hrsg. Fremdenverkehrsverband St. Thomas am Blasenstein. Druckerei Plöchl, Freistadt 1991, S. 89 (Burgruine Saxenegg).
  • Alfred Höllhuber: Der Bergfried der Veste Saxenegg. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 125, Linz 1980, S. 75–108 (ooegeschichte.at [PDF]; mit 8 Abbildungen auf www.yumpu.com, abgerufen 13. Jänner 2021).
  • Günther Kleinhanns: Burgenlandschaft Mühlviertel. Baudenkmale als wichtige Sachzeugen einer Kulturepoche. Kataloge des OÖ. Landesmuseums. Linz 1988, S. 370 (Erwähnung Saxenegg; zobodat.at [PDF]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Burgruine Saxenegg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Historisches Ortsnamenslexikon OÖ Band K-Z. In: digi.landesbibliothek.at. S. 311 Sachsen, abgerufen am 9. Januar 2021.
  2. Erich Trinks (Bearb.): Urkunden-Buch des Landes ob der Enns. Band 4. Wien 1867, CCLXXVIII, S. 251 (archive.org – „her Vlrich und her Wernhart die sechsenecker“ als Zeugen; aus dem Kopialbuch des Klosters Baumgartenberg, 1511): „1297. 12. März. Herweich der Holzer von Clam gibt dem Lichte in der Kirche Baumgartenberg ein Lehen zu Weisching und eine Hofstat zu Ganng als Seelgeräth.“
  3. Karl Hohensinner, Peter Wiesinger, unter Mitarbeit von Hermann Scheuringer, Michael Schefbäck: Die Ortsnamen der politischen Bezirke Perg und Freistadt (Östliches Mühlviertel) (= Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 11). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2003, ISBN 978-3-7001-3103-8, S. 66–67, Nr. 11.2.6.10.
  4. Siegfried Haider: Kriegerische Ereignisse im Mühlviertel. Beiträge zur OÖ Landesausstellung, Band 2, Linz 1988, S. 312 (Zeitraum 1424–1432; zobodat.at [PDF]).