Burgruine Wolfstein

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Dieser Artikel befasst sich mit der Burgruine Wolfstein bei der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz, für die gleichnamige Burgruine bei Landshut siehe Burgruine Wolfstein (Isar)
Burgruine Wolfstein
Burgruine Wolfstein von Neumarkt-Labersricht aus

Burgruine Wolfstein von Neumarkt-Labersricht aus

Entstehungszeit: etwa 1150
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: zahlreiche Mauern in der Hauptburg, Bergfried, geringe Teile der Vorburg
Ständische Stellung: Adlige, Reichsministeriale
Ort: Neumarkt in der Oberpfalz-Wolfstein
Geographische Lage 49° 17′ 38,8″ N, 11° 29′ 30,6″ OKoordinaten: 49° 17′ 38,8″ N, 11° 29′ 30,6″ O
Höhe: 588,8 m ü. NN
Burgruine Wolfstein (Bayern)
Burgruine Wolfstein
Luftbild

Die Burgruine Wolfstein ist eine ehemalige Adelsburg aus dem 12. Jahrhundert im Stadtgebiet von Neumarkt in der Oberpfalz im gleichnamigen Landkreis in der Oberpfalz, Bayern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgruine der Höhenburg befindet sich im Mittelteil der Fränkischen Alb auf der höchsten Stelle des Wolfsteinbergs (588,8 m ü. NN[1]), der sich nordöstlich des Neumarkter Talkessels erhebt. Südwestlich bzw. nördlich der Burg liegen die Ortslage Schafhof und der Stadtteil Labersricht.

Geschichtlicher Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genauen Ursprünge der Burg Wolfstein als Herrschaftssitz des gleichnamigen Adelsgeschlechts lassen sich bis heute nicht einwandfrei klären. Um 1120 soll ein gewisser Ullrich von Wolfstein [2] Burgherr gewesen sein, doch Beweise fehlen. Die archäologischen Ausgrabungen der letzten Jahre lassen einen Bau in der Mitte des 12. Jahrhunderts vermuten.

Sicher historisch belegt ist die Burg ab 1283. Gottfried von Sulzbürg nahm den Namen Wolfstein an und begründete das Adelsgeschlecht. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts wuchsen Einfluss und Besitz der Wolfsteiner beträchtlich, sie beherrschten weite Teile des Neumarkter Raumes. König Karl IV. gewährte ihnen neben der Reichsunmittelbarkeit ihrer Herrschaft Sulzbürg-Pyrbaum das Recht, unterhalb der Burg eine Stadt anzulegen, die über dieselben Privilegien wie das benachbarte Neumarkt verfügen sollte, ein Plan, der jedoch nie ausgeführt wurde.

1434 wurde die Burg durch Kaiser Sigismund rechtlich mit der Stadt Neumarkt gleichgestellt, was zu erheblichen Differenzen mit den dort regierenden Wittelsbacher Pfalzgrafen führte, die immer wieder versuchten, die Burg den Neumarkter Besitzungen einzuverleiben.

Dies gelang ihnen jedoch erst unter Otto II. von Neumarkt. Im Vorfeld erhöhte Otto I. den Druck auf die Wolfsteiner so sehr, dass diese den böhmischen König als Schutzherrn akzeptierten und ihm die Burg verpfändeten. Jedoch starb 1462 Hans von Wolfstein (der „tolle Hans“) kinderlos, so dass der böhmische König die Burg einzog und das Lehen schließlich an Vizthum von Neuschönenberg weiterverlieh. Ihm kaufte Otto II. die Burg samt Besitzungen ab und gliederte sie in den fürstlichen Machtbereich ein.

Die Burg wurde Neumarkter Pflegeamt, bis ins 16. Jahrhundert wurde sie von einem Statthalter verwaltet, verlor jedoch an Bedeutung. Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 erlitt sie schwere Beschädigungen, denen eine umfassende Instandsetzung folgte.

1670 wurde berichtet, die Burg sei im „Grunde eingegangen“. Sie wurde aufgegeben, eine geplante Renovierung nicht mehr durchgeführt, die Anlage verfiel.

Die Burg heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute befindet sich die Burgruine Wolfstein in einem guten Zustand. Seit Mitte der 1990er Jahre führt der Verein Wolfsteinfreunde umfangreiche Ausgrabungen und Renovierungsmaßnahmen im Bereich der Hauptburg durch. So wurde unter anderem das Erdgeschoss freigelegt; das brachte neben einem Brunnen und verschiedenen Gewölben auch die ehemalige Marienkapelle wieder ans Tageslicht.

Der dichte Baumbewuchs der Ruinenanlage wurde entfernt, so dass die Gemäuer mehr Licht erhalten und Schäden durch Feuchtigkeit vermieden werden.

In der so genannten Vorburg siedelten sich bereits vor ca. 150 Jahren Bauern an, noch heute befinden sich dort zwei Wohnhäuser. Die dortigen Mauerreste wurden sich selbst überlassen.

360-Grad-Panoramablick Innenhof, März 2013

Sender Neumarkt/Wolfstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Bergfried befindet sich eine kleine Sendeanlage, die das Programm des Radiosenders Charivari (93,3 MHz) ausstrahlt, sowie eine Webcam, die einen Rundblick über den Neumarkter Talkessel ermöglicht.[3]

Besichtigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg ist das ganze Jahr über zugänglich, wegen Ausgrabungs- und Renovierungsarbeiten kann es jedoch zu Einschränkungen kommen.

In den Sommermonaten bieten die Wolfsteinfreunde sonntags Führungen an, dann kann auch der 22 m hohe Bergfried betreten werden, von dessen Aussichtsplattform sich ein Rundblick über Neumarkt und die Umgebung bietet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burgruine Wolfstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Infos zur Burg Wolfstein auf deutsche-burgen.org
  2. siehe auch Liste fränkischer Rittergeschlechter
  3. Informationen über den Sender Wolfstein und seiner Frequenz auf ukwtv.de, Zugriff am 12. April 2011.