Burgschell

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Burgschell
Alternativname(n): Burg Bürgel, Burg Lampenhain
Entstehungszeit: Frühmittelalterlich
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Burgstall, Halsgraben
Ständische Stellung: Niederadel
Ort: Heiligkreuzsteinach-Lampenhain
Geographische Lage 49° 30′ 0,3″ N, 8° 46′ 2,8″ OKoordinaten: 49° 30′ 0,3″ N, 8° 46′ 2,8″ O
Höhe: 430 m ü. NN
Burgschell (Baden-Württemberg)
Burgschell

Burgschell, auch Burg Bürgel oder Burg Lampenhain[1] genannt, ist eine abgegangene hochmittelalterliche Höhen- und Rodungsburg auf einem Berggrat auf Lampenhainer Gemarkung zwischen Lampenhain und Bärsbach, heutige Ortsteile der Gemeinde Heiligkreuzsteinach im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgreste liegen auf einem gratartigen, ins Tal vorspringenden Ausläufer eines geringfügig höheren Berges im südwestlichen Odenwald in leicht dominierender Lage um die damals entstehenden Waldhufendorfer dieser Region zu schützen und kontrollieren zu können.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner wenig fruchtbaren und kaum besiedelten Täler wird der südwestliche Odenwald als ein spätes Rodungsgebiet des 12. Jahrhunderts angesehen. Dieses Gebiet wurde im Auftrag der Herren von Strahlenberg, mit ihrer nahen Stammburg der Strahlenburg bei Schriesheim, besiedelt, obwohl die Landschaft eigentlich Allmende der Bergstraßendörfer und besonders der Stadt Ladenburg war. Erst 1315 konnte der Bischof von Worms, Emmerich von Schöneck, als Landesherr vertraglich den Verzicht auf die Gründung weiterer Siedlungen erreichen. Die Strahlenberger mussten ihre Rodungen als Lehen den Wormser Bischöfen antragen.[2] Eines der frühesten Dörfer des südwestlichen Odenwaldes ist Lampenhain zu Füßen der Burgschell. Die Burgschell wird als Vorgängerburg der etwa zwei Kilometer südöstlich liegenden Burg Waldeck angesehen.[3] Nach Thomas Steinmetz sind beide Burgen, genau wie die unweite Harfenburg als die einzigen ausgesprochenen Rodungsburgen des Odenwaldes anzusehen.[3]

Wann genau die Burgschell erbaut wurde, ist ohne archäologische Untersuchungen und Schriftquellen nicht zu entscheiden. Von einem frühen Ende bzw. Aufgabe der Burgschell kann ausgegangen werden: Bereits 1301 wurde die Burg Waldeck in einer Urkunde erwähnt, in der Sophie von Strahlenberg und ihre Söhne der Kurpfalz das Öffnungs- und Vorverkaufsrecht für ihre Burgen gewährte – die Burgschell aber nicht mehr vorkommt;[4] vielleicht aufgrund der weiter ins Odenwaldinnere fortschreitenden Rodungstätigkeit.[3]

Da außer einem vermutlichen Steinturm kaum Steinreste gefunden wurden, wird derzeit davon ausgegangen, dass die Burg nur in Holz erbaut wurde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das künstlich angelegte Burgplateau, etwa 50 Meter über der Talaue, mit einem Durchmesser von etwa 11 mal 15 Meter befindet sich bei 430 m ü. NN auf der höchsten Stelle des Berges und war durch massive Holzpalisaden und einem 8 Meter breiten und 2 Meter tiefen Halsgraben, der zum Teil noch erhalten ist, geschützt.

Die Burganlage mit einer Kernburg und eine Vorburg auf einer 1 Meter tiefer liegenden 11 mal 18 Meter großen Fläche verfügte vermutlich über einen mehrstöckigen Holzturm der als Unterkunft und zur Verteidigung bei Angriffen diente. Der Eingang war wahrscheinlich durch ein hölzernes Tor mit einem Torturm gesichert.

Am südlichen Berghang befindet sich ein mit Granitsteinen angelegter Pfad zur Burg hinauf, der wohl dem Transport von Trinkwasser auf die Burg diente. Der eigentliche Zugang zur Burgstelle erfolgt von Norden her über den in diese Richtung auslaufenden Grat des Berges.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Stadt Heidelberg und die Landkreise Heidelberg und Mannheim, Karlsruhe 1966, S. 198
  • Thomas Steinmetz: Kleinburgen und Burgställe im Odenwald – Der Burgschell bei Lampenhain. In: Odenwald-Heimat, 1981/11 (Monatliche Beilage zur Odenwälder Heimatzeitung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lampenhain, Ortsbeschreibung auf www.leo-bw.de
  • Burgschell, private Webseite zur Burg und deren Geschichte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Burg Bürgel/Burgschell in der privaten Datenbank „Alle Burgen“. Abgerufen am 17. September 2019.
  2. Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: amtliche Kreisbeschreibung, Band 2, Kommissionsverlag G. Braun, 1968, S. 592 und 594
  3. a b c Eintrag zu Burgschell in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 18. September 2019.
  4. Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: amtliche Kreisbeschreibung, Band 2, Kommissionsverlag G. Braun, 1968, S. 595
  5. Hans-Günther, Jürgen Morr: Burgschell. In: morr-siedelsbrunn.de. Abgerufen am 18. September 2019.