Burgschleinitz-Kühnring

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Marktgemeinde
Burgschleinitz-Kühnring
Wappen Österreichkarte
Wappen von Burgschleinitz-Kühnring
Burgschleinitz-Kühnring (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Hauptort: Burgschleinitz
Fläche: 41,86 km²
Koordinaten: 48° 36′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 48° 36′ 27″ N, 15° 49′ 0″ O
Höhe: 376 m ü. A.
Einwohner: 1.328 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3730 und 3713
Vorwahl: 02984
Gemeindekennziffer: 3 11 03
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Burgschleinitz 13
3730 Burgschleinitz
Website: www.burgschleinitz-kuehnring.at
Politik
Bürgermeister: Leopold Winkelhofer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
17
2
17 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Burgschleinitz-Kühnring im Bezirk Horn
AltenburgBrunn an der WildBurgschleinitz-KühnringDrosendorf-ZissersdorfEggenburgGars am KampGerasHornIrnfritz-MessernJaponsLangauMeiseldorfPerneggRöhrenbachRöschitzRosenburg-MoldSigmundsherbergSt. Bernhard-FrauenhofenStraning-GrafenbergWeitersfeldNiederösterreichLage der Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Burgschleinitz-Kühnring ist eine Marktgemeinde mit 1328 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgschleinitz-Kühnring liegt im Waldviertel am Nordostrand des Manhartsberges zwischen Eggenburg und Maissau. Die Entwässerung erfolgt durch die Schmida. Sie entspringt im Gemeindegebiet und verlässt das Gemeindegebiet in rund 340 Meter Meereshöhe im Osten. Die höchsten Erhebungen sind der Schmalzberg (402 m) und der Sonnwendberg (413 m).

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 41,86 Quadratkilometer. Davon sind 72 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 20 Prozent der Fläche sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Symbol einer Weltkugel Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[2]):

Die Marktgemeinde Burgschleinitz-Kühnring ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

In der Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring finden zwei Postleitzahlen Verwendung. Die Orte Burgschleinitz, Kühnring, Sonndorf und Zogelsdorf haben die Postleitzahl 3730. Die anderen Orte haben die Postleitzahl 3713.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosenburg-Mold Meiseldorf Eggenburg
Gars am Kamp Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Straning-Grafenberg
Schönberg am Kamp Maissau

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fossilienfunde zeigen, dass das Gebiet am Ende des Miozäns von einem Meer bedeckt war. So fand man bei Grabungen in der Kühnringer Gemeindesandgrube Skelette von Seekühen aus dieser Zeit.[3]

Der Abbau von Sandstein bei Zogelsdorf ist bis in die Bronzezeit belegt. Auch in der Neuzeit wurden Skulpturen für die Stifte Geras, Altenburg und Melk, für das Schloss Schönbrunn, die  Wiener Hofburg, das Belvedere und das Palais Liechtenstein produziert.[3]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1074 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Melk.[3]

An der Stelle, wo heute die Pfarrkirche von Kühnring steht, erbaute Hadmar I. in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Stammburg der Kuenringer, die Burg Kühnring.

Im Schloss Harmannsdorf schrieb die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner ihren Roman Die Waffen nieder![4]

In Reinprechtspölla befindet sich das Geburtshaus des bedeutenden Urzeitforschers Josef Höbarth.

Reinprechtspölla ist eine Stiftspfarre von Klosterneuburg, um 1735 wurde die Kirche von Baumeister Leopold Wißgrill vergrößert und barockisiert. Die Pläne dazu sind vom Barockarchitekten des Stiftes Klosterneuburg Donato Felice d’Allio. Im Zuge der Liturgieänderung wurde das Kircheninnere verändert, so der Tabernakel auf Seitenaltar versetzt etc. Auf dem Friedhof von Reinprechtspölla befindet sich das Grab des Komponisten und Allroundtalentes Otto M. Zykan (1935–2006).

1944/1945 mussten etwa 30 ungarische Juden Zwangsarbeit im Schloss Wisent leisten. Ihr Aufseher wurde 1947 wegen der Misshandlung der Arbeiter zu 18 Monaten Haft verurteilt.

1938 bis 1945 war Burgschleinitz Teil der Stadtgemeinde Eggenburg; dann wurde die Ortsgemeinde wiederhergestellt. 1967 wurden die Gemeinden Burgschleinitz, Kühnring, Amelsdorf, Buttendorf, Matzelsdorf, Sachsendorf, Sonndorf und Zogelsdorf zur Großgemeinde Burgschleinitz-Kühnring zusammengeschlossen; 1971 kam Reinprechtspölla dazu, 1972 folgte Harmannsdorf (mit der KG Geiersdorf). 1987 erfolgte die Markterhebung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem von 1991 bis 2001 sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz positiv waren, sinkt seither die Bevölkerungszahl wegen der Abwanderung aus der Gemeinde.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kellergasse Hintaus in Kühnring

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 36, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 109. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 670. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 48,76 Prozent.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 eröffnete die Biobäckerei Joseph Brot an der Retzer Straße im Ortsteil Burgschleinitz eine neue 400 m² -Brotmanufaktur auf einem 1800 m² großen Gelände. Dadurch konnte die Produktion von Vitis näher Richtung Wien verlegt werden, dem Hauptabsatzmarkt der Bäckerei. Die Firma produziert jährlich mit 39 Mitarbeitern in der Produktion eine halbe Million Stück Brot und Weckerl in Handarbeit.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
87,92 %
(+12,21 %p)
12,08 %
(−0,55 %p)
n. k. %
(−11,3 %p)
2015

2020


Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2007 Gerhard Krell (ÖVP)
  • 2007–2014 Andreas Ullreich (ÖVP)[14]
  • seit 2014 Leopold Winkelhofer (ÖVP)[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung vom 30. März 1982 erhielt die Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring ein Gemeindewappen verliehen. Seine Blasonierung: „Ein geteilter Schild oben Blau, unten im goldenen Feld vier schwarze Balken, belegt mit einem silbernen rotbewehrten Adler.“ Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Schwarz.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Ludwig Deusch (1925–2008), niederösterreichischer Politiker und Landtagsabgeordneter, wurde in Burgschleinitz geboren.
  • Adam Haresleben (1627–1683), österreichischer Steinmetzmeister und Dombaumeister zu St. Stephan in Wien, wurde in Kühnring geboren.
  • Johann Georg Haresleben (1671–1716), österreichischer Steinmetzmeister, wurde in Kühnring geboren.
  • Thomas Haresleben (1673–1733), österreichischer Steinmetzmeister und Dombaumeister zu St. Stephan in Wien, wurde in Kühnring geboren.
  • Josef Haslinger (1889–1974), niederösterreichischer Politiker und Landtagsabgeordneter, wurde in Reinprechtspölla geboren.
  • Josef Höbarth (1891–1952), niederösterreichischer Heimatforscher und Museumsgründer, wurde in Reinprechtspölla geboren.
  • Matthias Knox (1645–1688), österreichischer Steinmetzmeister und Dombaumeister zu St. Stephan in Wien, wurde in Kühnring geboren.
  • Joseph Winkler (1665–1748), österreichischer Steinmetzmeister und Richter in Kaisersteinbruch, wurde in Burgschleinitz geboren.
  • Matthias Winkler (um 1682–1753), österreichischer Steinmetzmeister und Dombaumeister zu St. Stephan in Wien, wurde in Kühnring geboren.
  • Johann Zach (1892–1978), niederösterreichischer Politiker, Landtagsabgeordneter und Nationalrat, wurde in Kühnring geboren.
Personen mit Bezug zur Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Burgschleinitz-Kühnring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. November 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. a b c Gedächtnis des Landes - Orte: Burgschleinitz. Museum Niederösterreich, abgerufen am 19. November 2021.
  4. Harmannsdorf. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl, abgerufen am 7. März 2022.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 19. November 2021.
  6. Website des Internationalen Bertha von Suttner Vereins
  7. Neue Brotmanufaktur von Joseph Brot in Burgschleinitz eröffnet. Abgerufen am 30. September 2016.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Burgschleinitz-Kühnring. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 16. Januar 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Burgschleinitz-Kühnring. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 16. Januar 2020.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Burgschleinitz-Kühnring. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 16. Januar 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Burgschleinitz-Kühnring. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 16. Januar 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Burgschleinitz-Kühnring. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 16. Januar 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Burgschleinitz-Kühnring. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 20. Februar 2020.
  14. Andreas Ullreich neuer Bürgermeister. Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring, abgerufen am 19. November 2021.
  15. Aufgaben der Gemeinde. Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring, abgerufen am 19. November 2021.
  16. Kundmachung (Memento vom 8. September 2012 im Webarchiv archive.today)