Burgweinting-Harting

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Burgweinting-Harting ist der Stadtbezirk 18 von Regensburg, der im Süden der Stadt liegt.

Burgweinting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgweinting wurde 790 als Wihmuntinga erstmals erwähnt. Das „Burg“ im Namen geht wohl auf die ehemalige Burg Burgweinting zurück. Die auf sehr fruchtbaren Lössboden liegende Gegend wurde aber schon lange vorher besiedelt. Bei Baumaßnahmen seit den 1980er Jahren wurden Siedlungsreste aus Jungsteinzeit, der Urnenfelderzeit, der Römerzeit sowie einer großen Ansiedlung der frühen Bronzezeit gefunden. Von Funden von drei römischen Villae Rusticae wurde der Grundriss von einer durch Bepflanzung mit verschiedenen Nutzpflanzen sichtbar gemacht (vergleiche: Villa Rustica (Burgweinting)). Die dahin selbstständige Gemeinde Burgweinting wurde am 1. Januar 1977 im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Stadt Regensburg eingemeindet.[1] In den 1970er Jahren wurde der Ort an das Autobahnnetz angeschlossen. In den 1980er und 1990er Jahren wurde ein großes Gewerbegebiet im Osten des Ortes ausgewiesen, auf dem sich unter anderem Firmen wie Alstom Sachsenwerk, Toshiba, Infineon und Osram, sowie ein Güterverkehrszentrum ansiedelten. Weiter wurde seit den 1980er Jahren von der Stadt Regensburg die Entwicklungsmaßnahme Burgweinting durchgeführt, in dessen Verlauf durch die Ausweisung großer Baugebiete die Einwohnerzahl bis 2005 auf 8.401 Einwohner anstieg; 2012 sind es ca. 10 000 Einwohner.

Seit 2013 arbeitet eine Arbeitsgruppe Ortsgeschichte aktiv daran, die Geschichte Burgweintings im 20. Jahrhundert auf dem Weg vom Dorf zum Stadtteil aufzuarbeiten und erlebbar zu machen.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Michael, Burgweinting
Pfarrzentrum St. Franziskus, Burgweinting

Die romanische Pfarrkirche St. Michael wurde 1438 erstmals erwähnt. Unter dem Josefsaltar befindet sich das Grab Juliane Engelbrechts. Da aufgrund des starken Wachstums der Einwohnerzahl die alte Kirche zu klein wurde, wurde direkt daneben am 8. Mai 2004 das in moderner Architektur gestaltete neue Pfarrzentrum St. Franziskus eingeweiht. Ein Glasfasergewebe an der Kirchendecke ruft Lichteffekte wie bei einer barocken Kirche hervor.

Im Jahr 1966 wurde das Gemeindehaus der Mennoniten in der Hartingerstraße errichtet, seitdem trafen sich darin abwechselnd die Mennonitengemeinde und die evang.-luth. St. Matthäusgemeinde zu ihren Gottesdiensten. Burgweinting wurde schließlich aus der Gemeinde St. Matthäus ausgegliedert und mit Harting und Oberisling zu einer neuen evang.-luth. Gemeinde zusammengeschlossen. Mittlerweile hat sie den Namen Evangelisch – Lutherische Kirchengemeinde Regensburg – Maria Magdalena. Die Kirche Maria Magdalena wurde am 21. März 2009 eingeweiht.

Weiter befindet sich am Ort der Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgweinting besitzt eine Grundschule. Die Grundschule ist mit einer Schülerzahl von rund 455 Schülern die größte Grundschule in Regensburg. 2008 wurde eine Ganztagsmittelschule eröffnet, die nach dem ehemaligen Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde in Regensburg Otto Schwerdt benannt ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahnanschlussstelle Regensburg-Burgweinting an der A 3 und Bundesstraße 15. Der Haltepunkt Burgweinting ist seit dem Papst-Besuch 2006 in Betrieb. Außerdem ist Burgweinting mit den Stadtbuslinien 9, 7 und 11 mit der Innenstadt verbunden. Ebenso führen die Buslinien 22, 23, 24, 25, 30, 31 und 76 durch den Stadtteil.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1978 gab es den Reptilienzoo Regensburg-Burgweinting, in dem in 70 Terrarien 130 Reptilienarten, vor allem Schildkröten, Echsen und Schlangen, zu besichtigen waren. Am 30. März 2015 wurde die Einrichtung aufgrund baulicher, finanzieller und personeller Probleme geschlossen. Ein Konzept für eine Neueröffnung in Regensburg ist erstellt, derzeit sucht man nach geeigneten Räumlichkeiten, Flächen und Förderern.

Burgweinting liegt zudem am Waldrand und ist durch den nahen Aubach verbunden. Dort liegt außerdem ein Biberrevier.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgweinting hat eine Vielzahl von Vereinen: Die Freiwillige Feuerwehr Burgweinting, die Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, den Sportverein SV Burgweinting, den katholischen Frauenbund, die Marianische Männerkongregation und den Förderverein für unter- und überirdische UrbanismusForschung – Fvfu-uüiUF.e.V.(mit Sitz und Forschungsfeld in Burgweinting).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Baptist Lehner/Anton Stiegler, Burgweinting – Beiträge zur Geschichte eines Dorfes am Stadtrand von Regensburg, Regensburg 1936

Harting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harting vom BMW-Wall gesehen

Die bis Ende der 1970er Jahre selbstständige Gemeinde Harting wurde am 1. Januar 1977 eingemeindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartinger Kirche St. Coloman

Der Name Harting lässt darauf schließen, dass der Ort die Gründung eines Harto darstellt. Erste Erwähnungen finden sich bereits im 9. Jahrhundert.

Bis zur Säkularisation war die Hartinger Kirche Teil des Reichsstifts St. Emmeram. Somit oblag die gesamte Seelsorge dessen Mönchen.

Nach der Eingemeindung erfolgte Anfang der 1980er Jahre der Bau des BMW-Werks Regensburg auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Harting. Auf diesem Gelände wurden infolge der Baumaßnahmen Überreste einer neolithischen Siedlung gefunden. Diese werden im Archäologischen Museum im BMW-Werk ausgestellt.

Zentrum Hartings ist die Kirche St. Coloman. Die Gemeinde ist als Filialkirche an die Gemeinde Burgweinting angeschlossen.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Harting existiert eine Gruppe des KDFB, eine Gruppe der KLJB, ein Skiclub, ein Obst- und Gartenbauverein (OGV) und der Schützenverein Turmfalke sowie örtliche Gruppen der CSU und SPD (Letzterer zusammen mit Burgweinting und Irl). Seit 2012 arbeitet bei der Art BuZZ`l der Förderverein für unter- und überirdische UrbanismusForschung/ Fvfu-uüiUF.e.V (mit Sitz in Burgweinting) täglich vor Ort.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Harting wurde 1880 gegründet und besitzt ein Löschgruppenfahrzeug 10/6 und einen Gerätewagen mit Verkehrssicherungsanhänger. Kommandant der Feuerwehr ist Reinhardt Frummet, 2. Kommandant ist Joachim Schneider.

Fußballverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein SV Harting wurde 1946 gegründet. Die Vereinsgründer waren Franz Karl sen., Xaver Treintl sen., Josef Graf, Otto Pielmeier, Georg Melzl, Kolomann Sailer und Josef Siegl. Es gibt 101 Fußballaktive, 34 in der Stockschießabteilung, 79 beim Tennis und 120 passive Mitglieder. Es bestehen zwei Herrenmannschaften, eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Neutraubling in der B- Jugend und einige weitere Jugendmannschaften.

Schloss Höfling

Höfling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einöde Höfling umfasst das Schloss Höfling und liegt südwestlich von Burgweinting. Das Schloss Höfling ist ein zweigeschossiger spätbarocker Mansarddachbau mit Halbwalm, dreigeschossigem Mittelrisalit, Vorzeichen und Putzgliederungen von 1750.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 636.

Koordinaten: 48° 59′ N, 12° 9′ O