Burton-upon-Trent

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burton upon Trent
Koordinaten 52° 48′ N, 1° 39′ WKoordinaten: 52° 48′ N, 1° 39′ W
Burton upon Trent (England)
Burton upon Trent
Burton upon Trent
Bevölkerung 72.299
Verwaltung
Post town BURTON-ON-TRENT
Postleitzahlen­abschnitt DE13–DE15
Vorwahl 01283
Landesteil England
Region West Midlands
Shire county Staffordshire
District East Staffordshire
Britisches Parlament Burton

Burton-upon-Trent ist eine Stadt am Fluss Trent im Osten der Grafschaft Staffordshire in England. Die Stadt hat 72.299 Einwohner (2011)[1] und ist der Verwaltungssitz des Distrikts East Staffordshire.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burton-upon-Trent entstand aus einer Siedlung um das Kloster St. Modwin. Bekannt wurde die Stadt jedoch wegen ihrer Brauereien, die aufgrund der guten Qualität des dortigen Wassers entstanden. Noch heute ist Burton der Standort mehrerer Brauereien. Ein Nebenprodukt dieser Brauereien ist, sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne, eine Fabrik, in der Marmite, ein Brotaufstrich aus Bierhefe, hergestellt wird. Das wiederum führte zur Produktion von Bovril, einem gesalzenen Hefeextrakt. Zusammen mit den Brauereien können diese Fabriken der Gegend einen unverwechselbaren Geruch verleihen.

Ab 1712 war der Fluss Trent von Hull, dem Nordseehafen, bis Burton schiffbar. Das Bier wurde auf Flusskähnen nach Hull verschifft und von dort z. B. ins Baltikum exportiert, aber auch mit Küstenschiffen auf den heimischen Märkten in London oder Edinburgh vertrieben. Letztlich fand das Bier aus Burton-upon-Trent im ganzen Britischen Empire Abnehmer.

Mit der Eröffnung des Trent-und-Mersey-Kanals 1777 wurde der Transport nochmals erleichtert und erweitert, verband dieser doch Liverpool an der West- mit Hull an der Nordostküste Englands.

Der vergleichsweise langsame Schiffstransport schadete der Bierqualität nicht, auch die Transportkosten waren moderat, denn die Reeder nutzten die schweren Eichenfässer mit Bier gern als Ballastmittel in den untersten Stauräumen unterhalb der Wasserlinie des Schiffs. Dies war wegen der deshalb gleichbleibend kühlen Temperierung auch für das transportierte Bier vorteilhaft.

Der Transport auf dem Trent-und-Mersey-Kanal hatte aber auch seine Tücken: So lagen die Narrowboats, die kleinen, von Pferden getreidelten Binnenschiffe mit einer Nutzlast von gerade 30 Tonnen, oft im Winter fest, wenn der Kanal z. T. über Wochen zugefroren war.

Nach rund 60 Jahren löste dann ab 1839 die schnellere und zuverlässigere Eisenbahn die Kanalschiffe als Haupttransportmittel ab.

Als ein Schiff, das India Pale Ale (ein speziell für den langen Transport nach Indien gebrautes Bier) geladen hatte, sank und Fässer dieses Bieres angespült wurden, veränderte sich zunächst der lokale Biergeschmack. Zugleich begann damit ein Wandel des englischen Biergeschmacks. Zuvor tranken die Engländer hauptsächlich Stout (bekannteste Marke: Guinness) und Porter – dunkle, durch die Verwendung von gerösteter Gerste würzige Biere. Mit der Fortentwicklung des Pale Ale zu Bitter wurde dieses stark gehopfte helle Bier, das einfacher zu lagern und zu transportieren war, zum bevorzugten Bier.

Burton dominierte den Handel mit dieser Biersorte; zu den besten Zeiten stammte ein Viertel des in Großbritannien getrunkenen Bieres aus der Stadt. 1880 gab es mehr als 30 Brauereien, doch durch Zusammenschlüsse und Verkäufe sank die Zahl bereits 1980 auf drei. Heute gibt es in Burton nur noch eine selbständige Brauerei (Burton Bridge). Der Pubbetreiber Punch Taverns hat seinen Hauptsitz in der Stadt. 1990 entstand der erste Laden der Poundland-Kette in der Stadt.

Die Bekanntheit Burtons für sein Bier führte zu dem euphemistischen Spruch Gone for a burton, wenn jemand gestorben war.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The population development of Burton Upon Trent, Census 2011 citypopulation.de. Abgerufen am 14. Oktober 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]