Burton Richter

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Burton Richter

Burton Richter (* 22. März 1931 in New York City, New York; † 18. Juli 2018 in Palo Alto, Kalifornien[1]) war ein US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burton Richter studierte ab 1948 Physik am Massachusetts Institute of Technology, unter anderem bei Francis Bitter im Magnetismuslabor. Er wechselte aber bald zur Teilchenphysik und promovierte bei L. S. Osborne über Photoproduktion von Pionen an Protonen. 1957 testete er mit Experimenten an der Stanford University die Gültigkeit der Quantenelektrodynamik (QED) bis zu Abständen von . Bald darauf konstruierte er im Team von Gerard Kitchen O’Neill die ersten Elektroncollider am HEPL (High Energy Physics Laboratory). Damit konnten sie 1965 die Tests der Gültigkeitsgrenze der QED noch einmal auf zehnmal kleinere Abstände erweitern. Gleichzeitig war er auf Einladung von Wolfgang Panofsky ab 1963 am SLAC an der Planung eines Elektron-Positron-Speicherrings, des späteren SPEAR beteiligt und entwickelte dazu auch verschiedene Detektoren. 1970 begann der Bau und 1973 begann SPEAR zu laufen. Dort konnte Richter die Experimente durchführen, die ihm schließlich den Nobelpreis brachten.

Richter erhielt 1976 zusammen mit Samuel C. C. Ting den Physik-Nobelpreis „für führende Leistungen bei der Entdeckung eines schweren Elementarteilchens neuer Art“, eines gebundenen Zustands des Charm-Quark mit seinem Antiteilchen (J/ψ-Meson), womit ihnen ein direkter Nachweis des Charm-Quarks gelang. Dieselbe Entdeckung gelang unabhängig davon Samuel Ting am Brookhaven National Laboratory.

Während eines Aufenthalts am CERN 1975/76, bei dem er am Protonen-Speicherring ISR experimentierte, unternahm er Skalierungsstudien für Elektron-Positron-Speicherringe, die als Vorstufe zum Large Electron-Positron Collider am CERN der 1980er Jahre dienten.

1982 bis 1984 war er Technischer Direktor am SLAC und danach bis 1999 Direktor. 1977 wurde er in die National Academy of Sciences, 1989 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Er war seit 1960 verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beyond Smoke and Mirrors. Climate Change and Energy in the 21st Century. Cambridge University Press, 2010 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adrian Cho: Burton Richter, Nobel Prize–winning physicist with influence in Washington, D.C., dies. In: Science. 20. Juli 2018 (sciencemag.org [abgerufen am 3. September 2018]).
  • Helen Quinn: Burton Richter (1931–2018). In: Nature. Band 560, Nr. 7720, August 2018, ISSN 0028-0836, S. 554–554, doi:10.1038/d41586-018-06036-6 (nature.com [abgerufen am 3. September 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burton Richter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nobel Prize-winning physicist Burton Richter dies at 87. In: stanford.edu. 19. Juli 2018, abgerufen am 20. Juli 2018 (englisch).