Buschow

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Buschow
Koordinaten: 52° 35′ 17″ N, 12° 38′ 6″ O
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 11,4 km²
Einwohner: 383 (Aug. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2002
Postleitzahl: 14715
Blick auf Buschow

Buschow mit seinen Wohnplätzen/Gemeindeteilen Buschow I und Kolonie Buschow ist ein Ortsteil der Gemeinde Märkisch Luch im Landkreis Havelland in Brandenburg.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Möthlow, Ortsteil der Gemeinde Märkisch Luch
  • Barnewitz, Ortsteil der Gemeinde Märkisch Luch

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buschow liegt in einer Höhe von 32 m ü. NHN westlich der Ribbecker Heide und der Hinterbehnitzer Heide.

Erreichbar ist der etwa 6,5 Kilometer südwestlich von der Bundesstraße 5 gelegene Ort über die Verbindungsstraße zwischen der Bundesstraße 5 und Brandenburg an der Havel über Retzow, Barnewitz und Marzahne der Landesstraße 99 oder über den eigenen Bahnhof an der Bahnlinie Berlin–Rathenow. Der Ort hat eine Fläche von 11,40 km² und bei 383 Einwohner[2] eine Bevölkerungsdichte von 38 Einwohner/km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Buschow wurde 1256 ersterwähnt und war stets ein typisches Straßendorf an der Straße von Marzahne nach Retzow abseits der großen Fernverkehrsstraßen. Buschow war lange eine Begüterung und Gutssitz der Herren von Knoblauch. Bald entsteht ein eigener Familienzweig von Knoblauch-Buschow. Philipp von Knoblauch, vermählt mit Ottilie von Knoblauch, folgend ihr Sohn Philipp jun. und der Enkel der Erstgenannten, Philipp Ludwig (1669–1724) sind die ersten Herren auf Buschow.[3] Die Ahnenreihe führen Kuno Ludolf Ludewig von Knoblauch und seine Frau Johanna von Rochow-Trechwitz weiter.[4] Deren erster Sohn Wilhelm war Offizier in dänischen Diensten. Sein Bruder Philipp als Nachfolger auf Buschow dagegen wieder traditionell preußischer Major.

Buschow bestand eigentlich aus zwei Gütern. Einem Gut aus einem so genannten alten Besitz, einem Lehngut. Dazu gab es noch ein Allodialgut, ein freies Gut.[5] Eigentümer beider Güter war Mitte des 19. Jahrhunderts Eduard von Knoblauch (1808–1868), auf Buschow I und II genannt, verheiratet mit Johanna Berlin. Erbe wird ihr Sohn Hans von Knoblauch, liiert mit Hedwig von Blücher. Botho-Wigand von Knoblauch (1878–1964) ist der letzte Vertreter vor Ort, auch Möthlitz wurde 1938 verkauft. Botho-Wigand begann seine Karriere, wie viele seiner Vorfahren, auf dem Adelsinternat der Brandenburger Ritterakademie. Dann studierte er Landwirtschaft, wurde Husaren-Leutnant und übernahm einst Buschow im Dezember 1903.[6] Im letztmals 1929, also kurz vor der großen Wirtschaftskrise, amtlich publizierten Brandenburgischen Landwirtschaftlichen Adressbuch wird die geschiedene Ehefrau des Botho-Wigand als Gutsbesitzerin des 300 ha großen Rittergutes Buschow I aufgeführt. Es war Dorothea, geborene von Zelewski.[7] Sie heiratete 1930 den Fideikommissherrn Wolf von Bredow-Retzow. Beide betrieben nach der Bodenreform einen Hof in Niedersachsen.

Buschow gehört seit dem 31. Dezember 2002 zur Gemeinde Märkisch Luch.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Ortsvorsteher und Bürgermeister der Gemeinde Märkisch Luch ist Rudi Marquardt († 13. Oktober 2013) (parteilos).[9] Derzeitiger Ortsvorsteher ist Frank Hellmann.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buschower Kirche

Sehenswert sind im Ort das Jagd- und Heimatmuseum und die Dorfkirche sowie in der näheren Umgebung das Bolchow-Moor.

Am Rande des Naturschutzgebiets Havelländisches Luch gelegen ist Buschow ein Anziehungspunkt für Ornithologen zur Beobachtung der seltenen Großtrappe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heidrun Chmura: Buschow. In: Die Herrenhäuser des Havellandes. Eine Dokumentation ihrer Geschichte bis in die Gegenwart. Hrsg. Almut Andreae, Udo Geiseler, Lukas-Verlag, Berlin, 2001, S. 92–96. ISBN 978-3-931836-59-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Buschow – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Buschow – Einwohnerzahl. In: amt-nennhausen.de. Abgerufen am 21. August 2021.
  2. Buschow – Seite des Amtes Nennhausen
  3. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1902. Der in Deutschland eingeborene Adel (Deutscher Uradel). In: "Der Gotha", erschienen bis 1942. Nachfolger: GHdA, GGH seit 2015. Dritter Jahrgang Auflage. Adelige Häuser nach alphabetischer Ordnung, Knoblauch. Justus Perthes, Gotha 9. November 1901, S. 480–483 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 4. Dezember 2021]).
  4. Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705-1913. In: Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. (Hrsg.): Schüler-und Alumnatsverzeichnis. I von IV, Ab Kuno Ludolph v. Knoblauch-Zögling-RA-No. 288. Selbstverlag. Gedruckt in der Buchdruckerei P. Riemann, Belzig, Ludwigslust 1913, DNB 361143532, S. 50.
  5. Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter. 1857. In: Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Vorgängerausgabe der Güter-Adressbücher ab 1879. Provinz Brandenburg. Im Selbstverlag des Autors, Berlin 1857, S. 75 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 4. Dezember 2021]).
  6. Walter v. Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel), 1973. In: Deutsches Adelsarchiv e. V., Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände (Hrsg.): GHdA Gesamtreihe von 1951 bis 2015. Band XII, Nr. 55. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, DNB 730369242, S. 180–181.
  7. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Hogrefe: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher. Band VII. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. In: Mit Unterstützung von Staats-und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. 4. Auflage. Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe. Verlag Niekammer’s Adreßbücher G.m.b.H., Leipzig 1929, S. 136 (martin-opitz-bibliothek.de [abgerufen am 4. Dezember 2021]).
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  9. Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008