Buschzulage

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Buschzulage bezeichnet umgangssprachlich eine Zulage für deutsche Beamte oder Soldaten für Dienst abseits ihrer Heimat.

Ursprünglich war „Buschzulage“ eine redensartliche Wortschöpfung für die Kolonialzulage der kaiserlich-deutschen Beamten, die in die Kolonialländer Afrikas entsandt wurde – analog zu Wortbildungen wie Buschmann oder Buschmesser.[1][2]

Nach 1960 wurde Buschgeld von Bundeswehrsoldaten für 'Manövergeld, -zulage' gebraucht.[3][1]

In den 1990er-Jahren bezeichnete „Buschzulage“ umgangssprachlich zudem eine zwischen 1990 und Mitte 1995 geltende Sonderzahlung für Beamte aus den alten Bundesländern, die zusätzlich zum Westgehalt im Osten der Republik bezahlt wurde, um einen Anreiz zu einer zeitweiligen Arbeit dort zu setzen. Anfangs von fast allen toleriert, erregte sie schnell Unmut, da „Busch“ vermeintlich für eine infrastrukturschwache und zuweilen trostlose Gegend (etwa australischer Busch) stehe; die Zulage als Ausgleich dafür, trotz dieser vermeintlichen Nachteile in diese Gegend zu gehen. Mit „Busch“ waren in diesem Zusammenhang die neuen Bundesländer gemeint. Grund für den mit der Buschzulage verbundenen Unmut war zum einen die Herabwürdigung von Ostdeutschland und seinen Einwohnern, unterstellt „Busch“ doch „Unzivilisiertheit“, zum anderen die damit verbundene Diskriminierung durch die Mehrbezahlung, in deren Genuss per Konstruktion nur Westdeutsche, jedoch keine Ostdeutschen kommen konnten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Der Ausdruck Buschprämie“, Gerhard Müller, Der Sprachdienst (Wiesbaden), Heft 6/2006, S. 194 f. Stark ergänzte und erweiterte Online-Version (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/muellers-lesezelt.de Dezember 2011.
  2. Wie ein Landtag laufen lernte: Erinnerungen eines westdeutschen Aufbauhelfers in Thüringen, Joachim Linck, Köln 2010, S. 114
  3. Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache, Heinz Küpper

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]