Buseno

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Buseno
Wappen von Buseno
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Moesa
BFS-Nr.: 3804i1f3f4
Postleitzahl: 6542
Koordinaten: 728621 / 125942Koordinaten: 46° 16′ 21″ N, 9° 6′ 26″ O; CH1903: 728621 / 125942
Höhe: 801 m ü. M.
Fläche: 11,15 km²
Einwohner: 92 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.buseno.ch
Buseno

Buseno

Karte
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Buseno (bis 1943 offiziell Busen) ist eine politische Gemeinde in der Region Moesa des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein steigender goldener (gelber) Mond, überhöht von einem sechsstrahligen goldenen Stern

Mond und Stern sind Bestandteile des Familienwappens der Herren von Molina in den Farben der Sax-Misox.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus dem Dorf Buseno und dem Ortsteil Molina im Talgrund des untersten Teils des Calancatals, sowie den Bergsiedlungen Giova und San Carlo. Das Dorf liegt an einem stark bewaldeten Hang rechtsseitig über dem Fluss Calancasca.

Vom gesamten Gemeindegebiet von 1126 ha sind 925 ha (über 82%!) von Wald und Gehölz bedeckt. Weitere 117 ha sind (meist gebirgige) unproduktive Fläche. Bloss 63 ha sind landwirtschaftlich nutzbar, zumeist Alpsässen. Die restlichen 21 ha werden als Siedlungsfläche genutzt.

Buseno grenzt an Calanca, Castaneda, Grono, Roveredo GR, San Vittore GR und Santa Maria in Calanca.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1548 erhielt das Dorf das Recht der eigenen Pfarrwahl, das bisher dem Kapitel San Vittore gehört hatte. Politisch und ökonomisch wurde Buseno erst 1866, nach der endgültigen Teilung der früher dem ganzen Tale als Markgenossenschaft gehörenden Wälder und Alpweiden eine vollkommen selbständige Gemeinde. Pfarregister seit 1654–1655.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ackerbau und Viehzucht sind auch heute noch vorherrschend. Früher fand eine starke Auswanderung von Glasern nach Frankreich und Harzern nach Österreich sowie Deutschland statt.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Ende 2004 98 Bewohnern waren 93 Schweizer Staatsangehörige und fünf Zuwanderer.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeindepräsident ist Romolo Giulietti (Stand 2010).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche SS. Pietro e Paolo, geweiht 1483, renoviert 1928, restauriert 1984–1994[4]
  • Die Kapelle Madonna di Fatima (1990), Bauingenieur Edy Toscano, Felice Protti, Giudicetti & Baumann[5]
  • Schalenstein (Zeichestein) an der Grenze mit der Gemeinden Roveredo GR und San Vittore GR (1010 m ü. M.)[6]
  • Schalenstein (Zeichestein) an der Grenze mit der Gemeinde San Vittore (1240 m ü. M.)[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Molina (* 1530 in Buseno; † nach 1567 ebenda), Oberbürgermeister im Traona (1565–1567)[8]
  • Orazio Molina (* um 1550 in Buseno † nach 1603 ebenda), studierte am Sorbonne von Paris, Oeffentlicher Notar seit 1577, Oberbürgermeister im Traona (1601–1603)[9]
  • Antonio Molina (* um 1585 in Buseno; † nach 1643 ebenda), Sohn des Orazio, Studierte im Paris, Oberst im Dienst der Frankreich, Oberbürgermeister im Traona (1613–1615), Landvogt im Maienfeld (1630–1631) (1641–1643)[10]
  • Francesco Fumo (* 5. Dezember 1678 in Buseno; † nach 1749 ebenda), Schwiegersohn von Architekten Giovanni Spazzi aus Lanzo d’Intelvi, Stuckateur in Polen[11][12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Band VI: Die italienischbündnerischen Talschaften Puschlav, Misox und Calanca. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 17). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1945, ISBN 978-3-906131-55-9.
  • Cesare Santi: Buseno. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, ISBN 978-88-8281-353-6.
  • Giorgia Savioni, I toponimi di Buseno. In Quaderni grigionitaliani. 84, Tipografia Menghini, Poschiavo 2015, S. 67–77.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Buseno auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 9. Juli 2017).
  3. Cesare Santi: Buseno. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  4. Katholische Pfarrkirche SS. Pietro e Paolo
  5. Kapelle Madonna di Fatima
  6. Franco Binda, Locarno 2013, S. 132.
  7. Franco Binda, Locarno 2013, S. 202–203.
  8. Antonio Molina auf e-periodica.ch (abgerufen am 9. Januar 2017).
  9. Orazio Molina auf e-periodica.ch (abgerufen am 9. Januar 2017).
  10. Antonio Molina auf e-periodica.ch/digbib (abgerufen am 9. Januar 2017).
  11. Mariusz Karpowicz: Fumo, Francesco. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  12. Mariusz Karpowicz: Artisti ticinesi in Polonia nelle prima metà del ’700. Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 1999, S. 47, 50, 58–69, 70, 71, 194, 196, 197.