Bushranger (Australien)

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Als Bushranger (oder Bush-ranger)[1] wurden ursprünglich entlaufene Sträflinge in Australien bezeichnet. Später fand der Begriff Anwendung auf Gesetzlose und Räuber, deren Rückzugsgebiet die unwirtliche Buschlandschaft war. John Caesar (1764–1796),[2] wegen seiner afrikanischen Wurzeln "Black Caesar" genannt, war der erste australische Bushranger. Der bekannteste Bushranger, Ned Kelly (1855–1880),[3] war gleichzeitig auch einer der letzten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1880 gab es etwa 2000 Bushranger, von denen einige in die australische Folklore eingingen. Ihre große Zeit lag zwischen 1850 und 1860, als der Goldrausch reiche Beute ermöglichte. Die meisten waren Männer, aber auch einige Frauen gehörten zu ihnen, darunter Mary Ann Bugg (1834–1905), Tochter eines Sträflings und einer Aborigine, die längere Zeit mit dem Bushranger Frederick Ward (genannt Captain Thunderbolt) (1835–1870) zusammenlebte.[4]

Unter den Aborigines ist Musquito, The Black Bushranger (1780–1825),[5] am berühmtesten geworden, weil er sich gewaltsam gegen die Kolonisten zur Wehr setzte. Er wurde nach einer Art Schauprozeß hingerichtet, den selbst die lokale Presse als skandalös empfand, weil er ihrer Meinung nach „a violation of the law of nations“ war.[6] Seine Taten werden heute von der Geschichtswissenschaft überwiegend nicht als individueller Gesetzesbruch, sondern als Akt des Widerstands eingestuft, den Mosquito zusammen mit anderen Aborigines leistete.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Literatur sind die Bushranger häufig romantisiert worden. Edward Harrington brachte das in seinem Gedicht The Bush Rangers direkt auf den Begriff: „Whatever their faults and whatever their crimes, / Their deeds lend romance to those faraway times“. Banjo Patersons John Gilbert (bushranger) erklärte: „And Johnny Gilbert said, said he, 'We'll never hurt a hair / Of men who bravely recognise that we are just all there'“. Schließlich dichtete John Streeter Manifold noch 1941 in The Death of Ned Kelly: „Ned Kelly fought the rich men in country and in town, / Ned Kelly fought the troopers until they ran him down“. Das Thema war schon früh populär genug, um Gegenstand von Australiens erstem Drama zu werden: Charles Harpurs The Bushrangers.[8] Auch in der Malerei wurde das Motiv des Bushrangers vielfach bearbeitet. Die größte Wirkung hatte dabei zweifellos Bailed Up von Tom Roberts.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Graham Seal: The Outlaw Legend. A Cultural Tradition in Britain, America and Australia. Cambridge (Cambridge University Press) 1996.

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Eric Partridge: A Dictionary of Slang and Unconventional English. 8th ed., ed. by Paul Beale. London 1984, s.v. 'bush-ranger': „Now usually bushranger“; s.a. Collins, Encyclopædia Britannica, Wiktionary.
  2. Vgl. Cassandra Pybus: Black Founders. The Unknown Story of Australia's First Black Settlers. Sydney 2006.
  3. Vgl. Wendy Morgan: Ned Kelly Reconstructed. Cambridge 1994.
  4. Vgl. Carol Baxter: Captain Thunderbolt and His Lady. The True Story of Bushrangers Frederick Ward and Mary Ann Bugg. Crows Nest (NSW) 2011.
  5. The Argus (Melbourne), 22. Juni 1951, p. 11S ('Australiana').
  6. Colonial Times (Hobart), 31. Mai 1836, S. 5 ('The Aborigines').
  7. Vgl. Naomi Parry: 'Hanging no Good For Blackfellow' . Looking Into the Life of Musquito.
  8. [1] (PDF; 379 kB)