Business and Professional Women

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Der Verband der Business and Professional Women (BPW) ist ein berufs- und branchenübergreifendes Netzwerk für Frauen in über 100 Ländern, das sich als weltweite Stimme für Chancengleichheit berufstätiger Frauen und als Forum für gegenseitige Unterstützung und internationales Networking versteht.

Ziele und Forderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frauen und Männer sind gleichberechtigt
  • Frauen und Männer erhalten gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit
  • Frauen und Männer haben die gleichen Karrierechancen
  • Frauen und Männer sind in leitenden Positionen in Wirtschaft und in der Politik auf allen Hierarchie-Ebenen in gleicher Anzahl vertreten
  • Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für Frauen und Männer gleichermaßen gegeben
  • Frauen sind im Erwerbsleben und im Alter grundsätzlich versicherungspflichtig abgesichert
  • Alle berufstätigen Frauen vernetzen sich auf nationaler und internationaler Ebene
  • Frauen und Männer gestalten ihre Zukunft gemeinsam[1]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1930 wurde der BPW International auf Initiative der US-amerikanischen Anwältin Lena Madesin Phillips in Genf gegründet. Phillips wurde als erste Präsidentin gewählt.[2] Nach 1930 fanden 25 internationale Kongresse statt, zuletzt 2005 im schweizerischen Luzern anlässlich des 75. Geburtstags des internationalen Verbands. Heute (Stand 2016) gehören dem BPW International rund 30.000 Frauen in 100 Ländern auf allen Kontinenten an.

Zu BPW Europe gehören praktisch sämtliche Länder in Europa mit 23.000 Frauen. Das European Coordinating Committee wurde 1981 gegründet.[3] Die erste Koordinatorin war Renata Blodow. Die heutige Koordinatorin ist Karin Raguin, welche 2014 für die Amtszeit von drei Jahren gewählt wurde. Sie ist gleichzeitig Executive Board Member of BPW International.

BPW in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Leitung der Rechtsanwältin Marie Munk entstand 1931 der Verband Berufstätiger Frauen in Deutschland. Die Organisation sah sich jedoch dem wachsenden Druck der Nationalsozialisten ausgesetzt. 1933 entschied sich der Verband gegen den Anschluss an die Frauenorganisationen Hitlers und wählte den Weg der Auflösung.[4]

Am 20. Mai 1951 wurde in Bonn der deutsche Verband unter der Präsidentschaft von Maria May neu gegründet.[5] 1998 schloss sich der Verband der internationalen Namensgebung an und wurde in BPW Germany e. V. umbenannt. Heute ist der Verband in bundesweit 40 Städten und Regionen mit einem eigenen Club vertreten, in denen die 1.650 Mitglieder regelmäßig zu Vortrags- und Netzwerkabenden zusammenkommen.

BPW in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BPW Switzerland wurde 1947 in Basel gegründet. Die erste Präsidentin war die Schweizer Unternehmerin Elisabeth Feller.[6] Das Netzwerk besteht aus 41 Clubs mit insgesamt rund 2500 Mitgliedern.[7]

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben persönlichem Austausch, Vorträgen, Tagungen und einem eigenen Mentoringprogramm leistet das Netzwerk politisch-gesellschaftliche Lobbyarbeit auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Der BPW hat bei den Vereinten Nationen Beraterstatus der Kategorie 1 inne und ist unter anderem als Nichtregierungsorganisation beim Europarat vertreten. Eine wichtige Rolle spielen Dialoge mit der Wirtschaft und Vertretern anderer gesellschaftlicher Gruppen, mit denen der BPW Germany Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf bearbeitet. BPW Germany initiierte 2008 den Equal Pay Day in Deutschland und ist Träger des Projektes Forum Equal Pay Day.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BPW ist auf europäischer Ebene Mitglied in der European Women's Lobby, auf deutscher Ebene im Deutschen Frauenrat und der ULA United Leaders Association sowie regional in den verschiedenen Landesfrauenräten. Außerdem kooperiert der BPW mit vier anderen großen Frauenverbänden bei internationalen Hilfsprojekten (Project 5-O) und engagiert sich in Deutschland als Partner im Forum Zukunftsökonomie, einer Initiative deutscher Medien für Unternehmensverantwortung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angelika Timm: Auf dem besten Wege. Zur Geschichte des Verbandes der Business and Professional Women – Germany 1951 bis 2001. Ulrike Helmer Verlag, Königstein/Taunus 2001, ISBN 978-3-89741-071-8.
  • BPW Germany, Sieben Jahre Equal Pay Day. Eine Forderung wird zur Kampagne, Berliner Wissenschafts-Verlag, 2015, ISBN 978-3-8305-2068-9
  • Henrike von Platen (Hrsg.) Neue Courage! Business and Professional Women (BPW) Germany 1931 - 2016. Barbara Budrich Verlag, Juni 2016, ISBN 978-3-8474-2012-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BPW Image Broschüre 2016. Abgerufen am 16. Juli 2016.
  2. Henrike von Platen: Neue Courage! Business and Professional Women (BPW) Germany 1931 - 2016. Hrsg.: Henrike von Platen im Auftrag des BPW Germany. Barbara Budrich Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-8474-2012-5, S. Kapitel 1, S 27–35 (budrich-academic.de [PDF]).
  3. History of BPW Europe. In: www.bpw-europe.org. Abgerufen am 16. Juli 2016.
  4. Die Geschichte des BPW von 1930–1940. Website BPW Germany, abgerufen am 24. November 2013.
  5. Die Geschichte des BPW von 1940–1950. Website BPW Germany, abgerufen am 24. November 2013.
  6. BPW: Seit 80 Jahren für die Frauen da! Business & Professional Women Switzerland, abgerufen am 16. August 2016.
  7. BPW: seit 80 Jahren für Frauen aktiv! Business & Professional Women Switzerland, abgerufen am 16. August 2016.