Bussière-Badil

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Bussière-Badil
Wappen von Bussière-Badil
Bussière-Badil (Frankreich)
Bussière-Badil
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Communauté de communes du Haut-Périgord
Koordinaten 45° 39′ N, 0° 36′ OKoordinaten: 45° 39′ N, 0° 36′ O
Höhe 125–292 m
Fläche 19,86 km2
Einwohner 402 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km2
Postleitzahl 24360
INSEE-Code

Bussière-Badil, okzitanisch Bussiera Badiu, ist eine französische Gemeinde mit 402 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015 Kanton Bussière-Badil).

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Französische Bussière, Okzitanisch Bussiera, ist abgeleitet vom Lateinischen buxaria (von buxus mit Suffix -aria), Französisch buis, und bedeutet Buchsbäume.[1] Badil ging aus dem okzitanischen Badiu oder (A)badiu hervor, was Abtei bedeutet. Eine andere Interpretation geht vom germanischen Eigennamen Baidilo aus.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bussière-Badil liegt isoliert abseits größerer Verkehrsachsen, rund 8 Kilometer von Piégut-Pluviers im Osten und 11 Kilometer von Montbron im Westen entfernt. Über die D 3 und die D 91 E hat sie Anschlüsse zur südlich vorbeiziehenden D 91 einerseits, welche Piégut-Pluviers mit Montbron verbindet, und über die D 90 E 1 zur etwas entfernteren D 699 im Norden andererseits, der Verbindungsstraße von Saint-Mathieu nach Montbron. Über die D 90 lässt sich der Nachbarort Busserolles erreichen.

Bussière-Badil ist eine Grenzgemeinde zum Département Charente. Sie grenzt an folgende sieben Nachbargemeinden:

Zum Gemeindegebiet gehören folgende Weiler, Gehöfte, Ziegeleien und eine Mühle: Bellevue, Chanedières, Chez Jeamot, Chez Jean Faure, Chez Jouanny, Chez l'Âge, Chez le Rat, Chez Marot, Étapeau, Fonchy, Froidefont, La Bourgeade, La Jarthe, La Plaine, La Tonnelle, La Tuilerie, La Voisine, Le Bas Pinlot und Le Haut Pinlot, Le Genêt und Le Petit Genêt, Le Panthéon, Le Pinier, Le Poueix, Le Trieux, Les Granges, Les Petits Bois, Les Tuilères, Montouleix, Moulin de Valette, Panivol, Sabeyrol, Tartou und Valette.

Bussière-Badil liegt am Banaret, einem kleinen linken Nebenfluss der Tardoire. Weiter nördlich fließt der Trieux durch das Gemeindegebiet, ebenfalls ein linker Nebenfluss der Tardoire. Banaret und Trieux entwässern in westliche Richtung. Im Nordwesten reicht die Gemeinde an die südwestwärts fließende Tardoire heran, Grenzfluss zum Département Charente. Die Südgrenze des Gemeindegebiets wird vom Ruisseau de l'Étang d'Assat markiert, der nach Südwesten abfließt und als Ruisseau de Varaignes als rechter Nebenfluss unterhalb von Varaignes in den Bandiat mündet.

Der topographisch tiefste Punkt der Gemeinde mit 125 Metern über N.N. befindet sich an der Tardoire im Westen, der höchste Punkt mit 292 Metern über N.N. liegt bei Panivol bzw. La Tuilerie im Süden.

Durch Bussière-Badil verläuft der GR-Fernwanderweg GR 4 von Royan nach Limoges und weiter nach Grasse.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tardoire nordwestlich vom Ortskern

Das Gemeindegebiet von Bussière-Badil wird im Wesentlichen von Gesteinen des variszischen Grundgebirges des nordwestlichen Massif Centrals unterlagert, hauptsächlich Gneise, am äußersten Ostrand auch noch Granodiorite des Piégut-Pluviers-Granodiorits.

Die Gneise streichen generell Nordost-Südwest und fallen nach Nordwesten ein. Sie zeigen zunehmenden Metamorphosegrad gegen Nordwesten. Südlich von Bussière-Badil liegen sie noch als plagioklasführende Paragneise vor, ab Bussière-Badil führen die Gneise zunehmend anatektische Granitlinsen und müssen daher als Metatexite angesehen werden. Am Nordwestrand des Gemeindegebietes gehen diese Linsen schließlich in hektometrische leukogranitische Züge über, die in ihrem Chemismus eine enge Verwandtschaft zum Saint-Mathieu-Leukogranit aufweisen.

Im Tal des Ruisseau de l'Étang d'Assat im äußersten Süden des Gemeindegebietes sind Sedimentgesteine des Lias aufgeschlossen, die hier über das Grundgebirge transgredieren. Die Sedimente gehören zur Schichtenfolge des Aquitanischen Beckens, es handelt sich hierbei um Schichten aus dem Hettangium und einem zweiten transgressiven Zyklus, der den Zeitraum Pliensbachium bis Aalenium repräsentiert und bis zu etwa 10 Meter mächtig wird. Das bis zu 20 Meter mächtige Hettangium beginnt mit einem Basiskonglomerat und groben Arkosen und nimmt anschließend einen dolomitischen Charakter an. Das Pliensbachium ist eine dolomitische Brekzie in sandiger Matrix, das Toarcium besteht aus blaugrauen Mergeln und das Aalenium aus einem braunen, eisenhaltigen Dolomit.

Der topographische Höhenrücken südlich von Bussière-Badil besteht in seinem oberen Abschnitt aus einem tertiären, alluvialen Schuttfächer, der aus Sanden und Kiesen aufgebaut ist und über die unterlagernden Formationen transgrediert.

Die Hanglagen im Südwesten werden meist von pleistozänen Lockersedimenten maskiert.

In den Talauen der Tardoire und des Trieux wurden nacheiszeitliche, holozäne Flusssande mit kleinen Quarz- und Grundgebirgsgeröllen abgelagert.

Ökologie und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteikirche Notre-Dame-de-la-Nativité in Bussière-Badil

Die Talungen der Tardoire und des Trieux im Norden der Gemeinde zeichnen sich durch ihre reichhaltige Flora und ihre Wassergüte aus und bilden daher ein ökologisches Schutzgebiet (Französisch ZNIEFF - Zone naturelle d'interêt écologique, faunistique et floristique des Typus 1). Auch das Tal des Ruisseau de l'étang d'Assat ist wegen seiner spezifischen Flora als Schutzgebiet ausgewiesen.

Die Gemeinde Bussière-Badil ist seit 1998 integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Weiler Petits Bois finden sich Überreste einer gallorömischen Villa. Im Jahr 768 wird zum ersten Mal ein Benediktinerpriorat im Ortskern erwähnt. Die romanische Kirche Notre-Dame-de-la-Nativité geht auf das Jahr 1088 zurück; sie war Teil der damals in Bussière-Badil bestehenden Benediktinerabtei. Im 16. Jahrhundert stand im Ort auch ein Wehrschloss (Logis de Belleville oder Maison forte de Belleville), dessen Donjon noch erhalten geblieben ist. Von der Befestigung sind noch zwei Warten zu erkennen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Bussière-Badil
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 645 12,6 32,5/km²
1968 584 12,3 29,4/km²
1975 595 13,5 30,0/km²
1982 540 12,8 27,2/km²
1990 530 13,0 26,7/km²
1999 523 13,8 26,3/km²
2006 514 14,1 25,9/km²
2008 483 24,3/km²
2009 468 23,6/km²
2013 423 21,3/km²

Quelle: INSEE[3]

Die Einwohnerzahlen sind seit 1962 generell rückläufig, mit einer zwischenzeitlichen Trendumkehr um 1968. Der Bevölkerungsschwund erfolgt jedoch langsamer als im Kanton Bussière-Badil insgesamt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Bussière-Badil ist seit April 2014 der Landwirt Jean-Jacques Lavallade, der zur DVD gehört.

Kulturelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Töpfermarkt im Jahr 2012

Im Jahr 2016 fand im Mai zum 40. Mal der jährliche Töpfermarkt statt, auf dem immer eine große Zahl von Töpfern und Keramikern ihre Erzeugnisse ausstellen.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 betrug die erwerbsfähige Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren 152 Personen, d. h. 34,2 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber 2007 von 15 auf 27 angestiegen, die Arbeitslosenrate beträgt jetzt 17,4 % der Erwerbstätigen.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 waren in der Gemeinde 52 Unternehmen ansässig, davon 25 im Sektor Handel, Transport und Dienstleistungen, 13 in der Landwirtschaft, Forst und Fischerei, 5 im Bauwesen, 5 im Sektor Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Soziales und 4 in der Industrie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlossturm des Logis de Belleville
  • Die romanische Kirche Notre-Dame-de-la-Nativité aus dem 12. Jahrhundert. Der bis ins 14. Jahrhundert hinein erweiterte Kirchenbau weist eine bemerkenswerte Westfassade auf, die von der Stilrichtung des Limousin beeinflusst ist. Die vollständige Restaurierung des Bauwerks wurde nach 15-jähriger Arbeitszeit 2007 abgeschlossen. Die Kirche ist seit 1862 als Monument Historique eingeschrieben.
  • Die Überreste zweier Schlösser.
  • Das Wehrschloss Logis de Belleville, das der Prior der Benediktinerabtei im Jahr 1514 erbauen ließ.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Pochat, G. et al. (1986). Carte géologique de la France à 1/50 000. Feuille Montbron. BRGM.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bussière-Badil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert Dauzat und Charles Rostaing: Dictionnaire étymologique des Noms de Lieux en France (Neuauflage). Librairie Guénégaud, 1984.
  2. Chantal Tanet und Tristan Hordé: Dictionnaire des Noms de Lieux du Périgord. éditions Fanlac, Périgueux 2000, S. 77.
  3. Bussière-Badil auf der Website des Insee
  4. Jacques Hesault: La 40e foire de potiers de Bussière-Badil présentée. In: Sud Ouest. édition Périgueux, 20. April 2016, S. 18.