Bussières (Saône-et-Loire)

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Bussières
Bussières (Frankreich)
Bussières
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Mâcon
Kanton Hurigny
Gemeindeverband Mâconnais Beaujolais Agglomération
Koordinaten 46° 20′ N, 4° 42′ OKoordinaten: 46° 20′ N, 4° 42′ O
Höhe 219–405 m
Fläche 40,80 km2
Einwohner 569 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km2
Postleitzahl 71960
INSEE-Code

Bussières ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Mâcon und zum Kanton Hurigny. Der Ort hat 569 Einwohner (Stand 1. Januar 2014), sie werden Bussirons bzw. Bussironnes genannt[1].

Bussières Gemeindeschema OSM

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt rund 10.5 km in westnordwestlicher Richtung von Mâcon im Tal der Petite Grosne. Der Fluss fließt fast in nördlicher Richtung von Serrières nach Bussières, wo er den nördlichsten Punkt des Bogens erreicht und anschließend nach Süden Richtung Prissé weiterfließt.

Auf dem Gemeindegebiet führt die Départementsstraße D45 der Petite Grosne entlang in Ost-West-Richtung durch das Gemeindegebiet. Ein Zubringer zur Expressstraße N79[2] liegt teilweise noch auf dem östlichen Gemeindegebiet.

Die Gemeinde weist lediglich nördlich von Grand-Bussières und entlang der südlichen Gemeindegrenze einige zusammenhängende Waldflächen auf, darunter zwei Flächen mit Nadelhölzern. Die landwirtschaftliche Nutzfläche besteht vorwiegend aus kleineren Weinbergen, die von rund 25 Weinbauern bewirtschaftet werden.

Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Baudiers, Bussy, Champs, Chenelières, Cornins, Esserteaux, Fontenailles, Fourneaux, Fromenteaux, Fuschats, Monsard, Montbrison, Moulin-Baudier, Moulin-Cabot, MoulinGaillardot, Murgé, Pelouses, Perron, Pertuis-Saint-Maurice, Pré-du-Pitou, Renoms, Rochette, Vallière[3].

Tektonik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im östlichen Teil der Gemeinde befinden sich in grober Nord-Süd-Richtung langgezogene Hügel, die allgemein nach Westen stark abfallen und nach Osten flacher auslaufen. Bei diesen Hügelketten, die in Bussières die Höhe von 405 Metern erreichen, handelt es sich um die westliche Grabenflanke des Bressegrabens. Dieser findet seinen Höhepunkt im Felsen von Solutré, der rund fünf Kilometer südlich liegt. In Monsard beim nördlichsten Punkt der Gemeinde finden sich Reste eines steinzeitlichen Schutzbaus und die Grotte de Jocelyn[4]. Angeblich hat diese Grotte Alphonse de Lamartine zu seinem Epos inspiriert[5].

Bussières
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bussières
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,6 12,0 15,2 19,3 22,9 25,2 24,6 21,3 15,3 9,3 5,2 Ø 15,2
Min. Temperatur (°C) −1,3 −0,6 2,4 5,1 8,7 12,1 14,1 13,5 11,1 6,7 3,0 0,0 Ø 6,3
Temperatur (°C) 1,7 3,0 7,2 10,1 14,0 17,5 19,6 19,0 16,2 11,0 6,1 2,6 Ø 10,7
Niederschlag (mm) 56 52 54 56 79 82 60 78 78 66 70 59 Σ 790
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Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Bussières ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 10.7 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 790 mm.

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte Erwähnung von Bussière geht zurück auf 928–936, als in den Rodeln von Saint-Vincent in Mâcon erwähnt wird: In pago Matisconense, in agro Laliacense, in villa Busserias… (deutsch: im Gau von Mâcon, im Gebiet des Lalius (oder ähnlich, Personenname), im Dorf Busserias…). Der Ursprung der Ortsbezeichnung dürfte zurückgehen auf das lateinische buxus für Buchsbaum und deutet darauf hin, dass die Gegend einstmals mit Niederwald bedeckt war. Ortsbezeichnungen die auf diese Art von Bewachsung hinweisen, kommen in Frankreich über vierzig Mal vor (Bussière, Bussières usw.). Der Buchsbaum heißt zwar im heutigen Französisch le buis, diese Bezeichnung wurde ursprünglich für alle Arten von Büschen angewandt. Buisson bedeutet allgemein Gesträuch, Gebüsch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Grand Bussières

Bussières gehörte von alters her zur Grafschaft Mâcon, die vermutlich während der Merowingerzeit entstand und 1239 an den König von Frankreich verkauft wurde. Immerhin scheint sich jedoch eine Familie nach der Ortschaft Bussières benannt zu haben. Die Bibliotheca Cluniacensis erwähnt zwei Begleiter von Damas de Sercy auf dem Vierten Kreuzzug, Pontius de Germoles und Ritter Pontius de Bussières[6]. Die Herrschaft übten die Baillis von Mâcon aus, unter denen vor allem die Söhne der Familie La Guiche hervorzuheben sind.

Im Übrigen sind etliche Reminiszenzen aus der Geschichte von Bussières bekannt: 1551–1554 wurden mehrere Einwohner beschuldigt, Ketzer besucht zu haben, die in der Gemeinde predigten und schändliche Worte geäußert zu haben gegen die Heiligen, gegen die Jungfrau Maria und gegen die katholische Kirche. 1590 wurden die Einwohner von Bussières dazu verurteilt, auf dem Schloss von Pierreclos in Kriegszeiten und bei drohender Gefahr Wache zu halten, die Falltüren und Leitern instand zu halten und für den weiteren Unterhalt jährlich drei Denier tournois pro Haushalt zu bezahlen. 1610 ergeht ein Beschluss des Parlement, wonach die Bewohner von Bussières folgende Steuern zu bezahlen hätten: für Getreide auf dreizehn Garben eine, die vom Feld geholt wurde, für Wein auf 21 Bütten eine, die von jedem Weinberg geholt wurde und für Gemüse und Hanf auf dreißig Handvoll jeweils eine, die im Haus oder beim Speicher abgeholt wurden. 1626 wurden Einwohner von Bussières verurteilt, weil sie sich, anlässlich eines Charivari vor der Wiederverheiratung einer Witwe, zusammengerottet und zu den Waffen gegriffen hatten. Am 11. April 1684 hält Pfarrer Buchet von Bussières fest, er habe rund 25 Aren Reben in Grand Bussières gepflanzt, und zwar gute Burgunderreben von Berzé-la-Ville. Dafür hätten an zwei Tagen je acht Männer gearbeitet. 1723 war jedoch die Weinqualität so schlecht, dass die Preise für die Fässer und die Kosten für die Ernte den Erlös bei Weitem überstiegen. 1743 dispensiert der Generalvikar von Mâcon die Ehegatten Jean Beranger und Susanne Bruy nach acht Jahren Ehe. Trotz Blutsverwandtschaft vierten Grades wird die Ehe gutgeheissen und die Kinder als legitim erklärt. Am 15. Januar 1789 hält Pfarrer Destre fest, seit sechs Wochen herrsche eine außerordentliche Kälte, man könne nicht mahlen und hätte Handmühlen benutzen müssen, da die Saône gefroren sei. Holz und Weizen seien teuer, es mangle an Mehl. Der Herr Maillet von Berzé la Ville hätte eine seiner Gipsmühlen[7] zur Verfügung gestellt, man hoffe aber doch, dass binnen zweier Tage das Eis auf der Saône gebrochen sei.[8][9]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [10])
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Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Bussières

In der Gemeinde befinden sich die Mairie, eine Primarschule, 27 Landwirtschaftsbetriebe (davon 25 Weinbauern), 7 Betriebe der Baubranche, 2 Architektur- und Ingenieurbetriebe. Als AOC-Produkte ist in Bussières Mâconnais (Käse)[11] zugelassen, ferner Bourgogne mousseux[12], Crémant de Bourgogne blanc[13], Crémant de Bourgogne rosé[14], Bourgogne aligoté nouveau[15], im Weiteren die Spirituosen Marc de Bourgogne[16] und Fine de Bourgogne[17].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Château des Essertaux[18]
  • Kirche aus dem 12. Jahrhundert
  • Reste eines steinzeitlichen Schutzbaus in Monsard

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bussières. auf habitants.fr. Abgerufen am 13. Juni 2015 (französisch).
  2. Expressstraße N79. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 13. Juni 2015 (französisch).
  3. Bussières. im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques; abgerufen am 27. Mai 2015 (PDF, französisch, Suchbegriff: <CTRL>-f Bussières).
  4. Grotte de Jocelyn und Panoramatafel. in Monsard, Gemeinde Bussières (71). Macon-tourism.com; abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  5. Lamartine.. CUP Archive, 1969, S. 35–.
  6. Société d'histoire et d'archéologie de Châlon-sur-Saône: Mémoires de la Société d'histoire et d'archéologie de Châlon-sur-Saône. 1850, S. 30.
  7. Gipsmühle. aus Montégut. Abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  8. Anecdotes et Archives. J. Marchal; abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  9. Regesten über die Gerichtsurteile in der Vogtei Mâcon. PJP Martin; abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  10. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 16. Juni 2015 (französisch).
  11. Mâconnais. auf INAO Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 24. Juni 2015 (französisch).
  12. Bourgogne mousseux. auf INAO Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  13. Crémant de Bourgogne blanc. auf INAO Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  14. Crémant de Bourgogne rosé. auf INAO Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  15. Bourgogne aligoté nouveau. auf INAO Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  16. Marc de Bourgogne. auf INAO Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  17. Fine de Bourgogne. auf INAO Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).
  18. Château des Essertaux in der französischen Wikipedia

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bussières (Saône-et-Loire) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien