Butzbach-Licher Eisenbahn

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Oberkleen–Griedel–Grünberg/Bad Nauheim Nord
GTW 2/6 der HLB (ex BLE), als Sonderzug auf der Stammstrecke
GTW 2/6 der HLB (ex BLE), als Sonderzug auf der Stammstrecke
Streckennummer: 9371 (Butzbach Ost–Münzenberg),
9372 (Butzbach Ost–Pohl Göns),
9373 (Griedel–Bad Nauheim Nord)
Streckenlänge: 56,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: C2
Maximale Neigung: Butzbach Nord–Münzenberg: 28 ‰
Griedel–Bad Nauheim Nord: 38 
Minimaler Radius: 180 m
Höchstgeschwindigkeit: HLB-Teil: 40 km/h
EFW-Teil: 25 km/h
   
7,6 Oberkleen
   
6,5 Ebersgöns
   
4,2 Streckenende
Straßenbrücke
B 3
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
3,2 Anschluss Magna-Park (ehem. Ayers-Kaserne)
Bahnübergang
3,1 ehem. B 3
Bahnhof ohne Personenverkehr
3,0 Pohlgöns
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
1,6 Anschluss BLE-Freunde (EBN)
   
1,5 Butzbach Nord privater Hp der Pintsch-Bamag
Bahnhof ohne Personenverkehr
1,2 Butzbach Nord
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
1,0 Anschluss voestalpine BWG
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0,9 Anschluss Lochblech
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0,8 Abzweig zur Main-Weser-Bahn
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0,7 Anschluss Kost
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0,3 Anschluss Gerhardt/Wulffen
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Butzbach Main-Weser-Bahn
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0,0 Butzbach West
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Bahnhof ohne Personenverkehr
0,0
1,2
Butzbach Ost Werkstatt/Waschanlage HLB
   
Grenze HLB/EFW
Bahnübergang
B 488 (in Kreisverkehr)
Straßenbrücke
A 5
Bahnhof, Station
3,2
0,0
Griedel
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0,3 Griedel Mitte
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3,0 Rockenberg
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4,4 Oppershofen
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7,1 Steinfurth
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Bad Nauheimer Str.
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7,2 Steinfurth Rosenbahnsteig (Bft)
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B 3
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P&R-Parkplatz am Bahnhof
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Main-Weser-Bahn nach Butzbach/Kassel
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Bad Nauheim
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10,6 Bad Nauheim Nord (Pbf)
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Verbindungsgleis
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Main-Weser-Bahn nach Frankfurt
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11,0 Bad Nauheim Nord (Bbf)
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Bahnhof, Station
5,7 Gambach (Hess)
   
5,9 Anschluss Quarzsandwerk (wird reaktiviert)
Bahnhof ohne Personenverkehr
7,1 Oberhörgern-Eberstadt
   
9,1 Münzenberg Holzverladung
   
A 45
   
10,5 Trais-Münzenberg
   
12,6 Muschenheim
   
B 488
   
14,3 Hof- und Dorf-Güll
   
B 488
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Lahn-Kinzig-Bahn von Gießen
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ehem. B 457 (gemeinsamer Schrankenposten)
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19,1 Lich (Oberhess) Süd
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Lich (Oberhess)
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Lahn-Kinzig-Bahn nach Gelnhausen
   
24,2 Niederbessingen
   
26,7 Oberbessingen
   
27,9 Münster (Oberh.)
   
29,1 Ettingshausen
   
30,6 Harbach
   
33,1 Queckborn
   
B 49
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Vogelsbergbahn von Gießen
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38,1 Grünberg (Oberh.) Süd (Güterbereich)
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Londorfer Straße
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38,2 (BLE-Bahnsteig)/Grünberg (Oberhess)
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ehem. Lumdatalbahn nach Lollar
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Vogelsbergbahn nach Fulda

Die Butzbach-Licher Eisenbahn (BLE) ist die Bahnstrecke von Butzbach nach Lich und war bis 2005 der Name von deren Bau- und Verkehrsbetrieb mit Sitz in Butzbach. Seit 2006 ist diese ein Teilbetrieb der HLB Basis AG, deren Verkehrsleistungen von HLB Hessenbahn GmbH und HLB Hessenbus GmbH durchgeführt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuldverschreibung über 1000 Mark der Butzbach-Licher Eisenbahn-AG vom 1. April 1904
Lok 146 der BLE vom Typ ELNA 2 (1970 ausgemustert)

Die Butzbach-Licher Eisenbahn AG wurde am 14. April 1902 von der damals führenden Bahnbau- und Betriebsgesellschaft Lenz & Co GmbH, die 87 % der Aktien übernahm, sowie acht Anliegergemeinden gegründet. Der Name blieb rund einhundert Jahre unverändert erhalten, obwohl die Aktienmehrheit 1929 auf die AG für Verkehrswesen (AGV) und 1954 auf das Land Hessen übergegangen war. Vom 28. Dezember 1971 bis zum 27. Juli 2005 war die BLE eine Tochter der landeseigenen Hessischen Landesbahn GmbH (HLB), die 94,4 % der Aktien hielt. Dann fusionierte die BLE rückwirkend zum 1. Januar 2005 mit den HLB-Töchtern Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn und Kassel-Naumburger Eisenbahn zur Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG, die am 8. März 2006 in HLB Basis AG umbenannt wurde. Das operative Geschäft haben die neuen Unternehmen HLB Hessenbahn GmbH und HLB Hessenbus GmbH übernommen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die namensgebende erste 19 km lange Strecke durch die Wetterau, teilweise auch Wettertalbahn genannt, wurde am 28. März 1904 von Butzbach West (neben dem Staatsbahnhof) über Butzbach Ost, wo sich noch heute der Betriebsmittelpunkt mit der Verwaltung befindet, und Griedel nach Lich (Oberhess) Süd neben der Bahnlinie Gießen–Gelnhausen (Lahn-Kinzig-Bahn) eröffnet. Am 15. Juli 1909 folgte die Eröffnung der Streckenfortsetzung bis Queckborn und am 1. August 1909 bis zum Endbahnhof Grünberg (Oberhess) Süd, wo Anschluss an die Staatsbahnstrecke Gießen–Fulda (Vogelsbergbahn) und die Strecke nach Lollar (Lumdatalbahn) bestand. Eine weitere Bahnlinie der BLE zweigte in Griedel durch das Wettertal nach Bad Nauheim Nord ab; sie war ab 2. April 1910 durchgehend befahrbar. Die Strecke von Butzbach Ost nach Ebersgöns sollte ursprünglich am 1. Mai 1910 eröffnet werden,[1] jedoch musste die Eröffnung kurzfristig auf den 13. Mai 1910 verschoben werden.[2] Die letzte Strecke von Ebersgöns nach Oberkleen im preußischen Kreis Wetzlar war am 1. Juni 1910 vollendet worden.[3]

Die Bahn erschloss ein überwiegend ländliches Gebiet mit einigen Kleinstädten und so geringem Verkehrsaufkommen, dass die Erwartungen der Gründer nicht erfüllt werden konnten. Trotzdem hat die Bahn zwei Weltkriege und Wirtschaftskrisen überstanden und spielt heute eine wichtige Rolle im Schienennahverkehr sowie im Omnibusverkehr innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Die Betriebsführung lag bis zum Kriegsende 1945 bei der Firma Lenz & Co GmbH und ging dann auf die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft über. Nach einem Zwischenspiel der Deutschen Bundesbahn von 1974 bis 1982 übernahm die Hessische Landesbahn (HLB) die Betriebsführung.

Abgebaute Trasse bei Lich

Ab 1953 begann das Streckennetz zu schrumpfen. Es begann mit der Stilllegung der Strecke von Lich (Oberhess) Süd nach Grünberg (Oberhess) Süd am 4. Oktober 1953. Am 30. September 1956 folgte der Personenverkehr von Butzbach Ost nach Oberkleen. Am 27. Mai 1961 verlor auch die Stammstrecke zwischen Butzbach West und Butzbach Ost sowie Griedel und Lich (Oberhess) Süd ihren Personenverkehr, der Abschnitt von Hof- und Dorf-Güll nach Lich (Oberhess) Süd wurde ganz stillgelegt. Am 1. Januar 1969 wurde die Strecke von Pohlgöns nach Oberkleen stillgelegt und ab dem Streckenkilometer 4,8 – der ehemaligen Grenze zu Preußen – abgebaut. Das ehemalige Streckengleis wird bis dorthin als Gleis 4 des Bahnhofs Pohlgöns weiter benutzt. Im Zuge des Baus einer Anbindung an den Limes-Radweg von Ebersgöns nach Pohl-Göns wurde Mitte Juni 2014 die Reststrecke weiter abgebaut und um ca. 600 Meter verkürzt.

Mit der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Butzbach Ost und Bad Nauheim Nord endete am 31. Mai 1975 der Schienenpersonenverkehr auf der BLE. Der Streckenabschnitt Trais-Münzenberg nach Hof- und Dorf-Güll wurde am 12. Juni 1975, der von Münzenberg nach Trais-Münzenberg am 26. September 1985 stillgelegt und anschließend abgebaut. Von dem einstmals 56,4 km umfassenden Schienennetz waren nun mehr als die Hälfte abgebaut.

Ab dem 18. Juni 2001 wurde die Bedienung zwischen Griedel und Bad Nauheim Nord sowie Butzbach Nord und Pohlgöns eingestellt. Die Bedienung des Güterverkehrs zwischen Butzbach Ost und Münzenberg wurde durch die BLE am 1. Juni 2003 aufgegeben, er wird aber von den Eisenbahnfreunden Wetterau weitergeführt.

Heutige Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hessische Landesbahn benutzt von der Stammstrecke der BLE nur noch die Verbindungskurve zur Main-Weser-Bahn in Butzbach und das Stück von dort zur Werkstatt für einen bescheidenen Güterverkehr zu voestalpine BWG (Weichenwerke, ehemals Pintsch Bamag) und wöchentlich Tank-, Wasch- und Werkstattfahrten der in Butzbach stationierten Triebwagen vom und zum Einsatzgebiet.

Im Zuge der Regionalisierung des Eisenbahnverkehrs übernahm die Butzbach-Licher Eisenbahn AG Leistungen im Personenverkehr auf mehreren Strecken im Wetteraukreis und den angrenzenden Kreisen: seit 24. Mai 1998 Bahnstrecke Friedrichsdorf–Friedberg, seit 30. Mai 1999 Friedberg–Wölfersheim-Södel und Friedberg–Nidda (mit einem Zug werktags abends ab Frankfurt Hbf), seit 8. Januar 2001 Gießen–Gelnhausen (Lahn-Kinzig-Bahn) und vom 11. Juni 2001 bis zum Dezember 2012 Friedberg–Hanau (mittlerweile wieder Teil der DB-Linie Frankfurt–/Hanau–Gießen). Als Rollmaterial werden auf den Strecken 26 Dieseltriebwagen vom Typ Stadler GTW 2/6 eingesetzt.

Der ursprüngliche Personenverkehr wurde weitgehend von der HLB Hessenbus übernommen, welche auch den Stadtverkehr in Butzbach bedient. Insgesamt verkehren im Wetteraukreis und im Landkreis Gießen acht Buslinien der HLB Hessenbus.

Museumsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumszug der EFW mit den Loks 1 und 2 bei Steinfurth
Holzzug der EFW bei Gambach
Hauptartikel: Eisenbahnfreunde Wetterau

Die Strecken Griedel-Bad Nauheim Nord und Griedel–Münzenberg sind seit 2003 an die Eisenbahnfreunde Wetterau e. V. (EFW) verpachtet. Die Grenze zur Hessischen Landesbahn zwischen Butzbach Ost und Griedel liegt am Bahnübergang der B 488. Im Sommer fahren auf den Strecken an zwei Sonntagen im Monat Museums-Personenzüge, dazu kommen mehrere Sonderzüge an Festtagen wie Nikolaus oder Neujahr. Traditionell gibt es seit 1980 Sonderverkehr zum zweijährlichen Rosenfest in Steinfurth. Zur Landesgartenschau Bad Nauheim 2010 (LGS) wurde an allen Wochenenden in Eigenregie ein halbstündlicher Pendelverkehr zum nicht zur LGS gehörigen, aber gut besuchten „Rosendorf“ Steinfurth angeboten. Auch der Güterverkehr, vor allem in Form von Holzzügen, wurde 2004 vom Verein wieder aufgenommen. Die Übergabe zur HLB findet dabei im Bahnhof Griedel statt; von dort werden die Güter über Butzbach Nord zur Main-Weser-Bahn verbracht. Verladen wird im Bahnhof Münzenberg. In Bad Nauheim befindet sich auch der Betriebsbahnhof mit Lokhalle und Grube. Neben dem Museumszug sind dort einige Baufahrzeuge und Draisinen eingestellt.

Im Bahnhof Butzbach Nord ist im Anschluss Eisenbahnbedarf Bad Nauheim eine Auswahl früherer BLE-Fahrzeuge untergestellt, die von den Butzbach-Licher Eisenbahnfreunden betreut und aufgearbeitet werden. Der Verein hat sich als Ziel gesetzt, diese Fahrzeuge zu erhalten und die Geschichte der BLE zu dokumentieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Christopher: Butzbach-Licher Eisenbahn : Verkehrsdienstleister mit über 100 Jahren Tradition zwischen Taunus und Vogelsberg. Arbeitsgem., Köln 2004, ISBN 3-929082-24-1
  • Klaus-Peter Quill: Die Butzbach-Licher Eisenbahn. Uhle & Kleinmann, Lübbecke 1976
  • Rolf Löttgers: "Privatbahnen in Deutschland – Die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft 1960 – 1969", Franckh, Stuttgart 1983, S. 105ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Butzbach-Licher Eisenbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bekanntmachungen. In: Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen, 50. Jahrgang, Nr. 33 (30. April 1910), S. 557.
  2. Amtliche Bekanntmachungen. In: Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen, 50. Jahrgang, Nr. 35 (7. Mai 1910), S. 590.
  3. Amtliche Bekanntmachungen. In: Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen, 50. Jahrgang, Nr. 42 (4. Juni 1910), S. 706.