Byhleguhre-Byhlen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Byhleguhre-Byhlen führt kein Wappen
Byhleguhre-Byhlen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Byhleguhre-Byhlen hervorgehoben

Koordinaten: 51° 53′ N, 14° 11′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 35,81 km2
Einwohner: 732 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15913
Vorwahlen: 035475 (Ortsteil Kaupen 035603)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 061
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchstraße 11
15913 Straupitz
Website: www.amt-lieberose-
oberspreewald.de
Bürgermeister: Romeo Buder
Lage der Gemeinde Byhleguhre-Byhlen im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-WußwerkBerstelandBestenseeByhleguhre-ByhlenDrahnsdorfEichwaldeGolßenGroß KörisHalbeHeideblickHeideseeJamlitzKasel-GolzigKönigs WusterhausenKrausnick-Groß WasserburgLieberoseLübbenLuckauMärkisch BuchholzMärkische HeideMittenwaldeMünchehofeNeu ZaucheRietzneuendorf-StaakowSchlepzigSchönefeldSchönwaldSchulzendorfSchwerinSchwielochseeSpreewaldheideSteinreichStraupitz (Spreewald)TeupitzUnterspreewaldWildauZeuthenBrandenburgKarte
Über dieses Bild
sorbisch/wendische Fastnacht in Byhleguhre (Foto 2014)

Byhleguhre-Byhlen, niedersorbisch Běła Góra-Bělin, ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie wird vom Amt Lieberose/Oberspreewald verwaltet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Byhleguhre-Byhlen gliedert sich in folgende Ortsteile, bewohnte Gemeindeteile und Wohnplätze:[2]

  • Byhleguhre (Běła Góra) mit den Gemeindeteilen Am See (Pśi jazorje), Grobba (Groby), Kaupen (Kupy), Kokainz (1937–1945 Erlenhof;[3] Kokańc), Mühlendorf (Rězaki), Neu-Byhleguhre (Bĕła Górka) und Siedlung (Sedlišćo) und dem Wohnplatz Rosenhof (Rožowy dwór)
  • Byhlen (Bělin) mit dem Wohnplatz Pintschens Quell (Pintšowe žrědło)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Byhleguhre und Byhlen, bis zum Wiener Kongress noch sächsische Dörfer, gehörten nach 1815 zum Kreis Lübben (Spreewald) in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Lübben im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.

Die Gemeinde entstand am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Byhleguhre (Běła Góra) und Byhlen (Bělin).[4]

Byhleguhre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Byhleguhre wurde 1315 als „Belgar“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name kommt aus dem Niedersorbischen und bedeutet Weißer Berg. Byhleguhre soll sich früher in der Nähe dieses Berges befunden haben, brannte jedoch im Juli 1719 fast vollständig nieder. Die Bewohner bauten es an der Stelle wieder auf, an der es noch heute zu finden ist. Im Rahmen der ab 1782 gewünschten Ansiedlung von Kolonisten in der Region erfolgte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf Initiative von Gottlob Carl Wilibald von Houwald die Gründung der Dörfer Mühlendorf und Neu-Byhleguhre.[5] Górka (Hügel) ist hierbei als Kleinform von Góra (Berg) zu deuten. Die für Mühlendorf namensgebende Schneidemühle (Rězak, niedersorbisch für Säge- oder Schneidemühle) ist jedoch schon seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar. 1815 ging die Niederlausitz in preußischen Besitz über. In der Zeit des Nationalsozialismus trug Byhleguhre den Namen „Geroburg“, da der Ort mit dem Markgrafen Gero in Verbindung gebracht wurde. Neu-Byhleguhre und Mühlendorf wurden am 1. Oktober 1938 als Neu-Geroburg und Mühlendorf eingemeindet.[6] Seit Ende des Zweiten Weltkrieges tragen die Orte wieder ihre alten Namen.

Byhlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Byhlen wurde 1340 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist von dem niedersorbischen Wort běła abgeleitet und bedeutet weißes Dorf.[7] Im Jahre 1447 verkauften die Besitzer von Straupitz, die von Ilows, ihren bis dahin vergrößerten Besitz „...Straupitz mit allem Zubehör, nämlich das Dorf Straupitz mit dem Weinberge und Vorwerk, Laasow mit der Mühle daselbst, Mochow, Liebitz, Byhlen und Byhleguhre...“ an Kaspar, Heinrich und Franz, Burggrafen und Herren von Dohna. Der Besitz musste jedoch im Oktober 1578 an den Gläubiger Joachim II. von der Schulenburg verkauft werden. Nach einem weiteren Verkauf der Herrschaft im Jahre 1615 an Georg von Wallwitz ging sie schließlich 1655 für 54.137 Reichstaler an Christoph von Houwald über und verblieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz derer von Houwald.[8] In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1937 der slawisch klingende Ortsname Byhlen in Waldseedorf, der des Byhlener Sees in Houwald-See, umgewandelt. Wie bei Byhleguhre und Neu-Byhleguhre wurden die Umbenennungen nach dem Zweiten Weltkrieg rückgängig gemacht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Byhleguhre Byhlen Jahr Byhleguhre-
Byhlen
Jahr Byhleguhre-
Byhlen
1875 811 395 2003 873 2015 772
1910 804 256 2005 856 2016 742
1939 805 350 2010 807 2017 731
1946 1 230 418 2011 770 2018 732
1950 1 165 383 2012 770
1971 903 256 2013 763
1990 703 191 2014 775
1995 769 166
2000 748 149
2002 725 154

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[9][10][11]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Byhleguhre-Byhlen besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[12]

Wählergruppe Sitze
Zukunft auf dem Lande 8
Einzelbewerberin Anneliese Juckel 1
Einzelbewerber Stefan Lux 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003–2014: Rainer Schloddarick[13]
  • 2014–2019: Jutta Vogel (Die Linke)[14]
  • seit 2019: Romeo Buder

Buder wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 84,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[15] gewählt.[16]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Byhleguhre-Byhlen stehen als in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragene Baudenkmale ein Ziehbrunnen und eine Stallscheune in Byhlen. In der Liste der Bodendenkmale in Byhleguhre-Byhlen sind die Bodendenkmale aufgeführt.

Auf dem Friedhof befinden sich die Grabanlagen von 10 namentlich bekannten deutschen Soldaten vom April 1945 und ein Gemeinschaftsgrab mit unbekannten Gefallenen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße L 51 zwischen Straupitz und Cottbus durchquert das Gemeindegebiet. Der Ortsteil Byhlen ist von der L 51 über die Kreisstraße K 6108 erreichbar.

Die Bahnhöfe Byhlen und Byhleguhre lagen ab 1898 an der Bahnstrecke Lübben–Straupitz–Cottbus (Spreewaldbahn), die 1970 stillgelegt wurde. Heute sind die Orte an die Buslinien 500, 508 und 509 der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald angeschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Byhleguhre-Byhlen
  3. Ministerial-Blatt des Reichs- und preussischen Ministeriums des Innern. Reichsministerium des Innern, Berlin 1937, S. 1982
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. Festschrift 700 Jahre Byhleguhre aus 2015
  6. Lübbener Kreisblatt (186. Jahrgang Nr. 43) vom 11. April 1938.
  7. Arnošt Muka: Serbski zemjepisny słowničk. Budyšin, 1927, S. 64 (Digitalisat).
  8. Homepage der Ortschronisten Straupitz: straupitz-1294. Abgerufen am 9. November 2019.
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 14–17
  10. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  11. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  12. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  13. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 22
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  15. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  16. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Byhleguhre-Byhlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien