Byhlen

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Koordinaten: 51° 54′ 29″ N, 14° 11′ 10″ O
Höhe: 58 m ü. NN
Einwohner: 153 (2006)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15913
Vorwahl: 035475
Byhlener Dorfstraße mit Blick auf das Feuerwehrhaus. Die Dorfstraße ist eine ehemalige Panzerstraße, über die Militärfahrzeuge direkt in den nahen ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz (TÜP) Lieberoser Heide hineinfuhren.

Byhlen, niedersorbisch Bělin, ist als Teil der Gemeinde Byhleguhre-Byhlen ein Dorf des Amtes Lieberose/Oberspreewald in Brandenburg. Es hat etwa 180 Einwohner (2007).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzezeitliche Funde und ein großes Urnengräberfeld, das 1936 westlich der Gemeinde entdeckt wurde, weisen darauf hin, dass das Gebiet schon sehr viel früher besiedelt war. Byhlen wurde 1340 erstmals urkundlich erwähnt. Seine Schreibweise in den alten Urkunden wechselte mehrmals von Belin, Beelin, Belyn, Bühlen oder Biehlen auf die heutige bekannte Form. Möglicherweise weist der slawische Wortstamm belin des Niedersorbischen Begriffs bely (= weiß) auf eine helle Sand-Fläche oder Ortsmarke hin. 1655 geht die Herrschaft Straupitz und die umliegenden Dörfer an die Familie Houwald über. Die Orte sind fast 300 Jahre mit diesem Grafengeschlecht verbunden, wobei Kriege, Hungersnöte, aber auch langfristige positive Entwicklungen zu verzeichnen sind. Der Ort wuchs von einem Vorwerk zu einem Dorf.

Im Zuge der nationalsozialistischen Germanisierung sorbischstämmiger Ortsnamen wurde der Ort 1937 in Waldseedorf umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mit dem Sieg der Sowjetunion 1945 viele neue Weichen gestellt: Der Dorfname wurde wieder zu Byhlen, der Straupitzer Graf wurde entmachtet und die Bodenreform brachte den kleinen Bauern Land. Es wurde eine LPG gegründet. In der DDR-Zeit betrieb die Rote Armee bei Byhlen einen Truppenübungsplatz.

Am 26. Oktober 2003 wurden die Gemeinden Byhleguhre und Byhlen zur neuen Gemeinde Byhleguhre-Byhlen zusammengeschlossen.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Byhlener See

Byhlen liegt an einem See, die überwiegend ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft prägt das Wirtschaftsleben. Sehenswert sind Pintschens Quell (eine Quelle im Wald, die wohl früher für die Straupitzer Schloßbrauerei das Wasser lieferte), der Weinberg und der Gay.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Byhlen war früher Verkehrsknotenpunkt zwischen Cottbus und dem Schwielochsee. Von 1846 bis 1879 verlief unmittelbar am Ort die Cottbus-Schwielochsee-Eisenbahn. Es handelte sich um eine Pferdeeisenbahn. Sie gehörte zu den ersten Eisenbahnen der Niederlausitz. 1897 wurde dann die Spreewaldbahn eröffnet. Byhlen war Knotenpunkt an der Abzweigung nach Lieberose und hatte einen eigenen Bahnhof. Die Bahn brachte dem Dorf Handel und Aufschwung. Die technisch überholte Bahn wurde 1970 stillgelegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Byhlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Ortsteil Byhlen. In: Website des Amtes Lieberose/Oberspreewald. Archiviert vom Original am 26. Oktober 2007; abgerufen am 4. Februar 2014.
  2. StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2003