Cédric Wermuth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Cédric Wermuth (2019)

Cédric Wermuth (* 19. Februar 1986 in Jegenstorf; heimatberechtigt in Eggiwil und Italien) ist ein Schweizer Politiker (SP). Er ist zusammen mit Mattea Meyer Co-Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cédric Wermuth ist in Bünzen und Boswil aufgewachsen, wo er die Primarschule besuchte. Die Bezirksschule absolvierte er in Muri, an der Kantonsschule Wohlen maturierte er 2005 mit Schwerpunktfach Spanisch. Anschliessend studierte er an der Universität Zürich Politikwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Philosophie und schloss sein Studium im März 2015 ab.[1] Neben dem Nationalratsmandat ist er als Strategieberater bei der Agentur Spinas Civil Voices, als Moderator bei Radio Kanal K und in verschiedenen Bereichen selbstständig tätig. Der schweizerisch-italienische Doppelbürger[2] ist verheiratet, Vater von zwei Töchtern und lebt in Zofingen.[1]

2010 wurde er wegen einer Hausbesetzung im Hotel Verenahof im Jahr 2009 zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Busse von 300 Franken verurteilt.[3]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wermuth war seit 1999 Mitglied der Juso. Von 2003 bis 2005 war er Co-Präsident der Aargauer Juso-Kantonalsektion und von 2005 bis 2007 Zentralsekretär der Juso Schweiz. Ab dem 7. Juni 2008 war er Parteipräsident der Juso Schweiz.[4] Zudem war er Mitglied des Vorstandes der SP Stadt Baden.

Zwischen 2004 und 2008 vertrat er die SP in der Regierungsrätlichen Jugendkommission des Kantons Aargau.

Wermuth wurde im Oktober 2008 am Parteitag der SP Schweiz in Aarau zum Nachfolger von Silvia Schenker im Vizepräsidium der SP Schweiz gewählt. Seine Wahl erfolgte mit 214 gegen 168 Stimmen.[5] Er kündigte am 21. August 2011 seinen Rücktritt aus dem Vizepräsidium der SP Schweiz per Ende November 2011 an.[6] Am 8. März 2009 verpasste er die Wahl in den Aargauer Grossen Rat, wurde aber am 25. Oktober desselben Jahres mit 1004 Stimmen in den Einwohnerrat der Stadt Baden (Stadtparlament) gewählt.

Er gab am 4. September 2010 seinen Rücktritt als Parteipräsident der Juso Schweiz auf März 2011 bekannt.[7] Zu seinem Nachfolger wurde der Luzerner Kantonsrat David Roth gewählt.

Bei den Schweizer Parlamentswahlen im Oktober 2011 wurde Wermuth von den aargauischen Wahlberechtigten mit 40'775 Stimmen in den Nationalrat gewählt.[8] Bei den Wahlen im Herbst 2015 wurde er in diesem Amt bestätigt.[9]

Von 2014 bis 2018 war er zusammen mit Grossrätin Elisabeth Burgener Brogli Co-Präsident der SP Aargau.[1]

Wermuth kandidierte bei den Schweizer Parlamentswahlen vom 20. Oktober 2019 für den Ständerat sowie erneut für den Nationalrat.[10] Dass er sich bei der parteiinternen Nominierung für den Ständerat gegen seine Nationalratskollegin Yvonne Feri durchsetzte, wurde unter dem Gesichtspunkt des Geschlechterkriteriums medial breit rezipiert.[11][12][13][14][15] Seine Wahlkampagne sorgte schliesslich ebenfalls für Aufsehen, insbesondere da er dieselbe Agentur engagierte wie Alexandria Ocasio-Cortez für ihren erfolgreichen Wahlkampf zum Einzug in den US-Kongress.[16][17][18] Auch bei diesen Wahlen wurde Wermuth in seinem Amt als Nationalrat bestätigt. Im Kampf um einen der zwei Aargauer Sitze im Ständerat erreichte er im ersten Wahlgang den dritten Rang, wenig später zog er seine Kandidatur zurück.[19]

Im Dezember 2019 gab Wermuth bekannt, zusammen mit Mattea Meyer für das Präsidium der SP Schweiz zu kandidieren.[20] Sie wurden am 17. Oktober 2020 gewählt.[21]

Politisches Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wermuth wird dem linken Flügel der Sozialdemokratie zugeordnet.[18]

Er ist Mitglied des Partito Democratico in Italien, des Verkehrs-Clubs der Schweiz, der Gewerkschaften VPOD und Unia sowie weiterer links-grüner Organisationen.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cédric Wermuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Über Cédric. Website von Cédric Wermuth, abgerufen am 14. September 2018.
  2. Othmar von Matt: Jeder 13. Parlamentarier ist Doppelbürger. In: Watson. 29. Juli 2018.
  3. SP-Vizepräsident Wermuth verurteilt (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive). In: Tages-Anzeiger. 18. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2011. (Archiv)
  4. Cédric Wermuth wird neuer Juso-Präsident (Memento vom 10. April 2014 im Internet Archive). In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Juni 2008, abgerufen am 8. April 2011.
  5. SP bestimmt Juso-Chef zum Vize-Präsidenten (Memento vom 29. Oktober 2008 im Internet Archive). In: Neue Zürcher Zeitung. 26. Oktober 2008, abgerufen am 8. April 2011.
  6. Cédric Wermuth tritt als SP-Vizepräsident zurück. In: Aargauer Zeitung. 21. August 2011, abgerufen am 7. November 2011.
  7. Cédric Wermuth zieht es nach Bern. In: Tages-Anzeiger. 5. September 2010, abgerufen am 8. April 2011.
  8. Ergebnisse Nationalratswahlen 2011. Gewählte Kandidatinnen und Kandidaten nach Liste. Website des Kantons Aargau.
  9. Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Gewählte Kandidatinnen und Kandidaten. Website des Kantons Aargau.
  10. Rafaela Roth: Wermuth will in den Ständerat (Memento vom 10. Oktober 2020 im Internet Archive). In: Tages-Anzeiger. 10. September 2019.
  11. Ständeratswahl Aargau. «Ich muss beweisen, dass ich feministische Themen einbringe». In: SRF. 27. September 2018, abgerufen am 3. Dezember 2019.
  12. Die SP Aargau schickt Cédric Wermuth ins Ständeratsrennen – Yvonne Feri hat das Nachsehen. In: Watson. 27. September 2018, abgerufen am 3. Dezember 2019.
  13. Wermuth hat ein Frauen-Problem – oder besser: die SP-Frauen haben ein Problem mit ihm. In: Watson. 21. September 2018, abgerufen am 3. Dezember 2019.
  14. Dennis Bühler: Cédric Wermuths PR-Stunt: Vom «Ladykiller» zum zweifachen «Frauenförderer». In: Republik. Abgerufen am 23. Oktober 2019.
  15. Eva Berger: Frauen fordern Wermuth heraus – die Geschlechterfrage wird zum Wahlkampfthema. In: Aargauer Zeitung. Abgerufen am 3. Dezember 2019.
  16. Rafaela Roth: Wie Wermuth Wahlsieger werden will. In: Tages-Anzeiger. 10. September 2019, abgerufen am 25. September 2019.
  17. Corsin Manser: Was Alexandria Ocasio-Cortez und Cédric Wermuth jetzt gemeinsam haben. In: Watson. 29. Mai 2019, abgerufen am 26. September 2019.
  18. a b William Stern: Marx im Schafspelz. In: Die Zeit. 9. September 2019, abgerufen am 26. September 2019.
  19. Aargauer Nationalratswahlen. SVP und FDP verlieren je einen Sitz. In: SRF. 20. Oktober 2019, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  20. Anna Jikhareva, Jan Jirát: «Die Zeit der Helden ist abgelaufen». In: WOZ Die Wochenzeitung. 19. Dezember 2019, abgerufen am 6. Januar 2020.
  21. Auf dem SP-Parteitag werden Meyer und Wermuth zum Doppel-Präsidium gewählt und Levrat verabschiedet. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. Oktober 2020, abgerufen am 17. Oktober 2020.
VorgängerAmtNachfolger
Andreas GrossPräsident der JungsozialistInnen Schweiz
2008–März 2011
David Roth