Célia Šašić

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Célia Šašić

Célia Šašić (2012)

Informationen über die Spielerin
Geburtstag 27. Juni 1988
Geburtsort BonnDeutschland
Größe 174 cm
Position Angriff
Vereine in der Jugend
1993–2000
2000–2001
2002–2003
2003–2004
TuS Germania Hersel
SC Widdig
TuS Pützchen 05
FC Sankt Augustin
Vereine als Aktive
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2004–2013
2013–2015
SC 07 Bad Neuenahr
1. FFC Frankfurt
136 (97)
39 (42)
Nationalmannschaft2
2004
2004–2005
2006
2005–2015
Deutschland U-17
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland
13 (15)
12 (11)
4 0(2)
111 (63)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 22. April 2015
2 Stand: 4. Juli 2015

Célia Šašić (* 27. Juni 1988 in Bonn als Célia Okoyino da Mbabi) ist eine ehemalige Bundesligaspielerin im Frauenfußball der Bundesrepublik Deutschland. Sie spielte zwischen 2004 und 2013 für den SC 07 Bad Neuenahr, von 2013 bis 2015 für den 1. FFC Frankfurt und von 2005 bis 2015 in der A-Nationalmannschaft. 2015 wurde sie Torschützenkönigin der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2015, nach deren Ende sie ihren Rücktritt erklärte. Sie ist damit die bisher einzige Spielerin, die in einem Jahr Torschützenkönigin der Bundesliga, UEFA Women’s Champions League und Weltmeisterschaft wurde. 2012 und 2015 wurde sie zur Fußballerin des Jahres in Deutschland gewählt; 2015 wurde sie zudem von einer Jury aus Sportjournalisten zur besten Spielerin in Europa gewählt.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Ihre Karriere begann Šašić im Alter von fünf Jahren beim TuS Germania Hersel. Ihr älterer Bruder hatte sie damals mit zum Training genommen. Über die Stationen SC Widdig, TuS Pützchen 05 und FC Sankt Augustin kam sie 2004 zum SC 07 Bad Neuenahr, wo sie auf Anhieb Stammspielerin wurde. 2013 verließ sie Bad Neuenahr, nachdem der Verein Insolvenz anmelden musste, und wechselte zum 1. FFC Frankfurt.[1] 2014/15 war sie mit 21 Toren die erfolgreichste Torjägerin der Bundesliga-Saison und mit 14 Toren in der UEFA Women’s Champions League 2014/15 und trug damit maßgeblich zum Titelgewinn bei.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Das fußballerische Talent von Šašić fiel Beobachtern des DFB auf. Anfang 2004 wurde die Spielerin, die bis dahin Staatsbürgerin Frankreichs war, auf ihren Antrag hin in die Bundesrepublik Deutschland eingebürgert. In der U-17-Nationalmannschaft erzielte sie in 13 Einsätzen 15 Tore. Am 2. Juli 2004 erzielte sie beim 7:0-Sieg gegen Island fünf Tore. Ihr größter Erfolg als Juniorennationalspielerin war der Sieg bei der U-19-Weltmeisterschaft 2004 in Thailand. Ein Jahr später erreichte sie mit ihrer Mannschaft bei der U-19-Europameisterschaft das Halbfinale.

Am 28. Januar 2005 gab Šašić im chinesischen Quanzhou als bis dato zweitjüngste Spielerin einer DFB-Auswahlmannschaft ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft: im Spiel gegen Australien wurde sie für Navina Omilade eingewechselt. Ihr erstes Tor erzielte sie am 4. September 2006 bei einem Freundschaftsspiel gegen Kanada. Bis dato ist sie die viertjüngste Torschützin der Nationalmannschaft. Mit der Nationalmannschaft gewann sie im Frühjahr 2006 den Algarve-Cup, wobei sie in allen Spielen eingewechselt wurde und im Finale gegen die USA im Elfmeterschießen einen Elfmeter verwandeln konnte.

Am 18. März 2007 erlitt sie beim Bundesligaspiel SC 07 Bad Neuenahr gegen FC Bayern München einen Schienbeinbruch. Zu diesem Zeitpunkt führte sie die Torjägerliste der Bundesliga an. Wegen des Bruchs konnte sie nicht an der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2007 teilnehmen.[2][3]

Im August 2008 gewann sie mit der Nationalmannschaft die Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen und im folgenden Jahr die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2009 in Finnland.

Bei der WM 2011 in Deutschland gehörte sie zum Mannschaftskader und erzielte im Eröffnungsspiel beim 2:1-Sieg gegen Kanada vor fast 74.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion das vorentscheidende 2:0.

Im März 2012 war sie beim Algarve-Cup mit sechs Treffern die erfolgreichste Torschützin des Turniers. Im abschließenden Gruppenspiel gegen den FIFA-Weltranglisten-Fünften Schweden erzielte sie drei Tore (Endstand 4:0). Mit weiteren drei Toren im Finale in Faro gegen Weltmeister Japan (4:3) hatte sie maßgeblichen Anteil am Titelgewinn ihrer Mannschaft. Mit diesen drei Toren ist sie die erste deutsche Spielerin, der drei Tore in einem Spiel gegen eine Mannschaft der Top-3 der FIFA-Weltrangliste gelangen. Im EM-Qualifikationsspiel gegen Spanien am 31. März konnte sie viermal erfolgreich abschließen und ist somit die erste deutsche Spielerin, die in drei aufeinander folgenden Spielen jeweils mindestens drei Tore erzielte. Diesen Rekord konnte sie durch vier weitere Treffer im EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz am 5. April noch ausbauen.

Im August 2012 wurde sie mit deutlichem Vorsprung zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt. Sie erhielt die Auszeichnung am 19. September 2012 vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei.[4]

Bei der vom 10. bis 28. Juli 2013 ausgetragenen Europameisterschaft in Schweden bestritt sie alle Turnierspiele. Ihre beiden Turniertore erzielte sie am 14. Juli im zweiten Gruppenspiel beim 3:0-Sieg gegen die Auswahl Islands mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 in der 55. Minute und dem Treffer zum Endstand in der 84. Minute. Mit dem 1:0 gewonnenen Finale gegen die Auswahl Norwegens wurde sie mit der Mannschaft Europameisterin.

Am 24. Mai 2015 wurde sie von Bundestrainerin Silvia Neid in den endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada berufen.[5] Im ersten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste gelangen ihr beim 10:0 drei Tore. Zwei weitere Tore erzielte sie im Achtelfinalspiel gegen Schweden (4:1). Im Viertelfinale gegen Frankreich gelang ihr mit einem Handelfmeter in der 84. Minute der Ausgleich. Ihr Treffer zum 5:4 des Elfmeterschießens führte die Nationalmannschaft ins Halbfinale. Im Spiel (0:2) gegen die USA hatte Šašić die Chance zum Führungstor, schoss aber den Foulelfmeter neben das Tor. Mit insgesamt sechs Toren, einer Vorlage und der geringeren Spielzeit wurde Šašić als beste Torschützin mit dem Goldenen Schuh des Turniers ausgezeichnet, zweite wurde Carli Lloyd (USA).[6]

Kurz nach der Weltmeisterschaft, am 16. Juli 2015, beendete Šašić mit nur 27 Jahren ihre Laufbahn im Profifußball, um ihr Studium zu beenden, sich anschließend beruflich neu zu orientieren und eine Familie zu gründen.[7] Im gleichen Monat wählte eine Jury aus Sportjournalisten sie (wie schon 2012) zu Deutschlands Fußballerin des Jahres.

Erfolge[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Privates[Bearbeiten]

Šašić bei der WM 2011

Šašić ist die Tochter eines Kameruners und einer Französin. Sie hat einen älteren Bruder, Nicolas, sowie eine jüngere Schwester, Laurence. Mit 18 Jahren wurden sie und ihre Eltern eingebürgert, um eine Teilnahme an der U19-WM für Deutschland zu ermöglichen.[9] Der Teil „da Mbabi“ ihres Geburtsnamens bedeutet so viel wie „(Tochter) von Mbabi“, der Name ihres Vaters lautet Elias Mbabi da Yombi. Der Namensteil Okoyino stammt von ihrer Großmutter väterlicherseits.[10] Wegen des langen Familiennamens war Célia Okoyino da Mbabi die einzige Spielerin der Bundesliga, die aus Platzgründen nur ihren Vornamen auf dem Vereinstrikot trug. Auf dem Trikot der Nationalmannschaft hingegen war ihr vollständiger Nachname zu lesen.[11]

Im Frühjahr 2007 bestand Šašić ihr Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn. Ihre Hauptfächer waren Sport und Französisch.[12] Am 1. August 2007 begann sie eine Ausbildung als Kauffrau für Marketing-Kommunikation. Sie studierte Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau.

In dem kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 ausgestrahlten Tatort: Im Abseits hatte sie einen Cameo-Auftritt.[13]

Seit dem 1. August 2013 ist sie mit dem kroatischen Amateurfußballer Marko Šašić verheiratet, dem Sohn des Fußballtrainers Milan Šašić.[14][15]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Seit Oktober 2010 ist Šašić zusammen mit den Nationalspielern Cacau und Serdar Taşçı sowie der Schiedsrichterin Sinem Turac als DFB-Integrationsbotschafterin[16] tätig. Außerdem unterstützt sie die Theo-Zwanziger-Stiftung, die sich der Förderung des Sports, insbesondere der Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs, verschrieben hat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Célia Šašić – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nationalstürmerin Celia Okoyino da Mbabi wechselt mit großen Ambitionen zum 1. FFC Frankfurt und unterschreibt einen Dreijahresvertrag. Mitteilung auf der Homepage des 1. FFC Frankfurt, 28. Juni 2013. Abgerufen am 28. Juni 2013.
  2. dfb.de: Lange Pause für Celia Okoyino da Mbabi
  3. dfb.de: Célia Okoyino da Mbabi fällt für die Weltmeisterschaft aus
  4. dfb.de: EM-Qualifikation: Zum Abschluss zweistellig gegen Türkei
  5. dfb.de: „Neid beruft endgültigen Kader für die WM in Kanada“, 24. Mai 2015
  6. FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015: Auszeichnungen. In: fifa.com. FIFA, 6. Juli 2015, abgerufen am 6. Juli 2015.
  7. Célia Šašić beendet ihre Karriere. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Juli 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  8. Angerer die Beste der Besten. News auf uefa.com vom 30. Juli 2013.
  9. http://uefafrauenem.sportschau.de
  10. Frauenfußball-Magazin Nr. 21, Seite 29
  11. Die Integrationsbeauftragte im Mittelfeld auf focus.de, abgerufen am 21. Juni 2011
  12. kicker.de: Lingors Erbin
  13. Célia Okoyino da Mbabi und Filiz Koc im Tatort Quelle: Framba.de - Frauenfußball (19. Juni 2011)
  14. Berliner Zeitung: Die schönste WM-Liebe, abgerufen am 20. Juli 2015
  15. Blick Aktuell: Europameisterin Célia Sasic geehrt, abgerufen am 5. August 2013
  16. www.dfb.de/vielfaltanti-diskriminierung
Vorgängerin Titel Nachfolgerin

Nadine Keßler
Europas Fußballerin des Jahres
2015